Center for Interdisziplinary Research
 
 

Genese und Strukturen der primären Hochkulturen

im Rahmen der ZiF:Forschungsgruppe Theorie des sozialen Wandels

Termin: 13. - 18. März
Leitung: Marlies Heinz (Freiburg i. Br.), Hans J. Nissen (Berlin/Bielefeld) und Christian Strahm (Freiburg i. Br./Bielefeld)

Unter dem Titel "Genese und Strukturen der primären Hochkulturen" veranstaltete die Forschungsgruppe Theorie des sozialen Wandels am ZiF eine weitere Tagung mit dem Ziel, Verlauf, Art und mögliche Hintergründe für sozialen Wandel in komplex organisierten Gesellschaften zu erfragen. Hochkultur wurde dabei begriffen als eine Organisationsform mit einer Zentrierung der politischen und wirtschaftlichen Macht, mit einer starken Arbeitsteiligkeit und gesellschaftlicher Stratifizierung. Im Vordergrund stand die Frage, unter welchen Umständen sich solche Formen aus den vorhergehenden komplex organisierten Gesellschaften herausbilden konnten. Dieses Organisationsniveau, das in verschiedenen Kulturregionen erreicht, aber nicht überall weiterentwickelt wurde, haben die Fachleute den "primären" Hochkulturen wie der mesopotamischen, der ägyptischen oder der chinesischen und den "sekundären" Hochkulturen wie der Bronzezeit Palästinas oder der minoischen und der mykenischen des östlichen Mittelmeerraumes entgegengestellt. Daneben sollte aber auch die Frage der jeweiligen weiteren Entwicklung, bzw. des Abbruchs der Entwicklung gestellt werden. Damit wurde das Problem angesprochen, daß es zwar eine Vielzahl von Ansätzen zur Ausbildung von Hochkulturen gibt, jedoch wenige, die diese Komplexität über längere Zeit beibehalten oder sie sogar ausbauen konnten. Für Ansätze zu möglichen Erklärungsmustern sollten die lange Zeit überdauernden Hochkulturen mit solchen konfrontiert werden, die wie die Varna-Kultur in Bulgarien, die späte Bronzezeit in Mitteleuropa, die La Tène- oder Hallstatt-Kultur von komplexen Organisationsstrukturen in weniger komplexe Formen übergegangen waren. Ein dritter Schwerpunkt schließlich galt der Frage nach der internen Weiterentwicklung einer der primären Hochkulturen, genauer der mesopotamischen, deren Veränderungen über einen Zeitraum von 1500 Jahren verfolgt wurden. Zusammen mit 21 Fachgelehrten aus dem In- und Ausland diskutierten die Mitglieder der Forschungsgruppe diese Fragen fünf Tage lang mit Ergebnissen, die in einer gemeinsamen Publikation zusammengefaßt werden sollen.

Teilnehmende
Kathryn Bard (Boston, MA), Marion Benz (Freiburg i. Br.), Reinhard Bernbeck (Bryn Mawr, PA), Michael Dietler (Chicago, IL), Margarethe Engelhardt-Krajanek (Wien), Robert K. Englund (Los Angeles, CA), Christian Jeunesse (Strasbourg), Gunnar Lehmann (Beer Sheva), Werner Leuthäusser (Paderborn), Josef Maran (Heidelberg), Marc van de Mieroop (New York, NY), Johannes Müller (Berlin), Renate Müller-Wollermann (Tübingen), Wolf-Dietrich Niemeier (Heidelberg), Susan Pollock (Binghamton, NY), Gebhard Selz (Berlin), Heiko Steuer (Freiburg i. Br.), Ulrich Veit (Tübingen), Jeanette Werning (Frankfurt am Main), Claus Wolf (Lausanne), James C. Wright (Bryn Mawr, PA)
und die Mitglieder der ZiF:Forschungsgruppe

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