ZiF-Arbeitsgemeinschaft

Asien gestalten. Verbundenheiten - Vergleiche - Kollaborationen

Termin: 6. - 7. Februar 2018
Leitung: Joanna Pfaff-Czarnecka (Bielefeld, GER), Christiane Brosius (Heidelberg, GER)

Asien spielt mehr denn je eine zentrale Rolle in diversen und hochvernetzten Kontexten unserer Welt, sei es in wirtschaftlicher, politischer, kultureller oder auch sozialer Hinsicht. Es erfordert multidisziplinäre und multimethodische Ansätze, um diese Komplexität aus heutiger, aber auch historischer Perspektive zu verstehen - ohne Asien auf eine geographische Entität zu reduzieren. Dieser Anbahnungsworkshop dient der eingehenden Vorbereitung des Projektantrages Shaping Asia: Connectivities, Comparisons, Collaborations. Hiermit soll die Erforschung asiatischer Kulturen und Gesellschaften in den Humanities und Social Sciences in Deutschland, in engem Verbund mit Partnern in Asien gestärkt werden. Methodischer Nationalismus oder Regionalismus wie auch kultureller Relativismus sollen weiter kritisch überdacht und angemessenere Ansätze entwickelt werden. Die eingeladenen Forschenden werden sich intensiv über Forschungsansätze und -strategien auseinandersetzen, die eine synergetische oder komplementäre Herangehensweise an die Frage ermöglichen, wie Asien gestaltet, repräsentiert und legitimiert wurde und wird. Konnektivität, Vergleich und Kollaboration sind dabei die zentralen Formen der Verschränkung der teilnehmenden Fächer. Formate der Kollaboration stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie konzeptionelle und methodische Systematik. Ziel der Tagung ist nicht nur die Intensivierung der Asien-Forschung, sondern auch eine Verschränkung und somit komplementäre Stärkung systematischer Disziplinen mit den Kleinen Fächern.

Bis zum Beginn dieses Jahrtausends haben sich Forschung und Praxis nur sehr selten mit Untersuchungen beschäftigt, die asiatischen Kulturen und Gesellschaften aus der Perspektive ihrer Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge zu verstehen versuchten. Transregionale Forschung innerhalb Asiens war eine Ausnahme, erfordert sie doch auch ein grundlegendes Umdenken innerhalb der Disziplinen. Das Motto L'Asie n'existe pas verdeutlichte auch ein asiatisches Selbstverständnis, das vor allem durch Praktiken hervorgerufen wurde, die kulturelle, nationale oder soziale Unterschiede zementierten; dies spiegelt sich in der Forschung wider. Neuere Initiativen, die inter-asiatische Verbindungen und Friktionen ebenso in den Vordergrund stellen wie asiatische Kontaktzonen, etwa nach und in Afrika, sind noch nicht ausreichend sichtbar. Sie leisten aber einen wesentlichen Beitrag zu einem pluralisierten Asien. Die Teilnehmenden des Workshops wollen Asien einerseits als eine wichtige und imaginäre Kategorie wahrnehmen und andererseits ihre mannigfachen Unterteilungen - wie das Wiederaufleben von Nationalismen und ethnischen Neubelebungen innerhalb der sozialen Räume Asiens (einschließlich der asiatischen Diaspora) - vergleichend und in Bezug zueinander zu diskutieren. Der Workshop sondiert aktuelle Entwicklungen in den Regional und Area Studies, die einer kritischen Revision von Konzepten und Methoden dienen.

Tagungsprogramm
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Organisatorische Fragen beantwortet Trixi Valentin im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.


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