Center for Interdisziplinary Research
 
 

BI-DIALOG

Fifth Workshop on the Semantics and Pragmatics of Dialogue

Termin: 14. - 16. Juni 2001
Leitung: Peter Kühnlein (Bielefeld), Hannes Rieser (Bielefeld) und Henk Zeevat (Amsterdam)

Die Dialogforschung gehört gegenwärtig zu den produktivsten Gebieten der kognitiven Wissenschaften. Eines ihrer Charakteristika ist, dass keines der klassischen Gebiete, Logik, Linguistik, Sprachphilosophie, Psycholinguistik oder KI in der Lage ist, das gesamte Feld für sich voll abzudecken. Daraus resultiert zweierlei: Ein genuin interdisziplinärer Forschungsbereich und die Tatsache, dass es noch keine allgemein akzeptierte Methodologie gibt, um die dialogrelevante Forschung auf den Feldern Empirie, Theorieentwicklung und Grundlagen voranzutreiben. Wie in den klassischen Feldern der KI (Mustererkennung, Vision, Robotik, Interfaces) forcieren im Dialogbereich Probleme der Anwendung die Entwicklung geeigneter Lösungen. Die Dialogtheorie hat drei große Anwendungsfelder in der KI: Dialogsysteme, Instruktion von Maschinen und die Aufbereitung (Dokumentation, Annotation) multimedialer Daten. Das europäische Forum, um derlei Entwicklungen in Theorie und Praxis zu diskutieren, sind jährliche Dialogkonferenzen (MunDial97, Twendial98, Amstelogue99, Götalog 2000), die von internationalen Forschergruppen (Europa, USA, Kanada, Japan) beschickt werden.
BI-DIALOG 2001 wurde gefördert von der DFG, dem SFB 360 Situierte Künstliche Kommunikatoren sowie der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft und dem Rektorat der Universität Bielefeld. Die Konferenz hatte als Schwerpunkte Dialogtheorie, philosophische Grundlagenforschung zur Dialogstruktur, empirische Untersuchungen anhand von Dialogkorpora, Anwendungen in Informatik und KI sowie psycholinguistische Untersuchungen zur Informationssteuerung in Dialogen.
Im Bereich Dialogtheorie wurden Lösungsansätze vorgestellt, die auf Modelle der Dynamischen Semantik zurückgreifen. Beiträge im Bereich der philosophischen Grundlagen galten mentalen Zuständen und Sprecherannahmen im Diskurs. Die empirischen Arbeiten hatten u. a. struktur- und hierarchiebildende Partikel im Dialog sowie die Klassifikation von Sprechakten zum Gegenstand. Bewusst hatten die wissenschaftlichen Leiter Anwendungsproblemen breiten Raum eingeräumt. Es gab Themenschwerpunkte in der Entwicklung von Dialogsystemen für verschiedene Anwendungskontexte (z. B. Auskunfts- und Verkaufssysteme), in der multi-modalen Mensch-Roboter-Interaktion und in der Entwicklung von Annotationswerkzeugen für die Bearbeitung empirischer Daten. Die psycholinguistischen Beiträge befassten sich mit der Frage, wie Sprecher Informationen im Dialog absichern (grounding).



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