Analyse der Reaktion der Polizei auf ethnisch-kulturelle Konflikte

Kurzbeschreibung

Das ethnographisch angelegte Projekt wurde im Jahre 2000 abgeschlossen. Unter Berücksichtigung konflikttheoretischer und sozialökologischer Grundannahmen fragte es danach, inwiefern und inwieweit die polizeiliche Alltagspraxis in benachteiligten, proletarisch bzw. von Gastarbeiternachfahren geprägten Stadtquartieren und in eher bürgerlichen Stadtteilen Duisburgs und Wuppertals differierte. Die Erhebung wurde primär auf der Basis teilnehmender Beobachtungen in der Polizei (vor allem während Streifenfahrten) durchgeführt. Das Umfeld der Polizei (Nachbarschaften und Szenen) wurden ebenfalls teilnehmend beobachtet. Sowohl Polizisten als auch zivile lokale Akteure wurden in Form von biographischen und Experteninterviews befragt. Ein zentrales Ergebnis der Forschungen ist, dass nicht so sehr die formellen polizeilichen Maßnahmen, als vielmehr die informelle Habitusarbeit der Polizisten den lokalen Alltag prägt. Habitusarbeit meint in diesem Zusammenhang die alltägliche Inszenierung und symbolische Reproduktion polizeilicher Machtüberlegenheit zum Zwecke der instrumentellen Handhabung des polizeilichen Gegenübers. Es ist vor allem die Form der Habitusarbbeit, die stark gemäß sozialökologischer Unterschiede differiert.

Die Ergebnisse des Projekts hat Jörg Hüttermann seit dem Jahr 2000 in den nachstehend aufgeführten Artikeln veröffentlicht:

Hüttermann, Jörg: (2004) Korporative Polizei, Symbolische Polizei und Street Corner-Polizei: Fallgestützte Hinweise auf die Funktionalität polizeilicher Habitusarbeit. S. 225-251 in: Althoff, Martina/ Becker, Peter/ Löschper, Gabriele/ Stehr, Johannes (Hrsg.): Zwischen Anomie und Inszenierung. Baden-Baden: Nomos.

Hüttermann, Jörg: (2003) Policing an Ethnically Divided Neighborhood in Germany: Day-to-Day Strategies and Habitus. in: Policing and Society 13, S. 381-397.

Hüttermann, Jörg: (2000) Polizeialltag und Habitus: Eine sozialökologische Fallstudie In: Soziale Welt 51, S. 7-24.

Hüttermann, Jörg: (2000) Polizeiliche Alltagspraxis im Spannungsfeld von Etablierten und Außenseitern. S. 497-555 in: Heitmeyer, Wilhelm/Anhut, Reimund (Hrsg.): Bedrohte Stadtgesellschaften. Weinheim/München: Juventa.
Laufzeit
01.05.1996-30.05.1999
Drittmittelprojekt
ja
Projektleitung
Herr Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer
ProjektmitarbeiterInnen
Herr Dr. Jörg Hüttermann
Beteiligte Einrichtungen
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Gefördert durch
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, NRW