Das Graduiertenkolleg „Weltgesellschaft – Die Herstellung und Repräsentation von Globalität“ besteht seit 2003. Es befindet sich gegenwärtig in der dritten Antragsphase. In den vergangenen sechs Jahren wurden insgesamt 42 Graduierte aus unterschiedlichen Disziplinen (Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialanthropologie, Religionswissenschaft und Geschichtswissenschaft) in das Graduiertenkolleg aufgenommen. Im Rahmen des Graduiertenkollegs sind bislang 13 Dissertationen und verschiedene Sammelbände entstanden.
Das Graduiertenkolleg geht von der Annahme aus, dass sich in den letzten 200 Jahren ein globaler Zusammenhang – eine „Weltgesellschaft“ – herausgebildet hat, die für die Sozialwissenschaften einen eigenständigen Untersuchungsgegenstand darstellt. Im Mittelpunkt des Graduiertenkollegs steht die Frage, wie und unter welchen Bedingungen sich weltgesellschaftliche Strukturen herausbilden und auf welche Weise sie auf regionale und lokale Strukturen zurückwirken. Damit ist gleichzeitig die Annahme verbunden, dass alle Ereignisse, wie lokal sie sich auch immer präsentieren, auf diesen weltgesellschaftlichen Zusammenhang zu beziehen und im Idealfall aus ihm zu erklären sind. Um die Dynamiken der Herstellung von Globalität in komparativer Perspektive zu untersuchen, wird zwischen zwei Formen gesellschaftlicher Differenzierung unterschieden, die quer zueinander stehen: zwischen der funktionalen Differenzierung in unterschiedliche Teilbereiche (Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, Politik etc.) und der Differenzierung in unterschiedliche Ebenen der Sozialorganisation (Interaktion, Organisation, Netzwerke, Weltgesellschaft).
Die Frage nach der Herstellung und Repräsentation von Globalität wird im Rahmen von drei Forschungsschwerpunkten untersucht:
- 1. Soziale Mikrostrukturen: interaktionstheoretische Perspektiven auf den Globalisierungsprozess
- 2. Organisationen und Netzwerke als Träger von Globalisierungsprozessen
- 3. Globale Semantiken: Die Repräsentation von Globalität.
Das Graduiertenkolleg ist Teil des Instituts für Weltgesellschaft und in die Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) integriert, die durch die Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird.



