2000 - 2002

Die Feierlichkeiten zur Jahrtausendwende waren kaum vorbei, als die Universität Bielefeld im Hochschulreformprozess, der in immer kürzeren Abständen die Hochschullandschaft veränderte, wieder gefordert war. Die Umsetzung des neuen Landeshochschulgesetzes vom März 2000 machte eine neue Grundordnung an der Universität erforderlich. Ohne die mitunter heftigen und endlos erscheinenden Auseinandersetzungen der Grundordnungsdebatten der 70er und 80er Jahre wurde schließlich Anfang 2003 die neue Grundordnung verabschiedet.

Der "Qualitätspakt" zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und seinen Hochschulen leitete eine erneut grundlegende Reform des nordrhein-westfälischen Hochschulwesens ein. Es zeigte sich, dass die Bielefelder Universität durch eine vorausschauende Politik der Gremien und Einrichtungen den Herausforderungen des neuen Jahrtausends durchaus gewachsen war. Die Fakultät für Theologie, Geographie, Kunst und Musik, die der Universität im Zuge der Integration der Pädagogischen Hochschule zugewachsen war, wurde in Folge des Qualitätspaktes zum Wintersemester 2002/03 aufgelöst, die Fächer in verwandte Fakultäten integriert.

Gleichzeitig startete der "Modellversuch konsekutive Lehrerbildung", für den die Universität Bielefeld gegen Konkurrenz im Lande den Zuschlag erhielt und der die Studienstruktur tiefgreifend verändert. Das in diesem Zusammenhang konzipierte "Bielefelder Modell" wurde komplett auf die Magisterstudiengänge übertragen, so dass der Modellversuch den Rahmen der Lehrerbildung hinter sich gelassen hat und mitsamt der begleitenden Maßnahmen zu einer seit Jahren geforderten Studienreform führen wird.

Unter dem Schlagwort "Übergang Schule-Hochschule" hat die Universität mit Initiativen wie z. B. "pea*nuts" (probieren, erfahren, anwenden. naturwissenschaften und technik für schülerinnen), "Eintauchen in die Wissenschaften", "Studieren ab 16" oder den äußerst erfolgreichen "teutolabs", den Mitmach- und Experimentierlabors für Kinder an den Fakultäten Chemie, Physik und Mathematik systematisch ihre Kooperation mit den Schulen zu einem differenzierten Angebot ausgebaut, bei dem Schüler wie Universität gleichermaßen profitieren.

Doch auch äußerlich veränderte sich die Universität, und dies zum ersten Mal seit dem Bau Mitte der 70er Jahre. Nach einer Planungszeit von "nur" 30 Jahren konnte der neue Rektor Dieter Timmermann im Oktober 2001 mit der Stadtbahnlinie die architektonisch kunstvoll gestaltete Haltestelle und Fußgängerbrücke ihrer Bestimmung übergeben. Im Westen des Universitätshauptgebäudes erweiterten sich die Naturwissenschaften, und größere Umbauten, unter anderem im Mensabereich, stehen noch an. Verändert und umgebaut, aber in seiner ursprünglichen Form unverkennbar ist das Universitätshauptgebäude somit Sinnbild für die Universität Bielefeld insgesamt.


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