Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Universität Bielefeld

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)

Die humane Qualität einer Gesellschaft erkennt man nicht an Ethikdebatten in Feuilletons meinungsbildender Printmedien oder in Talkshows, sondern an ihrem Umgang mit schwachen Gruppen. Diese drückt sich in vielerlei Hinsicht aus:

Ein zentrales Motiv steht hinter diesen Erscheinungsweisen, Instrumentalisierungen und Entwicklungen: Das Bestreben, die Ungleichwertigkeit von Gruppen und ihrer Mitglieder aufrechtzuerhalten oder gar auszubauen, um letztlich die Position der eigenen Gruppe abzusichern. Abwertung und Ausgrenzung dienen diesem Ziel. Dazu gehört auch die Auflösung von Grenzen zur Sicherung ihrer physischen und psychischen Integrität, die ihnen ein Leben in Anerkennung und möglichst frei von Angst ermöglichen.

Daher geht es immer wieder um die Frage, wie Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser und ethnischer Herkunft mit ihren verschiedenen Lebensstilen in dieser Gesellschaft leben, Anerkennung erfahren oder aber feindseligen Mentalitäten ausgesetzt sind.

Vor diesem Hintergrund sind für die Bundesrepublik drei zentrale Fragen ständig immer wieder aufs Neue zu klären:

  • In welchem Ausmaß wird die Würde von schwachen Gruppen, d.h. solchen, die über wenig Einfluss und Macht verfügen, durch abwertende, ausgrenzende Einstellungen und diskriminierendes Verhalten anderer Personen angetastet?

  • Wo werden Veränderungen in den Ausmaßen und Zusammenhängen im Zeitverlauf erkennbar?

  • Welche Erklärungen lassen sich dafür finden, dass sich menschenfeindliche Mentalitäten in dieser Gesellschaft hartnäckig halten oder sogar ausbreiten? Hieraus lassen sich dann auch Hinweise für die Intervention und Prävention ableiten.

Das Projekt zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld untersuchte diese Fragen zwischen 2002 bis 2012 über einen Zeitraum von 10 Jahren.

Gesellschaftspolitische Ziele des Projekts

Auf den folgenden Seiten werden das Projekt sowie einige zentrale Ergebnisse der bisherigen Survey-Befragungen vorgestellt. Die Ergebnisse der bisherigen Forschungstätigkeit können hier nur schlaglichtartig beleuchtet werden. Detaillierte Analysen finden sich u.a. in dem jährlich erscheinenden Band "Deutsche Zustände" (Folge 1-10), herausgegeben von Wilhelm Heitmeyer im Suhrkamp Verlag und vielen weiteren Publikationen aus dem Projekt.


-> Deutsche Zustände (PDF) Inhalt Folge 1-10

-> Publikationen (PDF)



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