Zentrum für interdisziplinäre Forschung
 
 
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Öffentliche Veranstaltung am ZiF - Vortrag

Die Schamanentrommel des Himalaya
Morphologie, Mythen und Magie

Termin: 11. Mai 2016, 19:00

Ort: Plenarsaal des ZiF

Michael Oppitz (Zürich, SUI)

Der wichtigste Gegenstand in den Ritualen der Glaubensheiler aus den Bergvölkern des Himalaya ist die Rahmentrommel. Obwohl alle Trommeln zu einem einzigen Grundtyp gehören, gleicht kein Exemplar in seinen Details einem zweiten. Jede Trommel dieser Art religiöser Praxis ist ein Unikat. Gemeinsam mit den verwandten Stücken Nordasiens bilden die Schamanentrommeln der Himalaya-Region in ihrer physischen Gestalt ein transkontinentales Gewebe einander sich abwandelnder Transformationen. Diesen Umwandlungen von Stück zu Stück, von Dorf zu Dorf, von Gegend zu Gegend, von Ethnie zu Ethnie gilt die Forschung von Michael Oppitz.

Um den Geheimnissen der Veränderungen der Schamanentrommel näherzukommen, griff Oppitz die mythischen Erzählungen auf, welche die Herstellung dieses Instrumentes begleiten, und untersucht die Funktionen, die es in den zahlreichen Lokalkulturen der schriftlosen Völker Asiens zu erfüllen hat.

Michael Oppitz (*1942 in Schlesien) studierte Ethnologie, Soziologie und Sinologie in Berkeley, Bonn und Köln. Er war Gast-Professor in New York, Texas und Paris. Von 1991 bis 2008 war er Ordinarius für Ethnologie der Universität Zürich und Direktor des dortigen Völkerkundemuseums. Seit 1965 forscht er in Nepal (Sherpa und Magar), Naxi und Qiang (Yunnan und Sichuan). Er ist Autor zahlreicher Bücher zur Ethnografie des Himalaya, der visuellen Anthropologie sowie der Geschichte der Ethnologie. 2013 erschien sein Buch Morphologie der Schamanentrommel (Edition Voldemeer Zürich).



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