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//Dekonversion & Fundamentalistische Biographien
Das Hauptprojekt in diesem Forschungsbereich war die Bielefelder kulturübergreifende Dekonversions-Studie, in die Abkehr aus einer Vielfalt von religiösen Organisationen in den U.S.A. und Deutschland untersucht wurden: von etablierten, Mainstream-Religionsgemeinschaften bis hin zu kleineren neu-religiösen und fundamentalistischen Gruppen. Von 2002 bis 2005 nehmen insgesamt 1.197 Versuchspersonen an der Untersuchung teil. Im Zentrum der Studie standen ca. 100 Dekonversionsgeschichten (je 50% aus den U.S.A. und aus Deutschland), aus der sich eine Typologie ergibt. Dieses Projekt hat in transatlantischem Vergleich und weit größerem Detail das untersucht, was 1998 als Studie von christlich-fundamentalistischen Biographien für die Enquete-Kommission "Sogenannte Sekten und Psychogruppen" des 13. Dt. Bundestags begonnen hatte.
//Religiöse Stile und Schemata / Faith Development
Dieser Forschungsschwerpunkt geht auf die theoretische und methodologische Arbeit von H. Streib an der von James W. Fowler vorgelegten faith development theory zurück, die mit Streibs Dissertation und der Mitarbeit im Center for Faith and Moral Development an der Emory University, Atlanta begonnen hatte. Dieser Forschungsbereich hat drei Aspekte: Theorierevision, Dokumentation von faith development research weltweit und schließlich: Methodenevaluation und Instrumentenentwicklung. In abgeschlossenen, laufenden und künftigen empirischen Projekten der Forschungsstelle kamen und kommen das faith evelopment interview und die Religious Schema Scale (RSS) zur Anwendung.
//Inter-religiöses Lernen: Entwicklung von Xenosophie
Kulturelle und religiöse Differenz sind eine zunehmende Herausforderung in westlichen Gesellschaften. Inter-religiöses Lernen in der Schule ist ein relativ neuer Fokus der Religionspädagogik in Deutschland. Doch ist empirische Forschung in diesem Bereich immer noch ziemlich unterentwickelt. Eine Schlüsselfrage dabei betrifft die Begegnung mit dem Fremden und der fremden Religion: den Stil, dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene in solcher Begegnung folgen. Anstelle Fremdheit zu ignorieren oder zu minimieren, sollte Fremdheit gewürdigt und bearbeitet werden; denn nur so werden kreative Potenziale freigesetzt. Dies kann als 'Xenosophie' (die Weisheit in der Begegnung mit dem Fremden) bezeichnet werden. Unsere Forschung umfasst somit Konzeptualisierung, Instrumentenentwicklung und empirische Forschung, die der inter-religiösen Begegnung - nicht zuletzt mit dem Modell der Xenosophie im Blick - nachspürt. Als methodische Neuentwicklung haben wir (C. Klein; H. Streib) ein experimentelles Verfahren, den "Abrahamitic Religions Xenophobia Test (ARXT)" entwickelt und einem erfolgreichen Testlauf unterzogen.
//Religiöse Sozialisation von türkisch-islamischen Immigranten
Während islamisch-türkische Immigranten in Deutschland bereits in die dritte Generation gehen, liegt nur wenig Forschung vor über die (ständig sich ändernde) religiöse Praxis und Sozialisation in diesem Teil der Bevölkerung. Hier leisten besonder Dissertationsprojekte von DoktorandInnen aus der Türkei einen Beitrag: A. Aygün hat über religiöse Sozialisation und Glaubensentwicklung (faith development) im Kulturvergleich von Jugendlichen in der in Türkei und in Deutschland gearbeitet und seine Arbeit 2010 vorgelegt; S. Özisik untersucht mit faith development interviews die intergenerationale Verschiedenheit von Religiosität in drei Generationen innerhalb von Familien türkisch-islamischer Immigranten; Z. Agilkaya erforscht die Beziehung von Homosexualität von christlichen und islamischen Menschen in Detuschland und der Türkei im Vergleich.
//Religiöse Kinderbilder
Empirische Forschungsprojekte, die anhand von Kinderbildern die religiösen Vorstellungen und Darstellungen von Kindern analysieren, liegen nur vereinzelt vor und sind im Forschungsdesign unzureichend, weil sie die Subjektivität und Gestaltungskompetenz der Kinder kaum berücksichtigen und teilweise einem problematischen Entwicklungskonzept folgen, das eine anthropomorphische von einer symbolischen Gottesdarstellung scheiden möchte. Auf dem Hintergrund einer Pilotstudie (Religiöse Kinderbilder im Prozess des Entstehens) hat M. Wiedmaier in ihrem Dissertationsprojekt knapp 60 Kinder, die zu zweit oder Kleingruppen ein Gottesbild malen, videodokumentiert und ausgewertet; die Ergebnisse sind als Buch (Wiedmeier 2008) veröffentlicht. P. Meise setzt diese Forschung in einem längsschnittlichen Design fort.
//Jugend und Religion
Der Bereich ?Jugend und Religion? ist an unserer Bielefelder Forschungsstelle längst ein eigener Forschungsschwerpunkt geworden. An unserer Onlinebefragung "Jugendliche & Religion" haben 2009 mehr als 400 Jugendliche teilgenommen. Ergebnisse sind in Streib/Gennerich: Jugend und Religion (Juventa 2011) präsentiert. Eine große Umfrage zu "Jugend & Religion" ist in Vorbereitung. Zu diesem Schwerpunkt gehört auch C. Gennerichs Habilitation (Empirische Dogamtik des Jugendlaters, 2010), in der er eine profunde Analyse der "theologischen" Präferenzen von Jugendlichen im Modell des Werteraums vorlegt und die für die Religionspädagogik große Bedeutung hat.
//Konfliktmediation
Konfliktschlichtung spielt im schulischen Alltag eine immer wichtigere Rolle. In der Forschung reagieren wir auf diese Problematik mit der Vorbereitung einer großen Studie, die den Mediationsbedarf und die Mediationsbereitschaft von SchülerInnen im Bezug auf Religiosität, Persönlichkeit, Einstellungen und Werten untersucht. In der Lehre der Abteilung Theologie reagieren wir auf den Bedarf durch regelmäßige Veranstaltungsangebote, die teilweise auch Workshops mit ausgebildeten MediatorInnen einschließen. Eine engagierte Gruppe von Studierenden hat ein Video produziert, das online angeschaut werden kann?
//Spiritualität und neue Formen von Religiosität
Die religiösen Felder in Deutschland und den U.S.A. verändern und entwickeln sich ständig. Neue Formen von Religiosität zu dokumentieren ist darum eine kontinuierliche Aufgabe. "Spiritualität" wurde zunehmend populär als Selbstbezeichnung, die neue Formen von gelebter Religion oder neue Suchbewegungen außerhalb und teils in Gegensatz zur etablierten und organisierten Religionstraditionen anzeigt. Während in the U.S.A. die Präferenzen für einen "spirituelle" Selbstbezeichnung über ca. ein Jahrzehnt dokumentiert sind, waren wir 2005 unter den Ersten, die die nicht unerhebliche Anzahl von Deutschen dokumentiert haben, die sich als "mehr spirituell als religiös" bezeichnen. Interessant ist auch, dass die Präferenzen für "Spiritualität" bei Dekonvertiten (in Deutschland und den U.S.A.) doppelt so hoch sind als bei Mitglieder in Religionsgemeinschaften. Das gegenwärtig laufende Drittmittelprojekt "Spirituality in Germany and the U.S.A." untersucht im Vergleich zwischen Deutschland und den U.S.A. die Semantik von Spiritualität und anderen religiösen und nicht-religiösen Selbstbezeichnungen im Verhältnis zu einer Vielzahl von psychometrischen Faktoren. Inter persönlichen Interviews spielen sowohl experimentelle Methoden, als auch das Faith-Development-Interview eine Rolle.
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letzte Aktualisierung: 17.12.2012 von 2319 |
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Pfingstbewegung weltweit und Religion in Lateinamerika
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Argentinien: Religiöser Geschmack, religiöser Wechsel und Sozialstruktur
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Enquete Studie christlich- fundamentalistische Biographieverläufe
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Die Semantik von "Spiritualität" und "Religion" auf der Grundlage von linguistischer Korpusanalyse
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