Konflikte um religiöse Symbole: Moscheebau und Muezzinruf in deutschen Städten

Kurzbeschreibung
Das explorativ angelegte Projekt wurde 2002 abgeschlossen. Unter Berücksichtigung konflikttheoretischer Grundannahmen fragte es nach solchen Faktoren, die dem Konflikt in seiner Verlaufsrichtung (integrativ oder desintegrativ) beeinflussten. Die Erhebung wurde primär auf der Basis ethnographischer Feldforschungen durchgeführt:

1.In Halle/Westfalen, in einem bürgerlichen Nachbarschaftskontext, wurde ein laufender (inzwischen abgeschlossener) Konflikt um den Bau eines Minaretts erforscht.
2.In Duisburg-Marxloh, in einem eher proletarischen Milieu, wurden Feldforschungen wieder aufgenommen, die bereits zwischen 1997 bis 1999 durchgeführt wurden, um den Nicht-Konflikt um den geplanten (und inzwischen realisierten) Bau einer großen repräsentativen Moschee zu durchleuchten.

Zentraler Befund ist, dass betreffende Konflikte sich aus dem mit der so genannten Gastarbeiterzuwanderung einsetzenden Wandel der Interaktion von Ältereingesessenen und Zuwanderern herausentwickeln. Nicht kulturelle, sondern soziologische Faktoren, nicht Mentalitäten, sondern lokal und global gefärbte Soziologiken bestimmen maßgeblich den Konflikt um islamische Symbole. Die Ergebnisse hat Jörg Hüttermann seit 2003 in diversen Artikeln und auch in einer Monographie (2006) verÃffentlicht.
Laufzeit
01.11.2000-30.10.2002
Drittmittelprojekt
ja
Projektleitung
Herr Dr. Heiner Bielefeldt
Herr Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer
Herr Dr. Jörg Hüttermann
Beteiligte Einrichtungen
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Gefördert durch
Deutsche Forschungsgemeinschaft