Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

"Das Klingsor-Paradox"

ZiF-Autorenlesung mit Jorge Volpi

Datum: 9. Dezember 2004, 18.30 Uhr

Die ZiF-Autorenlesung ist ein neues Format in der Serie von kulturellen und öffentlichen Aktivitäten des ZiF, insbesondere den ZiF: Kunstausstellungen und den ZiF-Public Lectures. Eingebettet in einen wissenschaftlichen Kontext werden nationale und internationale Autorinnen und Autoren eingeladen, aus ihrem Werk zu lesen. Am 9.Dezember 2004 wurde diese Reihe mit dem mexikanischen Schriftsteller Jorge Volpi eröffnet.
Die Lesung, in spanischer Sprache gehalten und simultan auf Deutsch übersetzt, wurde von dem Pianisten Markus Schwartze und dem Saxophonisten Andreas Menzel musikalisch begleitet. Die rund 120 Gäste konnten im Anschluss noch die Foto-Austellung Oaxaca der mexikanischen Künstlerin Sandra Garfias im ZiF besichtigen.

Jorge Volpi wurde 1968 in Mexiko-Stadt geboren. Studium der Rechts- und Literaturwissenschaften an der Universidad Nacional Autónoma de México und Promotion in spanischer Philologie an der Universität von Salamanca in Spanien. Tätigkeit als Rechtsanwalt und Sekretär der Generalstaatsanwaltschaft. Von 2001 bis 2004 Kulturattaché Mexikos in Paris.
Seit 1994 widmet sich Jorge Volpi hauptberuflich der Schriftstellerei. 1994 gründete er zusammen mit anderen jungen mexikanischen Autoren die Gruppe Crack. Die Bewegung wendet sich gegen den US-amerikanischen Neorealismus und will mit ihren Werken zu den literarischen Wurzeln der lateinamerikanischen Autoren des magischen Realismus zurückkehren.
Für sein Buch Das Klingsor-Paradox erhielt Jorge Volpi 1999 den renommierten spanischen Literaturpreis Premio Biblioteca Breve. Dieser Roman ist, so Volpi, "zugleich Wissenschaftskrimi und Geschichte der Quantenphysik, ein Thriller, der im Nazideutschland spielt, und eine Geschichte über den Zufall im 20. Jahrhundert, ein metaphysisches Spiel mit dem Leser und ein Roman über die Verwandlung der Wahrheit in einer Zeit von Verrat und Ungewißheit." Und für Jury-Mitglied Guillermo Cabrera Infante ist das Werk "ein meisterhaftes Beispiel der Kunst, die ich 'Wissenschaftsfusion' nennen will. Die Verschmelzung der Wissenschaft mit Geschichte, Politik und Literatur zur Bildung dessen, was wir als Kultur bezeichnen. Dies ist ein deutscher Roman, verfaßt in spanischer Sprache".



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