Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 

Ist Zivilisation nur Fassade für egoistische Monster?

Antwort eines Primatenforschers

ZiF:Lecture von Frans de Waal
Termin: 9. Dezember 2003, 19.00 Uhr

Frans B.M. de Waal (geb. 1948 in den Niederlanden) studierte Zoologie und Verhaltensforschung an den Universitäten Nijmegen, Groningen und Utrecht. 1977 promovierte er in Biologie an der Universität Utrecht mit einer Dissertation über aggressives Verhalten und Allianzen in einer Gruppe Makaken. 1975 begann er mit einem groß angelegten sechsjährigen Feldversuch an einer Gruppe Schimpansen im Zoo von Arnheim, dessen Ergebnisse durch sein Buch Chimpanzee Politics (1982) weltbekannt wurden.
1981 nahm er eine Forschungsstelle am Wisconsin Regional Primate Research Center in Madison, USA, an. Dort untersuchte er mit Beobachtungen und Experimenten die Versöhnungsstrategien unter Schimpansen. Für die Veröffentlichung seiner Ergebnisse aus 15 Jahren Forschung über Befriedungsstrategien zwischen Affen im Buch Peacemaking among Primates wurde er mit dem Los Angeles Times Book Award ausgezeichnet. Seit Mitte der 80er arbeitet Frans de Waal zudem mit Schimpansen am Yerkes Regional Primate Research Center und ihren engen Verwandten, den Bonobos, im Zoo von San Diego. Seit 1991 ist er an der Emory University in Atlanta, USA und leitet, neben einer Position in der Abteilung für Psychologie, das dortige Yerkes Primatenforschungszentrum.
Seine Forschungsschwerpunkte beinhalten das Verteilen von Nahrung, Konfliktlösungen und die Herausbildung sozialer Ränge innerhalb von Primatengruppen. Seine Forschungsergebnisse nutzt er zudem, um die Grundlagen der Entstehung von Moral und Gerechtigkeit beim Menschen zu beleuchten. Dabei setzt er sich auch mit der weit verbreiteten Gleichsetzung von Darwinismus und Egoismus kritisch auseinander.



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