Center for Interdisziplinary Research
 
 

Perception and Representation of Science in Literature and Fiction Film

The Role of Reversibility / Irreversibility in the Study of Nature

Termin: 20. - 21. Juni
Leitung: Peter Weingart, Petra Pansegrau (beide Bielefeld)

Bereits seit den 1970er Jahren veranstaltet das ZiF in regelmäßigen Abständen Konferenzen, die sich mit dem Verhältnis der Wissenschaft zu den Medien bzw. zu der Öffentlichkeit beschäftigen. Während dabei bislang zumeist die Printmedien im Mittelpunkt des Interesses standen, fokussierte diese Konferenz primär die wohl massenwirksamsten Medien Spielfilm und Literatur und stellte sie in einen Zusammenhang mit der Debatte um das Public Understanding of Science. Es gibt nur wenige Wissenschaftler, die in der breiten Öffentlichkeit bekannt sind, wie z. B. Stephen Hawking oder in der Vergangenheit Albert Einstein. Fiktive Darstellungen von Wissenschaftlern, wie etwa Dr. Faust, Frankenstein, Dr. Seltsam oder Dr. Caligari, können dagegen als weitgehend bekannt gelten. Man kann davon ausgehen, dass die in der Öffentlichkeit vorherrschenden Images und Vorstellungen über Wissenschaft bzw. Wissenschaftler sehr viel stärker durch die fiktiven Charaktere geprägt werden als durch die realen. Welche Wirkungen von den häufig dämonisierenden Darstellungen ausgehen, ist allerdings unbekannt.
In der zweitägigen Arbeitsgemeinschaft wurden vorrangig Fragen nach der Bedeutung von Filmen und Literatur für die Wahrnehmung von Wissenschaft und Wissenschaftlern in der Öffentlichkeit und deren Bedeutung für die Ausbildung öffentlicher Images sowie deren Auswirkungen diskutiert. Während der erste Tag primär den aktuellen Entwicklungen und Fragestellungen der Public Understanding of Science - Debatte gewidmet war, standen während des folgendes Tages die Muster der Repräsentation der Wissenschaft in Literatur und Film, ihre Spezifik, ihre Veränderungen und ihre Ursprünge im Mittelpunkt. Anhand unterschiedlicher Forschungsergebnisse und Fallstudien aus der Wissenschaftsforschung, Medienwissenschaft, Mediensoziologie und auch Medienpraxis konnte gezeigt werden, dass die Repräsentationen der Wissenschaft in den populären Formen von der aktuellen Situation und vom Selbstverständnis der Wissenschaft erheblich abweichen. Angesichts des hohen Legitimationsbedarfs, dem die Wissenschaft in modernen Massendemokratien unterliegt, können ihr diese Wahrnehmungsdifferenzen nicht gleichgültig sein.



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