Angst vor Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Kurzbeschreibung
Über Jugendliche wird in den Medien primär im Zusammenhang mit deren Gewalthandlungen berichtet. Da sich die Jugendgewalt aber hauptsächlich gegen Gleichaltrige richtet, ist davon auszugehen, dass diese öffentliche Berichterstattung die Jugendlichen selbst in starkem Maße verunsichert und sie befürchten lässt, Opfer von physischen Attacken der Gleichaltrigen zu werden. Vor diesem Hintergrund wurde auf der Basis einer standardisierten Befragung bei 2106 Jugendlichen aus dem Landkreis Soest das Ausmaß der Ängste und der Besorgnis junger Menschen, Opfer eine Gewalttat oder anderer krimineller Handlungen zu werden, verglichen mit der Intensität anderer möglicher Ängste, die aus ihrer privaten und beruflichen Lebensführung oder aus gesellschaftspolitisch produzierten Risiken erwachsen.

In diesem Zusammenhang wurden drei zentrale Fragestellungen bearbeitet. Auf der Seite jugendlicher Opfer wurden a) die Hintergründe für das Ausmaß der Kriminalitätsfurcht analysiert. Auf der Grundlage stresstheoretischer Überlegungen wurden b) die Folgen einer Viktimisierung für das emotionale und das somatische Wohlbefinden der Betroffenen untersucht. Auf Seiten jugendlicher Täter wurden c) die biographischen Erfahrungen und die sozialen Lebensbedingungen herausgearbeitet, die maßgeblich sind für das Ausmaß der Gewaltbereitschaft und der tatsächlichen Gewalttätigkeit herausgearbeitet.
Laufzeit
01.05.1999-31.10.2000
Drittmittelprojekt
ja
Projektleitung
Herr apl. Professor Jürgen Mansel
Gefördert durch
Kreispolizeibehörde Soest