Center for Interdisziplinary Research
 
 

Inclusion / Exclusion and Socio-Cultural Identities

Termin: 1. - 4. März
Leitung: Rudolf Stichweh und Urs Stäheli (beide Bielefeld)

Im Mittelpunkt der Tagung stand der Zusammenhang von Inklusions/Exklusionsprozessen mit der Konstitution von sozio-kulturellen Identitäten. Dazu wurden VertreterInnen unterschiedlicher Disziplinen eingeladen, die sich vornehmlich aus einer post-foundationalist Perspektive, sei es mit systemtheoretischen oder poststrukturalistischen Mitteln, mit diesem Problemkreis auseinandersetzen. Deutlich wurde, dass dieses Forschungsproblem von einer interdisziplinären Diskussion in besonderem Maße profitieren kann. Im Laufe der Tagung haben sich fünf Diskussionsschwerpunkte entwickelt:

  • Das Verhältnis systemtheoretischer Erklärungsmodelle zu Phänomenen wie Hybridisierung und Eurozentrismus; die Rolle der postkolonialistischen Kritik für die Konzeption von Inklusion/Exklusion.
  • Die Theoretisierung reiner Exklusion, insbesondere in Anschluss an Giorgio Agambens Konzept des reinen Lebens.
  • Unterschiedliche Figuren des Exkludierten (vom Fremden zum Feind) und ihr Zusammenhang zu Mitgliedschaft.
  • Inklusion und Exklusion als Individualisierungsprozesse.
  • Die Notwendigkeit nicht nur der Theoreitisierung und Analyse von Exklusionsphänomenen, sondern auch von Inklusion (z.B. Inklusionsindividualität, Populäre Inklusion).

In den Diskussionen wurde deutlich, dass eine Diskussion zwischen system- und diskurstheoretischen Ansätzen durch einige gemeinsame epistemologische Prämissen erleichtert und dadurch auch besonders fruchtbar wird. Exklusion und Inklusion lässt sich, wie verschiedene Beiträge gezeigt haben, nicht einfach als Binarismus theoretisieren, sondern ist eher als zirkulärer Prozess zu verstehen (Include me Out), der sich mit theoretischen Figuren wie z. B. jener des re-entry, der Faltung oder der Unentscheidbarkeit fassen lässt. Gleichzeitig haben sich aber auch deutliche Unterschiede abgezeichnet, etwa hinsichtlich der Rolle des Politischen für die Konzeptualisierung von Inklusions- und Exklusionsprozessen.

TeilnehmerInnen
Dirk Baecker (Witten), Friedrich Balke (Köln), Cornelia Bohn (Trier), Christian Borch (Aarhus), Allan Dreyer Hansen (Roskilde), Jonathan Elmer (Bloomington, IN), Stephan Fuchs (Charlottesville, VA), Alois Hahn (Trier), Holger Højlund (Kopenhagen), Engin F. Isin (Toronto), Morten Knudsen (Kopenhagen), Ernesto Laclau (Golchester), Oliver Marchart (Wien), Rolland Munro (Keele), Armin Nassehi (München), Dorothea Nolde (Paris), Joanna Pfaff (Bielefeld), Shalini Randeria (Berlin), Wilhelm Rasch (Bloomington, IN), David Sibley (Hull), Urs Stäheli (Bielefeld), Rudolf Stichweh (Bielefeld), Joseph Vogl (Weimar), Richard Weiskopf (Innsbruck)



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