Dekonversion und fundamentalistische Biographieverläufe
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Streib, H., Hood, R. W., Keller, B., Csöff, R.-M., & Silver, C., 2009. Deconversion. Qualitative and Quantitative Results from ... Research in Contemporary Religion, Vol 5, Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht.

Bielefelder kulturvergleichende Dekonversionsstudie

Qualitative Ergebnisse

Die Analyse qualitativer Daten, d.h. von narrativen Interviews mit Dekonvertiten bildet den Kern des Forschungsprojekts; die quantiativen Daten dienen in diesem Auswertungsgang allein der Profilierung der Dekonversionsgeschichten.

Aus der Analyse der narrativen Interviews mit den Dekonvertiten haben sich vier Typen von Dekonversions-Biographieverläufen herauskristallisiert. Obwohl nur ein Studium der Einzelfälle die Psychodynamik und biographische Dynamik in ihrer Tiefe ermessen lässt, können die Typen kurz skizziert werden: Der erste Typ - den wir "Pursuit of Autonomy" nennen - strebt, typischerweise im jungen Erwachsenenalter, nach Autonomie, aus einer als einengend empfundenen Religiosität der Herkunftsfamilie in die Freiheit selbständigen Denkens und säkularer Identität. Ein anderer typischer Verlauf - "Barred from Paradise" - ist der, meist hochdramatische, Ausstieg aus einer (neu-) religiösen Gruppe, der wie ein „Paradies-Verlust“ einige Anforderungen an die psychische Verarbeitung stellt, und dann kaum neues Interesse an Religion aufkommen lässt.

Ganz anders ist der dritte Typ - „Finding a New Frame of Reference", bei dem der Abschied von der als unbefriedigend empfundenen Religion der Herkunftsfamilie (in Deutschland ist dies typischerweise die evangelische oder katholische Kirche) mit der Zuwendung zu einer intensiven, evangelikalen oder fundamentalistischen Religiosität, die dem Leben Halt und Sinn gibt, verbunden ist.

Schließlich unterscheidet sich von allen anderen der Typ des lebenslangen spirituellen Suchers, der verschiedene religiöse Angebote ernsthaft ausprobiert und dann, etwa im höheren Erwachsenenalter, eine Revision seiner religiösen Mitgliedschaft erwägt und davon erwartet, dass die spirituelle Suche an einem Ziel ankommt - "Life-Long Quests and Late Revisions".

Ausführliche Fallstudien präsentieren wir in unserem Buch (Streib, H., Hood, R. W., Keller, B., Csöff, R.-M., & Silver, C. (2008). Deconversion. Qualitative and Quantitative Results from Cross-Cultural Research in Germany and the United States of America. Research in Contemporary Religion, Vol 5, Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht [mehr]). Die dort verarbeiteten Interviews stellen wir ihnen hier zur Verfügung.

 



For the readers of our new book on deconversion who are interested in reading more about the 21 cases, we present the faith development and narrative interviews in full length in an open access publication: Streib, H. (2008). 21 Narrative and Faith Development Interviews with Deconverts in the United States and Germany, CIRRuS Research Documents, No. 3, Bielefeld: Universität Bielefeld. Download PDF

 

 

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