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Determinismus in Physik, Biologie und Neurowissenschaften

Termin: 11. - 13. Juli
Leitung: Andreas Hüttemann (Bielefeld)

In den letzten Jahren geriet in der Philosophie der Biologie der statistische Charakter einiger Theorien wie der Evolutionstheorie in den Fokus der Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenhang wurde diskutiert, ob die im Rahmen biologischer Theorien als zufällig beschriebenen Ereignisse tatsächlich zufällig sind oder ob sich diese Beschreibung unserer unvollständigen Kenntnis des tatsächlichen Geschehens verdankt. Weiterhin wurde gefragt, ob dann, wenn es sich tatsächlich um zufällige Ereignisse handelte, diese sich dem quantenmechanischen Indeterminismus verdanken oder ob es so etwas wie einen genuin biologischen Indeterminismus gibt, der völlig unabhängig von einer etwaigen physikalischen Realisierung ist.
Vor diesem Hintergrund führte die Konferenz Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Biologie, der Physik, der Philosophie der Biologie und der Philosophie der Physik zusammen, um einerseits die Rolle von Determinismus und Indeterminismus in den einzelnen Disziplinen vorzustellen und andererseits zu erarbeiten, wie die deterministischen bzw. indeterministischen Beschreibungen eines Systems durch verschiedene Theorien zueinander in Beziehung zu setzen sind.
Thematische Schwerpunkte waren im Bereich der Physik die Interpretation der Quantenmechanik sowie die Frage, wie sich in der allgemeinen Relativitätstheorie die These des Determinismus überhaupt formulieren lässt, wenn Raum und Zeit selbst Objekte sind, die sich in Abhängigkeit von anderen Größen dynamisch entwickeln.
Im Bereich der Biologie wurde diskutiert, welchen Einfluss quantenmechanische Effekte auf die Evolution besitzt vis à vis anderer Effekte wie z. B. thermodynamischer Fluktuationen. Kontrovers blieb, ob sich der statistische Charakter biologischer Theorien Zufallsprozessen oder unvollständiger Information verdankt. Einigkeit dagegen herrschte unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass die Existenz einen autonomen biologischen Indeterminismus unwahrscheinlich ist.







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