Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Regionalgeschichte in Europa

Gemeinsame Probleme, interdisziplinäre Ansätze, nationale Traditionen

Termin: 20. - 21. Februar
Leitung: Stefan Brakensiek und Axel Flügel (beide Bielefeld)

Innerhalb der Geschichtswissenschaft hat sich die regionalgeschichtliche Forschung in den letzten zwanzig Jahren als lebendiges und vielgestaltiges Arbeitsfeld etabliert. Die Unterscheidung zwischen einer nationalen, einer regionalen und einer lokalen Ebene der Betrachtung gesellschaftlicher Zustände und Prozesse ist seitdem weitverbreitet und geläufig. Der Vielzahl regionaler Studien steht allerdings eine Heterogenität der methodischen Ansätze und ein Mangel an konzeptueller Reflexion gegenüber. Erstes Ziel der in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Institut für Regionalgeschichte in Münster durchgeführten Tagung war daher, eine Bestandsaufnahme der aktuellen Forschung zu präsentieren. Außerdem sollte im europäischen Vergleich ermittelt werden, welche Disziplinen besondere Relevanz in der historischen Forschung besitzen. Schließlich widmete sich die Sektion Regionalgeschichte und Öffentlichkeit der Frage nach der Außenwirkung regionalgeschichtlicher Geschichtsschreibung. In der Debatte schälten sich vor allem zwei Modelle der Regionalgeschichte heraus: einerseits solche, die einen pragmatischen Regionbegriff verwenden und Regionalgeschichte vor allem als Methode begreifen, und andererseits Ansätze, die auf Regionen als empirischen Gegenstand zielen. In vergleichender Hinsicht zeigte sich, daß in der außerdeutschen Forschung die Orientierung sowohl an der soziologischen als auch an der wirtschaftswissenschaftlichen Handlungstheorie deutlich größeres Gewicht als in der Bundesrepublik besitzt.

Teilnehmende
Angiolina Arru (Roma), Joachim Bahlcke (Leipzig), François Hendricks (Nijmegen), Jochen Hoock (Paris), Patricia Hudson (Liverpool), Anja Huovinen (Basel), Wolfgang Kaiser (Weil am Rhein), Steve A. King (Oxford), Carola Lipp (Göttingen), Marco Meriggi (Milano), Dorothee Rippmann (Liestal), Albert Schnyder (Liestal), Andreas Suter (Zürich), Karl Teppe (Münster), Werner Troßbach (Witzenhausen), Andràs Vàri (Budapest)



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