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Communicating Disaster

ZiF: Forschungsgruppe 2010/2011

Leitung: Prof. Dr. Jörg Bergmann (Bielefeld), Prof. Dr. Heike Egner (Klagenfurt),
Prof. Dr. Volker Wulf (Siegen)

Teilnehmer

Was eine Katastrophe ist, steht für diejenigen, die sie als Betroffene oder Zeugen erleben, außer Frage. Auch in der wissenschaftlichen Diskussion werden Katastrophen in der Regel als klar umrissene Entitäten konzipiert, die ihre Ursachen und Folgen haben. Was in dieser Perspektive allerdings nur schwer in den Blick gerät, ist zum einen die iterative Qualität von Katastrophenereignissen, und zum anderen die soziale Verfasstheit von Katastrophen, die als solche immer erst durch Menschen gedeutet und durch kommunikative Praktiken zu einer intersubjektiven Realität gemacht werden müssen.

In der Forschungsgruppe, die VertreterInnen der Sozial-, Geistes- und Naturwissenschaften sowie der Informatik versammelte, wurde diese dynamische und diskursive Qualität von Katastrophen durch die Bündelung verschiedener disziplinärer Zugänge in den Blick genommen. Der konzeptionelle Zugang über die kommunikativen Prozesse, die Katastrophen rahmen, begleiten oder auch erst konstitutieren, wurde ergänzt durch die heuristischen Begriffe Raum und Zeit, welche Unterscheidungen zwischen Katastrophe und Nicht-Katastrophe bereitstellen. Theoretisch erwiesen sich Beobachtungstheorie und Ethnomethodologie als relevant, methodisch hob sich die Gruppe über diverse vornehmlich qualitative Forschungszugänge ab, die die Eigenlogiken von spezifischen Katastrophen hervorheben und dadurch einer vorzeitigen Theoretisierung und Abstraktion entgegenwirken. Hierbei wurde ein breites Spektrum an Themen behandelt:

Diese Themen wurden in regelmäßigen wöchentlichen Jours Fixes sowie in einer Reihe von Workshops und Tagungen bearbeitet, wobei die Gruppe durchweg von der Spannung zwischen intensiven Fachdiskussionen und interessierten Irritationen durch einander fremde Disziplinen profitierte.

Die Künstlergruppe XPERIMENT! begleitete das Forschungsjahr mit einem Projekt zur Notbevorratung, was die Auseinandersetzung mit Katastrophenereignissen für die beteiligten WissenschaftlerInnen neu kontextualisierte und interessante Diskussionsanregungen bot.



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