Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Rationale Umweltpolitik – Rationales Umweltrecht

Konzepte, Kriterien und Grenzen rationaler Steuerung im Umweltschutz

Termin: 14. - 15. Mai
Leitung: Dr. Erik Gawel (Köln) und Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolff (Bielefeld)

Die Diskussion um das deutsche Umweltrecht wird zunehmend durch die Forderung nach mehr ökonomischer Rationalität, d. h. nach mehr Effizienz bestimmt. Ziel der Tagung, die im Vorlauf zur Forschungsgruppe Rationale Umweltpolitik – Rationales Umweltrecht stattfand, war daher zunächst die interdisziplinäre Verständigung über die Bedeutung(en) und Implikationen von Effizienz als spezifisch ökonomisches Rationalitätskriterium und die Klärung, in welchem Verhältnis die Forderung ökonomischer Effizienz der Umweltpolitik zu möglicherweise konkurrierenden Anforderungen an die Umweltpolitik – etwa den Postulaten ethischer, politischer oder juristischer Rationalität – steht. Die Konfrontation der Rationalitätskonzepte unterschiedlicher Fachdisziplinen erwies sich dabei zunächst insofern als lehrreich, als dabei disziplinenspezifische Mißverständnisse – so z. B. Mißverständnisse hinsichtlich der Bedeutung und der normativen Implikationen der Pareto-Optimalität als Kriterium ökonomischer Effizienz – ausgeräumt werden konnten. Die Identifikationen von ökonomischer Rationalität im Sinne dieses Kriteriums mit Rationalität überhaupt erwies sich als auch bereits innerhalb der Ökonomie umstritten. Das scheinbare Paradoxon einer Mehrheit konkurrierender disziplinenspezifischer Rationalitäten konnte plausibel auf diszplinenspezifische Unterschiede hinsichtlich der Art und des Umfangs der in den normativen Rationalitätsempfehlungen der jeweiligen Disziplin zu berücksichtigenden Restriktionen zurückgeführt werden. Die vor allem zwischen Ökonomen, Politikwissenschaftlern und Juristen z. T. in Gestalt von Spiegelreferaten geführten Diskussionen verschiedener begrifflicher und instrumenteller Einzelfragen haben deutlich gemacht, daß das in bezug auf umweltpolitische Fragen traditionell eher spannungsgeladene Verhältnis zwischen diesen Disziplinen sich in eine außerordentlich produktive, auf der Basis der erforderlichen Differenzierungen auch konsensträchtige Zusammenarbeit überführen läßt. Erträge und Verlauf der Tagung berechtigen deshalb zu der Hoffnung, daß auf der Grundlage der erreichten begrifflichen und inhaltlichen Vorklärungen die Arbeit der geplanten Forschungsgruppe für die Beteiligten spannend und lehrreich und für die Wissenschaft und die praktische Umweltpolitik ertragreich sein wird.

Die Tagung wurde besprochen in:
Jörn Kanning: Rationale Umweltpolitik - Rationales Umweltrecht. Konzepte, Kriterien und Grenzen rationaler Steuerung im Umweltschutz (Tagungsbericht), in: Zeitschrift für Umweltrecht (ZUR) 10. Jg. (1998), S. 321 - 325.
Lutz Meinken: Rationale Umweltpolitik - Rationales Umweltrecht. Konzepte, Kriterien und Grenzen rationaler Steuerung im Umweltschutz (Tagungsbericht), in: Natur und Recht (NuR) 20. Jg. (1998), S. 592 - 595.

TeilnehmerInnen
Holger Bonus (Münster), Gabriele Britz (Frankfurt am Main), Benjamin Davy (Dortmund), Astrid Epiney (Fribourg), Dieter Ewringmann (Köln), Siegfried F. Franke (Stuttgart), Martin Führ (Darmstadt), Piet Gilhuis (Tilburg), Bernd Hansjürgens (Marburg), Jörn Kanning (Bielefeld), Gebhard Kirchgässner (St. Gallen), Peter Knoepfel (Lausanne), Wolfgang Köck (Bremen), Yoshiki Kurumisawa (Tokyo), Heinrich Frh. von Lersner (Berlin), Weyma Lübbe (Berlin), Lutz Meinken (Bielefeld), Klaus Meßerschmidt (Dresden), Edda Müller (Wuppertal), Hans G. Nutzinger (Kassel), Ute Sacksofsky (Frankfurt am Main), Fritz Söllner (Ilmenau), Helmut Voelzkow (Köln), Hannelore Weck-Hannemann (Innsbruck), Gerd Winter (Bremen)



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