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Wiedmaier, M. (2008). Wenn sich Mädchen und Jungen Gott und die Welt ausmalen. Feinanalysen filmisch dokumentierter Malprozesse. Wahrnehmende Theologie. Studien zur Erfahrung und religiösen Lebenswelt, Bd. 3, Münster: Lit Verlag.
Streib, H. (2000). Gottesbilder fallen nicht vom Himmel.Kindliche Malprozesse als Gestaltung von Religion
Dissertationsprojekt von Patrizia Meise geb. Schumacher
Betreuung:
Prof. Heinz Streib, Ph.D. / Emory Univ.

Wie verändern sich individuelle Gottesvorstellungen vom Kindes- bis zum Jugendalter? Dies ist eine der zentralsten Fragen, denen im Rahmen dieses Projekts nachgegangen werden soll. Methodisch soll dies anhand der Feinanalyse filmisch-dokumentierter Malinterviews geschehen.
Dabei wird davon ausgegangen, dass Kinder und Jugendliche theologische Gedanken entfaltende Subjekte sind, die über eigene differenzierte Gottesvorstellungen verfügen und in der Lage sind, diesen in der Interaktion miteinander (sowohl verbal im Gespräch miteinander als auch nonverbal in ihren Bildern) Ausdruck und Form zu verleihen. - Dies verbindet Kindheit und Jugend; daher kann eine konkrete Veränderung der Gottesvorstellung aufgezeichnet und analysiert werden, indem - mehrere Jahre später - dieselben ProbandInnen erneut untersucht werden. Die Feinanalyse (teilweise auch Re-Analyse) bereits vorhandener, in den Jahren 1997 - 2003 von H. Streib, K.O. Kahrmann und M. Wiedmaier erhobener, Malprozessdokumente sind hierbei ein erster Schritt.
Die Feinanalyse dieser vorhandenen Malprozesse soll Aufschluss darüber geben, welche Gottesvorstellung bei den Kindern zum Zeitpunkt der ersten Erhebung vorherrschte, um im Rahmen einer erneuten Erhebung und Feinanalyse eine Veränderung der Gottesvorstellung zu dokumentieren. Damit wird eine Abkehr von den vorliegenden Untersuchungen zum kindlichen und jugendlichen Gottesbild vollzogen, welche sich primär am Alter der Kinder und Jugendlichen orientieren und Schemata aufzeichnen, welche einheitliche Muster der religiösen Vorstellung einer gewissen Altersgruppe postulieren. Denn in keiner Weise wird in diesen Studien belegt, dass Entwicklung stattfinden konnte oder stattfinden kann. Kein einziger Fall wurde über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet, auf diesem Weg die tatsächliche Entwicklung einer Gottesvorstellung nachzeichnen zu können. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, diese Forschungslücke zu schließen und dabei, im Gegensatz zu den vorliegenden Studien, keine Kategorisierung der kindlichen und jugendlichen Gottesvorstellungen vorzunehmen, sondern in der längsschnittlichen Datenerhebung und ?auswertung nach dem spezifischen individuellen Gottesbild des Subjekts zu fragen, indem Jugendliche untersucht werden, die bereits im Kindesalter an einer Malprozess-Studie teilgenommen haben.