Stadtentwicklung und Gesundheit – disziplinärer und sektoraler Brückenbau

Projektbeschreibung:
Die städtische Lebensumwelt erfüllt vielfältige Funktionen, u. a. als Umwelt-, Sozial-, Wirtschafts- und Identifikationsraum. Sie beeinflusst Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität der Bevölkerung. Der Gesundheitssektor – in früheren Zeiten eng mit der Stadtplanung und -entwicklung verbunden – und dessen assoziierte wissenschaftliche Disziplinen fokussieren neuerdings wieder verstärkt auf diese Rolle der städtischen Lebensumwelt für die menschliche Gesundheit. Dabei geht es sowohl um pathogene Faktoren (z. B. gesundheitsschädigende Umweltbelastungen) und ihre Eindämmung als auch um salutogene Aspekte, z. B. die Nutzung von Gesundheitspotentialen städtischer Grünflächen und Gewässer.

Stadtentwicklung sieht sich gegenwärtig mit einer Vielzahl von Veränderungen konfrontiert, darunter demographischer, technologischer und Klimawandel sowie Globalisierung. Hierauf angemessen zu reagieren stellt für Stadtplanung und städtische „Governance“ keine leichte Aufgabe dar. Hier ist Gesundheit nur einer von zahlreichen relevanten Zielbereichen wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Ressourceneffizienz. Dabei treffen verschiedenste Werte, Traditionen und Lösungsansätze, aber auch unterschiedliche Interessen und Priorisierungen aufeinander. Diese „bunte Mischung“ stellt für die Sektoren im Bereich „Stadtentwicklung und Gesundheit“, aber auch für die beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen regelmäßig eine große Herausforderung dar.

In der städtischen Lebensumwelt bildet die disziplin- und sektorübergreifende Zusammenarbeit in vielen Themenfeldern daher eine der wichtigsten Herausforderungen. Unterscheiden lassen sich hier eine (eher additive) Multidisziplinarität, eine durch Interaktionen darüber hinausgehende Interdisziplinarität sowie eine die disziplinären Grenzen überschreitende und das Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis suchende Transdisziplinarität.

Um Entwicklungen gesunder, moderner und nachhaltiger Städte zu stärken, fördert die Fritz und Hildegard Berg-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft neben dem hier skizzierten Projekt vor allem drei Junior-Forschungsgruppen , die an der Nahtstelle von Wissenschaft und Gesellschaft geeignete Strategien und Konzepte für die nachhaltige Entwicklung urbaner Räume entwickeln.

Ziele des Teilprojektes
Das Projekt „Stadtentwicklung und Gesundheit – disziplinärer und sektoraler Brückenbau“ soll klären, in welcher Weise die Zusammenarbeit der Sektoren und Disziplinen sich im Kontext „Stadtentwicklung und Gesundheit“ fördern lässt, wobei insbesondere auch Konzepte, Methoden und Erkenntnisse der Transdisziplinaritäts-Forschung herangezogen werden.

Flankierend zu den erwähnten Junior-Forschungsgruppen werden im Rahmen dieses Vorhabens verschiedene Erhebungs-, Analyse- und Bewertungsverfahren eingesetzt.

Projektphase I
Hauptziele:

  • Für das Themenfeld „Stadtentwicklung und Gesundheit“ weitere Beiträge zur Zusammenarbeit der unterschiedlichen Sektoren und Disziplinen in Theorie und Praxis zu leisten
  • Mögliche Lösungsansätze für eine „gesunde und nachhaltige (ökologisch, sozial und ökonomisch) Stadtentwicklung“ zu prüfen
  • Vorliegende Erkenntnisse zu Multi-/Inter- und Transdisziplinarität sowie entsprechender Sektoralität, u.a. aus der Wissenschafts- und Technikforschung, auf das Themenfeld „Stadtentwicklung und Gesundheit“ aufzubereiten und auszuwerten.

 

Projektphase II
Hauptziele:

 

Laufzeit der Projektphase I
Juni 2013 – November 2014

Laufzeit der Projektphase II
November 2014 – November 2015

Projektleitung
Prof. Dr. Rainer Fehr, MPH, Ph.D.
Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 7 Umwelt und Gesundheit
Prof. Dr. Claudia Hornberg, Dipl.-Biol., Dipl.-Ökol.
Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 7 Umwelt und Gesundheit

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Timothy McCall, MSc PH

Projektförderung:
Das Projekt wird gefördert durch die Fritz- und Hildegard Berg Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Aktuelles

 

Anreise und Adressen