Salafismus in urbanen Kontexten: Eine Fallstudie zur stadtgesellschaftlichen Integration salafistischer Gruppen in Nordrhein-Westfalen

Kurzbeschreibung

Das Projekt erforscht, inwiefern und in welcher Form salafistische Gruppen hierzulande in urbane Sozialräume bzw. in die Stadtgesellschaft integriert sind. Es ist als eine explorative Fallstudie konzipiert, die sich in die Tradition der urbanen Ethnographie der Chicago School einreiht und zudem islamwissenschaftliche Aspekte berücksichtigt. Als Forschungsansatz dient die Verknüpfung der klassischen interaktionistischen Soziologie mit der Figurationssoziologie und dem interdisziplinären Ansatz der Symbolic Boundary Research.

Die ethnographischen Feldforschungen sollen in nordrhein-westfälischen Städten durchgeführt werden, in denen unterschiedliche salafistische Gruppierungen zum Teil schon länger präsent sind. Diese interagieren in einem genauer zu erforschenden Maße mit weiteren muslimischen und nicht-muslimischen Akteuren der Stadtgesellschaft. Das besondere Augenmerk der Datenerhebung und -analyse gilt Alltagsinteraktionen und Konflikten an den lebensweltlichen Grenzen und Grenzübergängen, die zwischen salafistischen Gruppierungen und anderen Akteuren der Stadtgesellschaft verlaufen. Im Lichte dessen werden die eingelebten Intergruppengrenzen, ihre Veränderungen, Verschiebungen, Öffnungen und Schließungen im Sozialraum sichtbar gemacht. Dabei wird auch rekonstruiert, wie die verschiedenen salafistischen Gruppen in den jeweiligen Sozialraum eingebettet sind, und ob bzw. wie sie sich zusammen mit der sich wandelnden Stadtgesellschaft entwickeln.

Als Erhebungsmethoden dienen teilnehmende Beobachtungen, Experteninterviews, narrativ-biographische Interviews, Gruppeninterviews und problemzentrierte Interviews.

Laufzeit
09/2017-08/2020

Projektleitung
Prof. Dr. Andreas Zick

Projektmitarbeiter
Johannes Ebner M.A.
Dipl.-Soz. Kamal El Guennouni

Förderung
Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW