Serientäter im Jugendalter. Soziale Hintergründe wiederholter Gewalttätigkeit. Verlaufsperspektiven.

Kurzbeschreibung
Ein kleiner Anteil von Jugendlichen ist für etwa die Hälfte der strafrechtlich relevan­ten Handlungen insgesamt und für drei Viertel der schweren Gewaltdelikte verantwortlich, die von Jugendlichen ausgeführt bzw. den Jugendlichen von Seiten der staatlichen Kontrollorgane zur Last gelegt werden. Die hier als Serientäter bezeichnete Personen­gruppe steht im Fokus des beantragten Projekts. Von der Untersuchungsanlage der Studie ist es möglich einen Vergleich zu Ende der 1980er und Mitte der 1990er Jahre durchgeführten Untersuchungen zu ziehen und damit die Entwicklung des Anteils der Einmal-, Mehrfach- und Serientäter im Jugendalter über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren nachzuvollziehen. Auf der Basis eines sozial- und jugendtheoretischen Ansatzes und einer Kombination von qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden wird den Hintergründen nachgegangen, warum Jugendliche über einen längeren Zeitraum wie­derholt auch schwere Gewalttaten begehen, Gelegenheiten aufsuchen und Situationen herstellen, um kriminelle Handlungen zu begehen. Seitens der Forschung ist dabei bislang insbesondere ungeklärt, wann es zur Ausbildung "krimineller Karrieren" kommt und wann nicht und ob diejenigen Bedingungen, die bei durchschnittlich delinquenzbelasteten Jugendlichen bislang zur Erklärung von Persistenz oder Nicht-Persistenz herangezogen wurden, auch für jugendliche Serientäter ausschlaggebend sind. Leitende Annahme dabei ist, dass Prozesse von Desintegration und verweigerter Individuation, Anerkennungs­defizite der Betroffenen und Kontrollverluste seitens der Sozialisationsinstan­zen sowie semiformeller Kontrollorgane den entscheidenden Hintergrund darstellen.
Laufzeit
01.01.2011 - 31.12 2013
Drittmittelprojekt
ja
Gefördert durch
DFG
Projektleitung
Herr Prof. Dr. W. Heitmeyer
Herr Dr. Reimund Anhut