Jahrgang 35, Heft 3, Juni 2006 / Volume 35, Number 3, June 2006
The Allocation of Money in Couples: The End of Inequality?
Allokation von Geld in Paarbeziehungen: Das Ende der Ungleichheit?
Wolfgang Ludwig-Mayerhofer
Universität Siegen, Fachbereich 1, D-57068 Siegen
E-mail: ludwig-mayerhofer@soziologie.uni-siegen.de
Hermann Gartner, Jutta Allmendinger
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur
für Arbeit, Regensburger Str. 104, D-90478 Nürnberg
E-mail: hermann.gartner@iab.de, jutta.allmendinger@iab.de
Summary: Research conducted in the 1980s and early
1990s showed considerable inequalities within male-female couples as
concerns financial arrangements and access to personal spending money.
This paper provides an analysis of the allocation of money in German
couples that goes beyond previous research in two respects. First,
data are used that permit direct, albeit only rough, assessments of
the amount of personal spending money available to each of the partners.
Second, it is therefore possible to investigate in some detail the
factors that may influence the availability of personal spending money
and thus also the possible differences between the woman and the man
concerns the amount of money available to each of them.
The empirical analysis is based on the German Low Income Panel
(NIedrig-Einkommens-Panel, NIEP), a panel study representative of households
with an income lower than about 1.5 times the German social assistance
rate in 1999, the year of the first wave. We use the fourth wave of
the NIEP, in which questions about couples’ money management
were added to the questionnaire. The data refer to those 718 households
that consisted of an adult couple, with or without children.
While not all couples allocate the same amount of money to each
partner, there is no difference in the proportion of men and women
who have more money at their disposal than their partners. A number
of hypotheses are tested concerning the amount of money allocated to
individual partners, and the effects are basically the same for men
and women. Investigation of the effects on the within-couple differences
in personal spending money shows that the balance shifts in favor of
the male partner if his education is superior to that of the female
partner. This holds specifically for couples with very low incomes.
Zusammenfassung: Untersuchungen in den 1980er und
frühen 1990er Jahren haben gezeigt, dass innerhalb von Paarbeziehungen
eine beträchtliche Ungleichheit der Geldarrangements und beim
Zugang zu Geld für persönliche Ausgaben besteht. Die hier
vorgelegten Analysen der Allokation von Geld in Paarbeziehungen gehen
in zweierlei Hinsicht über die bisherigen Untersuchungen hinaus:
Erstens erlauben die hier verwendeten Daten eine direkte, wenn auch
grobe, Einschätzung des Geldbetrages, der jedem Partner für
die persönlichen Ausgaben zur Verfügung steht. Zweitens können
wir detailliert die Faktoren bestimmen, die die Verfügung über
Geld für persönliche Ausgaben und somit auch mögliche
Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Verfügung über
Geld beeinflussen.
Wir verwenden Daten des NIedrig-Einkommens-Panels (NIEP), einer
repräsentativen Untersuchung von Haushalten, die in der ersten
Panel-Welle im Jahr 1999 über ein Einkommen verfügten, das
unter dem 1,5-fachen des damals gültigen Sozialhilfesatzes lag.
In der unseren Auswertungen zugrunde liegenden vierten Welle
waren einige Fragen zur Geldverwaltung enthalten. Unser Datensatz
bezieht sich auf 718 Paarhaushalte mit und ohne Kinder.
In den meisten Paarbeziehungen können beide Partner über
den gleichen Geldbetrag verfügen, und wenn das nicht der Fall
ist, verfügen Männer genauso häufig wie Frauen über
mehr Geld als der Partner. Eine Reihe von Hypothesen über die
Geldzuteilung in Paarbeziehungen wird getestet. Die gefundenen Effekte
sind bei Männern und Frauen im Wesentlichen die gleichen. Die
Verfügung über Geld verschiebt sich zu Gunsten des Mannes,
wenn dieser höher qualifiziert ist als die Frau. Besonders ausgeprägt
ist dieser Zusammenhang in Haushalten mit sehr geringem Einkommen.
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