Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Transnationalisierung und Entwicklung(en): Neue Forschungskonzepte

ZiF: Kooperationsgruppe 2008/2009

Laufzeit: 1. Oktober 2008 - 28. Februar 2009
Leitung: Thomas Faist (Bielefeld)


ZiF:Kooperationsgruppe Oktober 2008 - Februar 2009

Gruppenfoto

Das zentrale Puzzle, an dem die Arbeit der Kooperationsgruppe ansetzt, ist folgendes: Auf der einen Seite werden in den öffentlichen und akademischen Diskussionen zur gegenseitigen Bedingtheit von Migration und Entwicklung, dem sog. Migrations-Development-Nexus, überwiegend uni-direktionale Flüsse, sprich Ressourcentransfers vom 'Norden' in den 'Süden' behandelt. Diese Transfers umfassen finanzielle Überweisungen, Humankapital, Wissen und so genannte soziale Überweisungen, wie zum Beispiel den Export von Demokratie und und Menschenrechten. Wie schon die früheren Debatten zum Migrations-Entwicklungs-Nexus in den 1960er und 1980er Jahren wird die laufende Debatte in Bezug auf Entwicklung und Entwicklungskoooperation formuliert. Auf der anderen Seite legen transnationale Studien nahe, nicht nur von uni-direktionalen Transfers auszugehen, sondern bi- bzw. multidirektionale Flüsse zu analysieren. Es gibt eine kaum wahrgenommene Nachwirkung des Transfers, nämlich den massiven Fluss von Ressourcen von sog. Enwicklungs- und Transformationsländern in die OECD - Länder. Beispiele dafür sind brain drain (Abwanderung von Akademikern), Studiengebühren und finanzielle Überweisungen, wenn zum Beispiel Familien für ihre emigrierten Verwandten aufkommen, um diesen einen legalen Status zu ermöglichen.
Die Kooperationsgruppe nimmt eine transnationale Perspektive ein, um den Charakter der Nord-Süd- bzw. West-Ost-Beziehungen und dem dabei zugrunde liegenden multidirektionalen Charakter adäquat zu erfassen. Zudem sucht ein transnationaler Ansatz die oft parallelen, politischen und doch unterschiedlichen Diskussionen über die Integration von Einwanderern einerseits und Entwicklungszusammenarbeit andererseits zu verbinden.
Dabei wird die Kooperationsgruppe Transnationalisierung und Entwicklung(en): Neue Forschungskonzepte die Arbeit, die beim AG - Treffen des ZiF im Mai und Juni 2007 begann, weiter führen und vertiefen. Die Gruppe spezialisiert sich auf die Emergenz und Konstitution eines neuen Akteurtypus im Entwicklungsdiskurs und der Politik, nämlich grenzüberschreitende Migranten und deren Assoziationen und Netzwerke - oft als 'Diaspora' und 'transnationale Gemeinschaften' bezeichnet. Die Kooperationsgruppe verfolgt das Ziel, über ausgewählte Aspekte in fünf Themenbereichen konkretere Aussagen zu treffen:
(i) ökonomische Prozesse und Arbeitsmarkt, (ii) Politik und öffentliche Ordnung, (iii) Sozialpolitik und Gesundheit, (iv) Citizenship und (v) Konflikt und Konfliktbearbeitung. Die Kooperationsgruppe führt hierbei den interdisziplinären Kurs zwischen Soziologie, Politikwissenschaften, Sozialanthropologie, Geographie und Wirtschaftswissenschaften fort.



Drucken
ZiF - Zentrum für interdisziplinäre Forschung - Startseite > ZiF-Kooperationsgruppen-Liste > ZiF:KG Transnationalisierung und Entwicklung(en) >