Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft: 				Untersuchung des Wissensaustausches zwischen Wissenschaftlern 				und zivilgesellschaftlichen sowie staatlichen Akteuren

Kurzbeschreibung
Wissenschaftliche Analysen werden durchgeführt und in der Regel im Wissenschaftssystem publiziert. Gleichwohl gibt es Projekte im Wissenschaftsbereich, die neben der wissenschaftlichen Zielsetzung auch Interventionsziele verfolgen, d.h. deren Ergebnisse direkt handlungsrelevant gemacht werden sollen. In dem hier dokumentierten Forschungsprojekt "Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft" (kurz: WÖG) werden die dazu notwendigen Prozesse des Wissensaustausches untersucht, in dem in ausgewählten Sozialräumen lokalspezifische wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch verbunden werden mit den Interaktionsprozessen lokal relevanter zivilgesellschaftlicher und politischer Akteure. Dies soll in dem seit 2008 laufenden Modellprojekt "Sozialraumanalysen zum Zusammenleben vor Ort" über die Überführung der wissenschaftlichen Ergebnisse in die je besondere lokale Sprache gelingen. In enger Zusammenarbeit der genannten Akteure sollen die Erkenntnisse der Modellstudie dabei so auf die öffentliche Agenda in den jeweiligen Städten und Gemeinden gehoben werden, dass unter Einbeziehung einer möglichst breiten Bürgerschaft "selbstreflexive" öffentliche Debatten und Aktivitäten im Hinblick auf die Frage der (demokratischen) Qualität des Zusammenlebens vor Ort initiiert werden, die optimalerweise zu einer langfristigen Verbesserung des sozialen Klimas führen.
Das Erkenntnisinteresse des Projekts WÖG zielt dabei in erster Linie auf die Prozesse und Etappen der Übersetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in die Sprache einer lokalen Öffentlichkeit. Dabei soll insbesondere untersucht werden, inwieweit einerseits wissenschaftliches Wissen über einen derartig organisierten Austausch schließlich tatsächlich in breite Teile der Gesellschaft überführt werden kann und wie andererseits öffentliche Diskurse möglicherweise auf bestimmte Problemdefinitionen in der Wissenschaft zurückwirken. Besondere Beachtung findet dabei auch die Rolle der Medien. Zudem soll der mittelfristige Ertrag betrachtet werden, der sich für die primär involvierten Akteure/Akteursgruppen aus einer derartigen Zusammenarbeit für das zukünftige Arbeiten ergeben kann.
Laufzeit
01.09.2009-31.08.2012
Drittmittelprojekt
ja
Projektleitung
Herr Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer
ProjektmitarbeiterInnen
Herr Dipl.-Pol. Dierk Borstel
Herr Dipl. Soz. Denis van de Wetering
Beteiligte Einrichtungen
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Gefördert durch
Volkswagen Stiftung