Übersicht CoRE Netzwerk


Übersicht

Das Hauptaugenmerk des Connecting Research on Extremism (CoRE) Nordrhein-Westfalen (NRW) Netzwerks liegt besonders auf dem Phänomen des extremistischen Salafismus und der Radikalisierung, aber schließt seit Kurzem auch die Forschung zu anderen Bereichen des politischen Extremismus ein. Etwas genauer heißt das, dieses Netzwerk hat erstens zum Ziel, die bestehende Expertise und Kompetenz aus Wissenschaft und Praxis für NRW nutzbar zu machen. Zweitens geht es darum, Forschungserkenntnisse zusammenzutragen, Wissenslücken zu identifizieren, Forschungsvorhaben anzustoßen und drittens, soll die Theorie-Praxis-Brücke innovativ erschlossen werden, damit alle von den Erkenntnissen innovativ profitieren.

Hierfür werden die Akteure vernetzt, bei denen sich die Wissenschaft, Politik sowie Praxisakteure austauschen. Für diesen Zweck werden die Kompetenzen so kombiniert, dass die Wissenschaft, Politik und der Praxisexperte miteinander agieren und voneinander profitieren. Das Ziel ist es, den Wissenschafts-Praxis-Transfer zu unterstützen und dadurch auch zu bestärken.

Das CoRE Netzwerk wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft in NRW.


Organisation

Im Rahmen von wissenschaftlichen Veranstaltungen wie Workshops oder Konferenzen, die im Austausch stehen und mit Input für den Praxistransfer, der Einrichtung eines Online-Portals und einer wissenschaftlichen Koordinationsstelle als Service angereichert werden, um die Informationsverbreitung anzutreiben. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Fragestellungen inter- und transdisziplinär zu betrachten. Die im Netzwerk vertretenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich auf der Grundlage von verschiedenen methodischen und theoretischen Ansätzen im sozialen Raum, z.B. bei den Spektren von salafistischen Diskursen, vor allem in der Jugendkultur. Die Themen behandeln, unter anderem, die Faktoren für die (Nicht) Radikalisierungen, der Wirksamkeit von Gegennarrativen und den Voraussetzungen zur Entstehung der Frage, wie urbane Räume extremistische Nischen begünstigen können und wie man das verhindern kann.


Themen

I. (Neo-)Salafismus

  • Gewalt und Orientierung im (neo-)salafistischen Extremismus
  • (Neo-)Salafismus: „Virale“ Jugendkultur, Genderspezifische Propaganda, soziale Netzwerke und Räume

 

II. Indikatoren der Radikalisierung und Deradikalisierung in der vergleichenden Extremismusforschung

  • Rollenbilder und Extremismusphänomene im Vergleich: Salafistischer Extremismus, Rechts und Linksextremismus
  • Radikalisierung und Deradikalisierung I: Prävention und Intervention
  • Radikalisierung und Deradikalisierung II: Fluchterfahrung und Migration
  • Radikalisierung und Deradikalisierung III: Die Suche nach Akteuren zur Reintegration

 

III. Narrativen und Gegennarrativen

  • Narrativen und Gegennarrativen in den Medien: Zur Attraktivität des Jihadismus und der Realwelt

 

IV. Radikalisierung, Extremismus und Konflikte

  • Radikalisierungsphänomene als ungelöste Konflikte: Erklärungen und Theorieansätze

 

 

12. Juni Konferenz und der Hintergrund

Die CoRE Konferenz am 12. Juni 2018 befasste sich vor allem mit der den Ausführungen in der komparativen Extremismusforschung. Die Veranstaltung thematisierte Phänomene, Gefahren und Symptome unter der Hauptfragestellung: Wie können Phänomene des salafistischen-, Rechts- und Linksextremismus verglichen werden, um mit übergreifenden Erkenntnissen sowohl neue Kontexte zu erschließen als auch Forschungsdesiderate zu erkennen? Der wachsende Erfolg des Rechtspopulismus, die zunehmende Re-Nationalisierung in Europa, die Reaktionen gegen ein wahrgenommenes ?linksliberales? Establishment und die unvorhersehbaren Anschläge im Allgemeinen stellt auch die Forschung wieder vor neue Fragen. Der Vandalismus beim G20 Treffen in Hamburg oder auch die gesellschaftlichen Konflikte, die Migration aus dem Nahen Osten und Nordafrika haben entstehen lassen, weisen auf Polarisations- und Radikalisierungsphänomene hin, die sich unterscheiden, aber ähnliche Ursachen haben können. Für eine vergleichende Extremismusforschung wird es gerade dann interessant, wenn es beispielsweise um muslimische oder zum Teil islamisierte Bevölkerungsgruppen geht, da sie das Thema Ausländer in Deutschland anspricht. Innerhalb der Forschung zum salafistischen Milieu sind verstärkt Kontroversen entstanden, die sich um die Interaktion von Akteuren, ihrer sozialen Mobilisierung und Gewaltbereitschaft drehen, bei der die Religion verstärkt eine eher untergeordnete Rolle spielt ? neben ihrer Instrumentalisierung äußert sich dieser Erfolg vor allem in der Jugendkultur. Die Konferenz sollte nicht nur diese Phänomene diskutieren, sondern auch die Möglichkeiten einer vergleichenden Extremismusforschung weiter erkunden und Forschungsdesiderate herausstellen. Ein Jahresprogramm für 2018/19 liegt bereits vor.