Stadtgesellschaften im Umgang mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit

Kurzbeschreibung
Gegenstand des Projektes ist der Umgang von Kommunen mit rechtsextremistischer Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Wir betrachten solche Erscheinungen nicht als ein reines Jugendproblem, sondern als ein Problem der gesamten Stadtgesellschaft. Ein zentrales Thema ist deshalb, wie wichtige Akteure - seien es Stadtparlament, Polizei, Jugendämter, Schulen, Kulturämter und andere staatliche und nicht-staatliche Institutionen wie z.B. Kirchen oder Bürgerrechtsgruppen - mit Problemen der Gewalt und der Fremdenfeindlichkeit umgehen und wie sie miteinander kooperieren. Um ein umfassendes und neutrales Bild dieses Kooperationsnetzes zu erhalten, wurden in den Jahren 2000 und 2001 in den beiden beteiligten Städten insgesamt 145 Gruppendiskussionen, teilnehmende Beobachtungen, Interviews und Informationsgespräche mit Sozialarbeitern, Lehrern, Schülern, Opfern, Polizei- und Justizbeamten, Kommunalpolitikern, Mitarbeitern von Stadtverwaltungen und Jugendämtern, Journalisten, Kirchenvertretern und engagierten Bürgern durchgeführt. Die methodische Umsetzung erfolgte mit Hilfe qualitativer Methoden zur Analyse der Handlungsweisen, Handlungslogiken und Interaktionsmuster der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure. Als Forschungsstrategie diente die "Grounded Theory". Methodische Neuentwicklungen wie die Identifikation und Darstellung kommunaler Kooperationsnetzwerke auf der Grundlage von qualitativen Daten dürften für die zukünftige Forschung in diesem Themenbereich von erheblichem Interesse sein. Die Ergebnisse zeigen beispielhaft, welche Ressourcen und Engagementpotenziale in Städten prinzipiell vorhanden sind und unter welchen Bedingungen es gelingt, diese Potenziale optimal zu nutzen.
Laufzeit
01.12.1999-30.11.2002
Drittmittelprojekt
ja
Projektleitung
Herr Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer
ProjektmitarbeiterInnen
Frau Dipl.-Soz. Jana Klemm
Herr Dr. Rainer Strobl
Würtz, Stefanie
Beteiligte Einrichtungen
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Gefördert durch
Volkswagen Stiftung