Center for Interdisziplinary Research
 
 

Zeitskulptur XI - Zeit Los

16. Mai 2004 - Mai 2005
Künstlerin: Heide Haike

Nichts erscheint uns selbstverständlicher und ist doch unfassbarer als Zeit.
In den letzten Jahrzehnten wurde verstärkt das Augenmerk auf die Kategorie der Zeit gerichtet, die zum einen als unabdingbare Voraussetzung für jegliches Sein zu gelten hat, zugleich aber ihren objektiven Charakter insofern verliert, als dass sie von den Bausteinen der Natur selbst mit konstituiert wird und unterschiedliche Wertigkeiten in Systemen, die in dynamischer Beziehung zueinander stehen oder in eine solche gebracht werden, aufweist.

Zeitskulptur Heide Haike

Auch in biologischem Zusammenhang erhält der Zeitfaktor ein eigenes Gepräge, indem der Prozess des Wachsens und Vergehens sowie jede Bewegung überhaupt eine eigenständige zeitliche Gestalt entwickelt, deren Lebensdauer quasi schon im Augenblick der Entstehung vorgezeichnet ist. Noch variabler verhält es sich mit der Zeit im menschlichen Bewusstsein, das sich im fließenden Übergang von Zukünftigen zum schon Gewesenen bewahren muss und durch alle Veränderungen hindurch zu behaupten hat.
Über die Naturzeit hinaus müssen wir also auch mit einer inneren Zeiterfahrung rechnen, die entscheidend unser Leben, Denken und Handeln bestimmt und unser Dasein schlechthin in der Spanne zwischen Geburt und Tod gewährleistet.
Die Entfaltung der Zeit in unserem Bewusstsein und die zeitlose drängende Frage nach Leben und Tod sind dem Menschen als ZEIT LOS von Anbeginn mitgegeben.

Die Zeitskulptur im Außenbereich besteht aus einem Plexiglastrichter, an den ein durchsichtiges Schlauchsystem angeschlossen ist. Hier werden die Niederschläge eines ganzen Jahres aufgefangen und man kann beobachten, wie weit sich dieses Schlauchsystem füllen wird.

Weitere Informationen zur Ausstellung (PDF)

Manuskript der Eröffnungsrede von Walter Kambartel

Zeitskulptur Heide Haike



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