Center for Interdisziplinary Research
 
 

Transformations of the 'Public Sphere' in the Age of the Global 'Network Society'

Termin: 23.- 25. Mai
Leitung: Ingrid Volkmer (Cambridge, MA)

Obgleich sich gerade seit Beginn der neunziger Jahre die Debatte um das Phänomen "Globalisierung" differenziert entfaltet, hat diese Debatte bis heute nicht dazu geführt, die wichtige "Schaltstelle" nicht nur globaler Kommunikation, sondern auch globaler Identiät, globale Öffentlichkeit, theoretisch neu zu vermessen.
Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft war es, den Begriff sowie die politische Dimension von "Öffentlichkeit" im Zusammenhang des Paradigmas der globalen Network Society aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive neu zu bestimmen.
Dabei ging es um drei Diskursebenen: (a) um die Neuvermessung der Dimension "globaler Öffentlichkeit" auf internationaler / globaler Ebene, (b) um die Bestimmung von durch die globale mediale Infrastruktur induzierten Transformationsprozesse innerhalb von Gesellschaften verschiedenen Typs sowie (c) um die Rolle transnationaler politischer Kommunikation und ihrem (reziproken) Einfluß auf national-staatliche Öffentlichkeit.
Es zeigte sich, daß sich die Dimension globaler "Öffentlichkeit" im Paradigma der globalen Netzwerkgesellschaft nur schwer vermessen läßt. Bisherige Konzepte betrachten zwar Aspekte dieses neuen politischen Kommunikationsraumes, ein Gesamtblick, der die zentralen Kategorien von Habermas' Konzept "global" reformuliert, ist jedoch bisher nicht möglich. Die Vorträge der Tagung thematisierten jeweils einzelne Fragmente, die jedoch als Arbeitsgrundlage für weitere theoretische Entwicklungen dienen könnten. So stellte Manuel Castells (University of Berkeley), dessen Vortrag per Internet aus Barcelona übertragen wurde, Brüche und Chancen eines neuen Kommunikationskonzepts im Kontext des individual hypertext vor. Roland Robertson (University of Aberdeen, UK) fokussierte seinen Vortrag auf die prinzipiellen Partizipationsmodalitäten innerhalb globaler Öffentlichkeit, in engem Bezug zu dem Konzept des Cosmopolitanism, und Rudolf Stichweh (Universität Bielefeld) präsentierte einen Überblick über historische Konzepte von "Öffentlichkeit" im Zusammenhang europäische Moderne.
Die weitere Diskussion der Tagung bezog diese theoretischen Vorgaben auf Medienkulturen in unterschiedlichen Weltregionen: Keval Kumar (University of Pune, India) betrachtete insbesondere den spezifischen Einfluß der "Netzwerkgesellschaft" auf den indischen politischen Journalismus, Ellen Mickiewicz (Duke University, USA) diskutierte neue Formen von Öffentlichkeit in Osteuropa unter dem Aspekt des politischen Transformationsprozesses, Alex Jones (Harvard University, USA) verglich Formate des politischen Journalismus von CNN, BBC und Al Jazeera.
Obgleich sich bei diesen Beispielen die Bedeutungsvielfalt globaler Öffentlichkeit in verschiedenen Weltregionen zeigte, lassen sich dennoch transnationale Segmente definieren, die den globalen polititschen Raum zu besetzen beginnen und "lokale" Konflikte globalisieren, wie etwa Wendy Harcourt (SID, Rome, Italy) in ihrem Beitrag darlegte, aber auch neue journalistische Formate (etwa Online Journalismsus) prägen (Stuart Allen, University of West England).
Die Vorträge der Tagung werden in einem Sonderheft der Zeitschrift Development (Sage Publications, London, UK) im März 2003 erscheinen.



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