ZiF-Kopfgrafik
 
 

ZiF-Forschungsgruppe

Wettbewerb und Prioritätskontrolle in Geist und Gehirn: Neue Perspektiven aus der Forschung zu Aufmerksamkeit und Sehen

2012/2013

Leitung: Werner Schneider (Bielefeld), Wolfgang Einhäuser-Treyer (Marburg)

Die Forschung an Gehirn und Geist hat in der Vergangenheit stark von einer konzeptionellen Trennung in einzelne funktionelle Bereiche, wie zum Beispiel Wahrnehmung, Gedächtnis oder Handlung, profitiert. Neuere Forschungsergebnisse weisen allerdings nachdrücklich auf die zentrale Bedeutung einer integrativen Betrachtung hin und unterstreichen somit die Notwendigkeit, gemeinsame Prinzipien zu identifizieren, welche die verschiedenen Bereiche in einer gemeinsamen Sichtweise von Gehirn und Geist vereinen. Die zentrale Arbeitshypothese der ZiF Forschungsgruppe lautet, dass den verschiedenen funktionellen Bereichen von Gehirn und Geist als zentrale gemeinsame Kernmerkmale Wettstreit (competition) und Prioritätskonrolle (priority control) gemeinsam sind.. Wir konnten mehr als 20 international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen (Biologie, Informatik, Linguistik, Medizin, Physik und Psychologie) und Ländern (USA, Großbritannien, Deutschland, Kanada, Israel, u.a.) als Fellows für die Forschergruppe gewinnen. Ein Hauptziel der Forschungsgruppe wird es sein, die Expertise der Fellows in den Bereichen Wahrnehmung, Gedächtnis und Handlung zu einer Suche nach den gemeinsamen Prinzipen für Wettstreit und Prioritätskontrolle zusammenzuführen – Prinzipien auf dem Niveau von übergreifenden Rahmenvorstellungen, Theorien und computationalen Modellen. Diese Prinzipien, welche aus vier Perspektiven – Sehen, Aufgabe, reale Welt und Prioritätskarten – bearbeitet werden sollen, sollen nicht nur die vorgenannten Bereiche umfassen, sondern auch für andere Bereiche, die ebenfalls durch Prioritätskontrolle und Wettstreit gekennzeichnet sind, offen sein. Erfolg in der Suche nach integrierenden Prinzipien für Wettstreit und Prioritätskontrolle wird nicht nur die Grundlagenforschung über Geist und Gehirn deutlich voranbringen, sondern könnte auch die Entwicklung intelligenter autonomer Systeme für realistische Szenarien sowie die Diagnose und Behandlung neurologischer Patienten, die häufig unter gleichzeitiger Störung von Wahrnehmung, Gedächtnis und Handlung leiden, unterstützen.

Die Forschungsgruppe in der Presse



ZiF - Zentrum für interdisziplinäre Forschung - Startseite > ZiF-Forschungsgruppen > Competition and priority control in mind & brain: new perspectives from task-driven vision >