Teilprojekt A5:

1968 - ein Kommunikationsereignis?

Mitarbeiter· Abstract

Das Teilprojekt untersucht, ob und inwieweit die 68er Bewegung die Struktur und die Grenzen des politischen Raumes verändert hat. Im Kontext ihrer Formierung und Mobilisierung werden, so die Hypothese, die Grenzen zwischen dem Politischen und dem Ästhetischen neu bestimmt, neue Themen in den öffentlichen Diskurs eingebracht und neue Kommunikationsformen zum Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit gemacht. Zwei Fallstudien konstituieren das Projekt.

  1. Im Zentrum der ersten Fallstudie steht das "Theater als Kommunikationsraum des Politischen". Gefragt wird, ob und inwieweit Reformbestrebungen innerhalb des Theaters, die sich seit Beginn der sechziger Jahre abzeichneten, im Austausch mit der Studentenbewegung bzw. unter ihrem Einfluss zu einer Veränderung der Inszenierungsformen sowie zu einer Ver­änderung der internen Strukturen des Theaters führten. Das Theater wird hier verstanden als Raum politischer Kommunikation, d.h. als Raum, in dem einerseits politische Themen thematisiert und inszeniert werden und andererseits versucht wird, auf Fragestellungen des Politischen Antworten zu finden (Mitbestimmungsdebatte etc.). Gleichzeitig beziehen die Studenten aus den Inszenierungspraktiken der Theater sowie aus den avantgardistischen und neoavantgardistischen Strömungen französischer Provenienz (Dadaismus, Surrealismus, etc.) Anregungen für neuartige, provokative Protestformen.
  2. Im Zentrum der zweiten Fallstudie steht die Analyse der Realitätskonstruktion durch die Medien. Untersucht wird die Repräsentation der Außerparlamentarischen Opposition (APO) in den Massenmedien (vor allem im Fernsehen), die Darstellung und Kommentierung der Bewegung durch die Medien sowie der Versuch der Bewegung, mittels der Medienöffentlichkeit ihren Themen und Wirklichkeitsdeutungen Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mit dem Ziel, die Veränderung der medialen Konstruktion des Phänomens "68" im Mobilisierungsprozess der Bewegung zu analysieren, sollen einerseits die wechselseitigen Bezugnahmen der Fernseh-, Hörfunk- und Presseberichterstattungen erfasst, andererseits die Stellungnahmen von Repräsentanten der Regierung, von intermediären Verbänden sowie der Bewegung ausgewertet werden. So gewinnen die Dynamik und die Veränderung des Kommunikationsraums, der durch die Auseinandersetzung um die APO entsteht, Kontur.

 

Tagungsbericht
zur SFB-Abschlusstagung "Writing Political History Today" (01.-03.12.2011)

Publikationen

Neu erschienen in der Reihe "Historische Politikforschung":
Susanne Schregel, Der Atomkrieg vor der Wohnungstür


Reihe "Das Politische als Kommunikation"


Reihe "Historische Politikforschung"


Weitere Publikationen

 

Flyer (PDF)

Flyer 2. Phase (PDF)

Flyer 1. Phase (PDF)