Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Artist in Residence

Aufenthalt: Oktober - Dezember 2015 / April 2016

Künstlerin: Karina Smigla-Bobinski (München/Berlin)


19. Juli 2016, 18:00
Künstlergespräch mit Karina Smigla-Bobinski

Wissenschaft und Kunst sind Systeme der Erkenntnis über die wesentlichen Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, der Gesellschaft und des Denkens, die zu Aussagen, Theorien und Hypothesen verdichtet werden, die sich jedoch mit unterschiedlichem Fokus und unterschiedlicher Form demonstrieren. Eigentlich stellen beide Disziplinen die gleichen Fragen, sie haben nur unterschiedliche Perspektiven darauf. Beide Seiten sind neugierig und kreativ. Von diesem Standpunkt aus sehe ich Künstler als Forscher und Wissenschaftler als kreative Köpfe.

Wir alle versuchen zu verstehen, was außerhalb der Black Box des Körpers geschieht. Manchmal setzen wir den Blick nach außen und positionieren uns in Bezug zu den anderen. Ein anderes Mal richten wir den Blick nach innen und untersuchen unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein. Darauf basierend mache ich Kunst, um mit anderen darüber in einen Dialog zu treten, wo der Informationsfluss nicht nur in eine Richtung (Künstler > Werk > Betrachter) passiert, sondern, dank der interaktiven Art meiner Werke, sich gegenseitig beeinflusst (Künstler <> Werk <> Betrachter) und sogar etwas Neues daraus entstehen lässt. Daher sind meine Kunstwerke materialisierte Stationen / Ergebnisse meiner Gedanken und Bestandsaufnahmen meiner Interaktionen.

Meine Zeit im ZiF werde ich deswegen nicht mit einem fertigen Konzept antreten, sondern die Idee erst im Austausch und Dialog mit den beiden Forschungsgruppen entstehen und sich entwickeln lassen. Mein Kopf ist voller Ideen, die nur darauf warten, weiterentwickelt und realisiert zu werden. Besonders im Fokus meines Interesses wird der Aspekt des Kopierens stehen, der für beide ZiF-Forschungsgruppen relevant ist und auch bereits in meinen Arbeiten – ALIAS, JOSS, ADA, SIMULACRA oder der gerade entstandenen Game-Installation The Brain Game – aus unterschiedlichen Perspektiven thematisiert wurde.

Im Juli habe ich bereits Dr. Eberhard Ortland aus der Forschungsgruppe ›Ethik des Kopierens‹ und Dr. Jonas Rees aus der Forschungsgruppe ›Genetische und soziale Ursachen von Lebenschancen‹ besucht und bin richtig begeistert, wie unproblematisch, spannend, informativ unser Gespräch verlaufen ist! Ich kann es schon kaum erwarten, endlich loszulegen!

Weitere Informationen: http://www.smigla-bobinski.com


Mit dem Artist in Residence-Programm will das ZiF den Austausch von Wissenschaftlern und Künstlern befördern und hofft auf gegenseitige produktive Irritation.



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