Junior Research Groups

Nachwuchsforscher/innengruppe "Geschichte, Philosophie und Soziologie der Wissenschaften"

In der Wissenschaftsforschung hat sich die Verbindung wissenschaftsgeschichtlicher, wissenschaftsphilosophischer und wissenschaftssoziologischer Zugänge als fruchtbar erwiesen. Die Nachwuchsgruppe untersucht aus diesen drei Blickwinkeln heraus Wissenschaft in ihren gesellschaftlichen Kontexten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Erforschung des Zusammenspiels von inhaltlichen Formungen wissenschaftlichen Wissens auf der einen und der institutionellen und sozialen Verfaßtheit der Wissenschaften auf der anderen Seite.

Die Nachwuchsgruppe besteht aus Dr. Cornelis Menke (Wissenschaftsphilosophie), Dr. Beat Bächi (Wissenschaftsgeschichte, ab Oktober 2009) und Dominik Mahr, M.A. (Wissenschaftsgeschichte).

Dr. Cornelis Menke (Gruppenleiter)

Ich habe in Berlin Philosophie, Altgriechisch und Physik studiert und wurde in Bielefeld in der Abteilung Philosophie promoviert. Meine Forschungsinteressen liegen besonders auf dem Gebiet der Methodologie der Wissenschaften und der sozialen Erkenntnistheorie; daneben interessieren mich Methodologiegeschichte, die Geschichte der Wissenschaften und Aspekte der Grundlagen der Statistik.

Meine gegenwärtige Forschung befaßt sich mit Fragen der Bedeutung und Berechtigung des Wertfreiheitsideals der Wissenschaften und dessen empirischer Angemessenheit angesichts der Wertdurchdrungenheit der Wissenschaften, die wissenschaftsgeschichtliche und -soziologische Untersuchungen aufgezeigt haben, und mit dem Verhältnis von Werturteilen und Tatsachenbehauptungen in der Wissenschaft allgemein. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Fragen des Zusammenspiels von prozeduralen und substantiellen Formen der Rechfertigung von Geltungsansprüchen, untersucht am Fall der Bedeutung der institutionellen Verfaßtheit der Wissenschaften. Zur Zeit untersuche ich besonders die Geschichte und die Begründungen der Idee einer demokratischen Ordnung der Wissenschaft.

Dr. Beat Bächi (Gruppenleiter)

Ich habe an der Universität Zürich Allgemeine Geschichte, Soziologie und Philosophie studiert. 2008 wurde ich an der ETH Zürich mit einer Arbeit zur Kulturgeschichte von künstlichem Vitamin C promoviert. Seither forschte ich am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld zur Geschichte der Gefahrstoffregulierung in Deutschland. Meine Forschungsinteressen liegen in der Wissenschaftsgeschichte, in der Kulturgeschichte der Technik und der Medizin.

Als Co-Leader der Junior Research Group arbeite ich zu "Wissenschaft und politische Kultur in Deutschland: Grenzwerte als neue Form der "Chemopolitik" (1880-1980)". Bei diesem Forschungsvorhaben geht es darum, Grenzwerte auf ihre gesellschaftsverändernde Kraft hin zu analysieren. Wissenschaftshistorisch interessant an Grenzwerten ist, dass sie ein zentraler Bestandteil einer "Chemopolitik" sind, die sich weite Bereiche der Wirtschaft und des Lebens technisch verfügbar macht. Regulierungswissen wirkt nicht eindimensional auf die Ausgestaltung konkreter Technologien ein, sondern ebenso auf die Gesellschaft. Über Grenzwerte werden - insbesondere über statistische Verfahren - die Beziehungen zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft ausgehandelt. Es wird deshalb zu fragen sein, was die spezifischen epistemischen und sozialen Kennzeichen dieser neuen Form von Regulierungswissen sind, und was es für die politische Kultur bedeutet, dass "normale" Gesundheitsrisiken über wissenschaftliche Methoden legitimiert werden.

Dominik Mahr, M.A. (Promotionsstipendiat)

Ich habe in Bielefeld Geschichte, Ev. Theologie und den interdisziplinären Masterstudiengang History, Philosophy and Sociology of Science studiert. Zu meinen Forschungsinteressen gehört der Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Weltanschauung sowie die Entwicklung der Evolutionsbiologie.

In meinem Dissertationsprojekt erforsche ich die Geschichte alternativer Evolutionstheorien. Mein Interesse gilt insbesondere dem Wechselverhältnis zwischen diesen Theorien und ihren inner- und außerwissenschaftlichen Kontexten. Als empirisches Beispiel dient mir die Formenkreislehre des Wittenberger Pfarrers und Ornithologen Otto Kleinschmidt (1870-1954).

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