Center for Interdisziplinary Research
 
 

Demokratie und Demokratietheorie im Prozeß der Globalisierung

im Rahmen der ZiF:FG Theorie des sozialen Wandels

Termin: 2. - 4. Juli
Leitung: Günter Dux (Freiburg i. Br. / Bielefeld) und Gerd Schmidt (Erlangen)

Populistisch-populäre Thesen vom "Ende der Arbeitsgesellschaft", der "Krise der Moderne" etc. sind ebenso wie etwa die speziell in Deutschland prominente "Standortdebatte" real verknüpft mit Phänomenen neuer Armut, wachsender sozialer Ungleichheit, Effektivitätsproblemen des Sozialstaates und Anzeichen des Auseinanderbrechens ehedem stabiler Formen sozialen Konsenses. Die gegenwärtig außerordentlich vielgestaltige und kontroverse Fachdiskussion um "Zukunft der Arbeit" anzuschließen an makrosoziologische und gesellschaftstheoretische Überlegungen zu "Sozialem Wandel" – dies konnte auch in einer dreitägigen Tagung nur ansatzweise und mit Blick auf einige Aspekte versucht werden. Wichtig für das Gelingen des Versuches war es, Autorinnen und Autoren zu gewinnen, die über die begründet eng gezogenen Horizonte fachwissenschaftlicher Orientierung hinaus Diskussionsangebote für allgemeintheoretische Reflexion vortrugen. Wurde über einige grundsätzlicher gehaltene Beiträge der Assoziationsrahmen aus der Arbeitsmarktforschung und der Industriesoziologie etwa für allgemeinere Überlegungen geöffnet, forcierten andere Mitwirkende am Symposion die Fachdiskussionen mit allgemeine soziologische Fragen verknüpfenden thematischen und analytischen Perspektiven. Speziell die Deutschland-leidige Standortdebatte wurde durch zwei Beiträge zum Vergleich von Arbeitsmarktentwicklung und Arbeitspolitik in Westeuropa und den USA fruchtbar relationiert. Allgemein gesellschaftspolitische Fragen wurden in zwei Referaten zur sog. "Grundsicherungs"-Problematik angestoßen. Das für die mit zur Diskussion auf allgemein gesellschaftstheoretischer Ebene stehende Thema "Subjektivität" wurde in zwei Hauptvorträgen aufgegriffen. Über die Gender-Problematik und den Blick auf die soziale Einbettung moderner Arbeitsverhältnisse in der japanischen Gesellschaft ergaben sich zusätzliche Chancen, die Frage der "Zukunft der Arbeit" assoziativ und analytisch zu stärken. In den meisten Fällen "glückte" das Konzept, die Hauptvorträge durch vorbereitete kurze Kommentare für die Diskussion zu ergänzen.

Teilnehmende
Martin Baethge (Göttingen), Michael Behr (Jena), Peter Bleses (Leipzig), Fritz Boehle (München), Wolfgang Bonss (Neubiberg), Harry Coenen (Utrecht), Bettina Gransow (Berlin), Phillip Hessinger (Bielefeld), Birgit Hodenius (Erlangen), Bruno Kaltenborn (Bonn), Peter Klier (Nürnberg), Wilhelm Kreutz (Mannheim), Ulf Matthiesen (Erkner), Michael Michailow (Rostock), Birgitta Nedelmann (Mainz), Ludger Pries (Gelsenkirchen), Shingo Shimada (Erlangen), Veronika Tacke (Firenze), Ben Valkenburg (Utrecht), Ulrich Walwei (Nürnberg), Helmut Wiesenthal (Berlin), Theresa Wobbe (Berlin)
und die Mitglieder der ZiF:Forschungsgruppe

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