Faculty of
Sociology

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"Praxisdiskurse, soziologische Semantik und die Strukturen der Interdisziplinarität - Eine wissenssoziologische Studie zur Rechtssoziologie in Deutschland nach 1945"

Eigenfinanziert

In einer wissenssoziologischen Studie wird an Hand der Entwicklung der Rechtssoziologie in Deutschland nach 1945 der Zusammenhang zwischen den Semantiken einer versozialwissenschaftlichten Jurisprudenz einerseits sowie einer wissenschaftstheoretisch sich nur zögerlich konsolidierenden Soziologie andererseits, den diese prägenden Praxisdiskursen und den Strukturen einer interdisziplinären Rechtssoziologie untersucht.

 

"Gestalter des Wandels? Eine wissenssoziologische Analyse kommunikativer Erzeugung von Zukunft"

Gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung

Im Zentrum des Forschungsprojektes steht eine in der Tradition der Bastler und Erfinder stehende Bewegung, die den Imperativ "Sei kreativ!" - der für die Gesellschaft der Gegenwart fraglos von zentraler Bedeutung ist - in besonderer Weise verkörpert. Die sogenannten Maker sind ein soziales Phänomen der Gesellschaft der Gegenwart, das als ihr Ausdruck, ebenso aber als prägend für den Wandel der Gesellschaft gelten kann. Der gewählte wissenssoziologische Zugang erlaubt es, die forschungsleitende Frage nach den in der Bewegung kultivierten Zuschreibungen von Sinn zu beantworten. Ziel ist es, Funktionsweisen und Leistungsfähigkeit der kommunikativ erzeugten Strukturen und Deutungen im Hinblick auf den Umgang mit der zunehmend in den Fokus gerückten Zukunftsoffenheit zu bestimmen.

Projektbearbeiterinnen:Stefanie Fehse, Mirjam-E. Möllmann
Tel.: +49 521 / 106 12844

 

Abgeschlossene Projekte

Spitzencluster Intelligente Technische Systeme OWL - it's OWL: Nachhaltigkeitsprojekt "it's OWL-TA"

Projektleitung: Prof. Dr. Alfons Bora, Universität Bielefeld

Gefördert durch das BMBF

Projektseite it's OWL-TA

 

"HowSAFE - How States Account for Failure in Europe: Risk and the Limits of Governance"

Principle Investigators: Michael Huber (Univ. Bielefeld), Frederic Bouder (Univ. Maastricht), Olivier Borraz (CNRS, Sciences Po, Paris), Henry Rothstein (King's College, London)

Förderung: ORA - Open Research Area in Europe for the Social Sciences

Projektseite HowSAFE

 

"Pfleg!E-mobil - Elektromobilität im Anwendungskontext: Verbesserung der Marktgängigkeit von Elektrofahrzeugen insbesondere für gewerbliche Fuhrparke am Beispiel einer ambulanten Pflegeflotte"

Projektleitung: Prof. Dr. Alfons Bora, Universität Bielefeld

NRW-EU-Ziel2-Förderung

Projektseite Pfleg!E-mobil

 

Zur öffentlichen Wahrnehmung der Stammzellforschung - Eine Bevölkerungsumfrage

Finanziert durch das Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW

Konzeption und Auswertung: Dr. Martina Franzen und Prof. Alfons Bora, Universität Bielefeld

Umfrage:TNS Emnid

Statistische Analysen: Katharina Eickner, Tabea Schröer, Universität Bielefeld

 

Zur Situation von Menschen mit Intersexualität.

Umfrage im Auftrag des Deutschen Ethikrats

Alfons Bora unter Mitarbeit von Julian Bargheer, Melanie Bertl und Katharina Eickner

 

"Politikberatung als diskursive Politikgestaltung: Beratungsunterstützte Formen des Regierens zwischen Professionalisierung der Beratungspraxis und Technokratisierung des politischen Handelns"

(Scientific advice as policy-making. Forms of counselled governance between professionalisation and technocracy)

Project management: Prof. Dr. Alfons Bora
Researcher: AR Dr. Peter Münte and Dr. Olaf Behrend

Financial support: German Research Foundation (DFG) 2007-2009

Zusammenfassung: Gegenstand des Vorhabens ist die Entstehung neuer Formen der Politikberatung. Für diese ist kennzeichnend, daß im Vorfeld konfliktträchtiger Entscheidungen Kommunikationsfachleute beauftragt werden, den politischen Entscheidungsprozeß etwa durch Einbeziehung der Öffentlichkeit zu gestalten, mit dem Ziel sozial und kognitiv robuste Entscheidungen zu ermöglichen. Eine entsprechende Beratungspraxis unterscheidet sich, so die These, grundlegend von herkömmlichen Formen der Politikberatung. Adressat der Beratung sind nicht allein die Leistungsrollenträger der Politik, sondern die politische Praxis unter Einbeziehung nicht-staatlicher Akteure sowie der Öffentlichkeit. Die zur Verfügung gestellte Leistung ist keine Expertise, sondern die Moderation von Entscheidungsprozessen. Die Beratungspraxis nimmt damit die politische Auseinandersetzung in Regie und greift in die Autonomie der politischen Entscheidungspraxis ein. Die Vermutung ist also, daß diese Beratungspraxis als Interventi-onspraxis zu bestimmen ist und daß deshalb die Professionalisierungstheorie der angemessene Beschreibungsrahmen dieser Praxis ist. Diese Vermutung soll im Rahmen empirischer Fallanalysen überprüft, und es soll untersucht werden, welche Probleme sich aus dem Interventionscharakter sowohl für die Beratungspraxis als auch für die Politik ergeben.

 

"Technikfolgenabschätzung (TA) in der Lehre. Eine Studie zum Angebot TA-relevanter Themen an deutschsprachigen Hochschulen."

(The Teaching of Technology Assessment (TA). A Study on TA-relevant issues offered at German-speaking Universities.)

Project management: Prof. Dr. Alfons Bora
Researcher: Dipl.Soz. Marc Mölders

Technology Assessment (TA) is a highly specialised practical and academic field of interest. As far as the practical implications are concerned, it can be regarded as well-documented, what TA-institutions actually do: websites, studies and/or reports are available without much effort.
But what is taught, when TA enters universities? For whom, by whom? This little study aims at a survey as exhaustive as possible in order to be able to reconstruct what kind of teaching is offered at German-speaking universities. The survey period will comprise the current winter and the following summer semester 2006. Results are estimated for the beginning of 2007 and will most likely be presented in the context of the NTA (Netzwerk Technikfolgenabschätzung).
Contact: marc.moelders@uni-bielefeld.de

 

Member of the research group: "Massenmediale Inklusionsprozesse. Zur Ausdifferenzierung soziologischer Medien- und Rezeptionsanalysen"

(Inclusion processes by mass media. On differentiation of sociological media and reception analysis)

Project management: Prof. Dr. Tilmann Sutter
Bielefeld University

Financial support: German Research Foundation (DFG)

In media studies, interaction concepts are central: They integrate the manifold activities of media users as well as the coordination of mass communication. However, those broad and blurred concepts need to be cleared and specified in regard to sociological interaction theories in order to clarify in which areas of media communication we can reasonably speak of interaction. We can observe that there is a lack of accuracy in distinguishing the ways in which media refer to people and how people deal with media offerings. With the help of sociological systems theory these aspects can be related to processes of inclusion through mass communication on the one hand, and to processes of media socialisation on the other hand. Processes of inclusion are in focus of theoretical and empirical research as they appear in mass communication, especially in the influential media of television. This new component of a general sociological theory of media shows how mass communication produces an image of its adressees. Hence, mass communication is able to respond to an anonymous audience.

 

Member of the cooperation group: "Public Health Genetics" at the Center for Interdisciplinary Research

Project management:

Angela Brand (Düsseldorf),
Alfons Bora (Bielefeld) and
Notburga Ott (Bochum)

More information
http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/KG/2003PHG

Ärzte Zeitung, 26.11.2003
Ethische Folgen der Gentechnik sollen erforscht werden
Interdisziplinäres Netzwerk für "Public Health Genetics" gegründet / Datenschutz einer der Arbeitsschwerpunkte / Deutschland hat Nachholbedarf

KÖLN (sgs). Am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZIF) der Universität Bielefeld entsteht das erste bundesweite Netzwerk für "Public Health Genetics". Mit dem interdisziplinären Forschungsansatz wollen Wissenschaftler die Folgen des gentechnischen und gentherapeutischen Fortschritts auf die Gesellschaft abschätzen.
Ökonomische, ethische und gesundheitspolitische Auswirkungen stehen dabei im Mittelpunkt. "Wir wollen eine differenzierte Analyse der Chancen und Risiken genetischer Forschung für das öffentliche Gesundheitswesen in Deutschland liefern", sagt die Medizinerin Professor Angela Brand.
Gemeinsam mit dem Soziologen Professor Alfons Bora und der Ökonomieprofessorin Notburga Ott leitet sie das Projekt. Vier weitere Forscher nehmen an der Koordinationsgruppe des ZIF teil.
Das Team will sich vor allem mit der Vorhersagbarkeit von Volkskrankheiten wie Diabetes oder Allergien sowie mit den Folgen prädiktiver Gentests für das Gesundheitssystem beschäftigen. Gleichzeitig stellt die Gruppe den Kontakt zu bestehenden internationalen Forschungskreisen her. In Deutschland ist Public Health Genetics noch weitgehend unbekannt. Führend auf dem Gebiet sind Kanada, die USA, Großbritannien, Italien und die Niederlande. Die am Forschungsprojekt beteiligte Biologin Christa Wewetzer sagt: "Wir wollen nicht bewerten, sondern die drängenden Fragen stellen und den Rahmen aufzeigen, in dem sie diskutiert und vielleicht gelöst werden können".
Gänzlich unbeantwortet sei in Deutschland zum Beispiel die Frage, was die Bevölkerung selbst sich von der genetischen Forschung erhofft. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Datenschutz.
Die Koordinationsgruppe will sie Gefahren des Mißbrauchs von Gendaten und mögliche Schutzmechanismen aufzeigen. Um die Genforschung und die Diskussion darüber auf eine solide Grundlage zu stellen, seien zwar flächendeckende Datenerhebungen unerläßlich, sagt Brand. Der Umgang damit müsse aber klar geregelt sein.
So werde derzeit weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit das sogenannte Neugeborenenscreening aus der staatlichen Hand gegeben und auf private Großlaboratorien übertragen, sagt Brand. Die Blutabnahme nach der Geburt, mit der etwa 99 Prozent aller in Deutschland geborenen Säuglinge erfaßt werden, könne unter Umständen für prädiktive Gentests dienen. "In diesem Fall müßte geklärt werden, wer medizinische und persönliche Daten zusammenführen darf und ob dafür die Zustimmung der Betroffenen notwendig ist".

 

Möglichkeiten und Grenzen der Bürgerbeteiligung und Konfliktregelung bei der Freisetzung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen

Projekt 1: Soziologische Begleitung eines Dialogprojektes zur außerrechtlichen Konfliktbearbeitung

Gegenstand des Projektes waren neue Formen der Bürgerbeteiligung bei der Freisetzungen gentechnisch veränderter Nutzpflanzen. Es wurden drei Freisetzungsstandorte untersucht. An zwei Standorten hatte das IFOK (Institut für Organisationskommunikation) begleitend Standortbüros eingerichtet und Vor-Ort-Veranstaltungen angeboten, mit denen ein Bürgerdialog initiiert werden sollte. Die dritte Freisetzung erfolgte ohne jede Form von Bürgerbeteiligung und sollte eine Bewertung des von IFOK durchgeführten Dialogprojektes ermöglichen. Das Projekt war Bestandteil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt "Sicherheitsforschung und Monitoring" geförderten Projektverbundes, der unter dem Titel "Kommunikationsmanagement in der Sicherheitsforschung" firmierte.

 

Projekt 2: PARADYS (Participation and the Dynamics of Social Positioning – The Case of Biotechnology. Images of Self and Others in Decision-Making Procedures)

In diesem Projekt wurden im internationalen Vergleich die Auswirkungen der verschiedenen rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Kommunikationsprozesse untersucht, die im Kontext rechtlicher Genehmigungsverfahren bei der Freisetzung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen stattfinden. Eine zentrale Fragestellung des Projektes war, in welchen konkreten kommunikativen Erscheinungsformen sich der Bürgerstatus im rechtlichen Verfahren manifestiert und wie Selbst- und Fremdbilder der Beteiligten im Partizipationsprozeß zum Ausdruck gebracht werden. Das Projekt schloß hierbei an entsprechende Untersuchungen aus der Konversationsanalyse an. Es machte sich zunutze, daß die Genehmigungsverfahren in den verschiedenen nationalen Rechtskontexten unterschiedlichen Regelungen unterliegen, die verschiedene Formen der Bürgerbeteiligung vorsehen. Das Projekt beschränkte sich hierbei auf den europäischen Kontext und hier wiederum auf die Länder Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Schweden und Ungarn. Es hatte eine Laufzeit von drei Jahren und wurde von der EU finanziert. In jedem der sieben Teilprojekte haben Linguisten und Soziologen eng zusammengearbeitet. Die Koordination erfolgte von Bielefeld aus.
Endbericht (PDF)

 

 

Projekt zur Evalution des Mediationsverfahrens "Flughafen Frankfurt"

Das Mediationsverfahren zum Ausbau des Flughafens Frankfurt war das bisher größte und umfassendste Beteiligungsverfahren bei einem Infrastrukturprojekt in Deutschland. Knapp anderthalb Jahre diskutierten 24 Interessenvertreter über die Zukunft des Flughafens und der Region Rhein-Main. Am 1. Januar 2000 legte die Mediationsgruppe einen Abschlußbericht vor. Nach Beendigung des Mediationsverfahrens wird der Dialog zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen in einem Regionalen Dialogforum fortgeführt. In dem Projekt wurden die Erfahrungen der involvierten Akteure mit den beiden Verfahren untersucht. Auftraggeber dieses Projektes war das Institut für Organisationskommunikation (IFOK) in Bensheim, das an der Mediation in beratender Funktion beteiligt war.