
Gegenstand der Arbeitsgemeinschaft war die Untersuchung des in der Netzwerkforschung bislang noch nicht systematisch erforschten Zusammenhangs zwischen sozialen und sprachlichen Netzwerken und ihrer Dynamiken. Medien- und Informationswissenschaftler, Netzwerkforscher aus Informatik, Texttechnologie und Physik, Soziologen und Linguisten diskutierten die Möglichkeiten und Interessensüberschneidungen ihrer Forschungen zu komplexen Mehrebenen-Netzwerken an empirischen Beispielen insbesondere aus dem Bereich des Web 2.0, aber auch an historischen Dokumentenkorpora, an Rezeptions-Netzwerken aus Kunstwissenschaft und Literaturwissenschaft. Im Zentrum der ausgesprochen intensiv und in großer interdisziplinärer Offenheit geführten Diskussionen standen insbesondere methodische Fragen zur Bestimmung und Abgrenzung sozialer, kommunikativer und sprachlicher Netzwerke, zum Netzwerkbegriff selbst, zur Datenbasis bzw. den heranzuziehenden relevanten Analyse-Einheiten und zu Fragen der Visualisierung und Vermittlung der Analyseergebnisse. Als Resultat ergab sich ein hochinteressantes und für alle beteiligten Disziplinen innovatives gemeinsames Untersuchungsfeld zur Typik und Evolution von Netzwerken im sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich, wobei gerade die neuen Kommunikationsformen des Web 2.0 als besonders fruchtbares Untersuchungsgebiet erscheinen hinsichtlich ihrer sehr dynamischen Formen von Partizipation und ihrer enorm schnellen Ausdifferenzierung vielfältiger kommunikativer Netzwerke. Zahlreiche Gespräche zwischen Vertretern unterschiedlicher Disziplinen und Methoden ergaben interessante Perspektiven auf künftige gemeinsame Projekte. Ein weiteres sehr erfreuliches Ergebnis der Tagung war ein hohes gegenseitiges Interesse qualitativ und quantitativ arbeitender Forscher, wodurch die Bedeutung und Chancen einer künftigen engeren Zusammenarbeit deutlich wurden. Die Tagungsteilnehmer waren sich abschließend einig, dass die Ergebnisse der Tagung in einer gemeinsamen Publikation versammelt werden sollen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Steffen Albrecht (Dresden), Michael Beißwenger (Dortmund), Philippe Blanchard (Bielefeld), Hans-Jürgen Bucher (Trier), Sascha Diwersy (Köln), Claudia Fraas (Chemnitz), Roman Halfmann (Lublin), Rainer Hammwöhner (Regensburg), Gerhard Heyer (Leipzig), Michael Jäckel (Trier), David Krieger (Luzern), Rainer Kuhlen (Konstanz), Henning Lobin (Gießen), Thomas Malsch (Hamburg), Maximilian Schich (Boston, MA), Volker Schütte (Bonn), Christian Stegbauer (Frankfurt am Main), Angelika Storrer (Dortmund), Doris Tophinke (Paderborn), Benno Wagner (Siegen), Josef Wehner (Bielefeld)
Weitere Informationen zum Programm des Workshops finden Sie unter dem Tagungsprogramm