Thematic Mapping

Das thematische Forschungs-Mapping zeigt eine organisierte Übersicht von einigen thematischen verwandten Forschungsprojekten, die entweder von einer Forschungseinrichtung in NRW oder im Forschungsverbund durchgeführt wurden oder werden.

Dieses thematische Mapping beruht nicht auf Vollständigkeit.

Vergleichenden ExtremismusforschungOnline-Formen der Radikalisierung als ProzessDiversität im SalafismusOnline-Formen der Vergleichenden ExtremismusforschungOnline Formen der Gegenangebote von salafistischer PropagandaFormen des Politischen ExtremismusRadikalisierung als ProzessOnline-Formen des Politischen Extremismus

Online Formen der Gegenangebote von salafistischer Propaganda

Liste der Projekte

DARE (Database and Assessment of Risks of Violent Extremists)

Laufzeit: 10/2017-9/2019

Beteiligte Forschungseinichtungen: IKG (Bielefeld University), Netherlands Institute for Forensic Psychiatry and Psychology (NIFP), and Le Service Public Federal de Justice (FED Justice).

Förderung: European Commission, Horizon 2020

The project has two main aims. The first is to develop a European database on violent terrorists and extremists, which will allow analyses and understanding of risk factors and drivers of extremism and improve strategy and policy interventions. Court files data from 6 European countries (i.e., France, Netherlands, Germany, Belgium, Austria, and Sweden) will be gathered and coded into the database. The second aim of the project is to train the European judiciary in the six participating countries to use a violence extremism risk assessment tool (VERA-2R).

For further information about VERA 2R and DARE project, please click here

Dialogue about Radicalization and Equality (DARE)

Laufzeit: 2017 - 2021

Beteiligte Forschungseinrichtungen: The University of Manchester, Anadolu University, Collegium Civitas University, École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS), The Institute of Social Sciences Ivo Pilar, Research Unit on Right-Wing Extremism (FORENA), European Network Against Racism, The German Institute on Radicalization (GIRDS), The Higher School of Economics, Leiden University, Oslo Metropolitan University, Panteion University, The University of Sfax, Teeside University, The People for Change Foundation, The University of Birmingham.

Förderung: EU Horizon 2020 Framework Programme under grant agreement No 725349

Das EU-Projekt bringt Forschende und Akteure der Zivilgesellschaft aus 9 EU- und 4 Nicht-EU-Staaten mit dem Ziel zusammen, Radikalisierungsprozesse von Jugendlichen in islamistischen und extrem rechten Kontexten angemessen zu verstehen und auf dieser Grundlage wirksame Interventionsansätze zu entwickeln. Dabei werden Jugendliche allerdings nicht als schwach oder gescheitert angesehen, sondern als engagierte und bewusst handelnde soziale Akteure, die sich in einer Umwelt bewegen, die einerseits zahlreiche Anrufungen zur Radikalisierung anbietet, andererseits durch vielfältige Enttäuschungen bezüglich anderer Sinngebungsangebote und -praktiken gekennzeichnet ist.Ziels des DARE-Projektes ist es, Radikalisierungstendenzen in ihren räumlichen, historischen und politischen Zusammenhängen zu verstehen. Daneben gilt es, die Interaktionen und kumulativen Effekte zwischen Islamismus und Rechtsextremismus zu untersuchen und Prozesse der Nicht-Radikalisierung als wichtige Ressource für Interventionsansätze zu analysieren.

Propaganda, Fake news, Fear- und Hate speech: PropStop
Erkennung, Nachweis und Bekämpfung verdeckter Propaganda-Angriffe über Online-Medien

Laufzeit: 05/2016 - 04/2019,

Beteiligte Forschungseinrichtungen:Institut für Kommunikationswissenschaft (WWU Münster, Verbundkoordination) und Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig sowie Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH, Pallas GmbH und SPIEGEL ONLINE GmbH

Förderung: BMBF

Gesellschaftliche und politische Entwicklungen werden weltweit in sozialen Medien diskutiert und kommentiert. Neben der gewünschten öffentlichen, anonymen und freien Meinungsäußerung bieten diese Dienste jedoch auch Raum für gesteuerte Manipulationen. Als Propaganda-Bots oder Social-Bots bezeichnete halb- bis vollautomatische Systeme nutzen dabei den leichten Zugang zur technischen Infrastruktur sozialer Medien, um bestimmte Meinungsbilder verdeckt zu verbreiten und in der öffentlichen Wahrnehmung einseitig zu stärken. Dazu werden ausgereifte künstliche Profile angelegt, vermeintliche Diskussionen untereinander generiert oder reale Meinungsäußerungen unterwandert und unerwünschte Kritiken unterdrückt. Das auf diese Weise verzerrte Bild einer Netz-Öffentlichkeit beeinflusst wiederum gesellschaftliche Debatten und kann sich ebenfalls auf die mediale Berichterstattung auswirken, so dass ein erheblicher gesellschaftlicher Schaden entsteht.

Radikalisierung im digitalen Zeitalter (RadigZ) - Risiken, Verläufe und Strategien der Prävention

Laufzeit: 15.02.2017 - 14.02.2020

Beteiligte Forschungseinrichtungen: Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (Verbundkoordination), Deutsche Hochschule der Polizei, Universität Greifswald, Universität Greifswald, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Georg-August-Universität Göttingen, Leibniz Universität Hannover, Universität zu Köln

Förderung: BMBF. RadigZ wird auf Basis des Programms ?Forschung für die zivile Sicherheit 2012 ? 2017? der Bundesregierung im Rahmen der Bekanntmachung ?Zivile Sicherheit ? Aspekte und Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung? gefördert.

Dem Internet und insbesondere den sozialen Medien kommt im Zusammenhang mit Radikalisierungsprozessen eine bedeutsame Rolle zu. Akteure mit extremistischen Hintergrund verbreiten auf diesem Weg ihre Propaganda und versuchen, neue Anhänger zu rekrutieren. Dabei profitieren sie davon, dass das Internet die unkontrollierte, schnelle und kostengünstige Informationsvermittlung an eine Vielzahl von Personen erlaubt und auch über große räumliche Distanzen hinweg ? in einem durch Anonymität geschützten Raum ? Vernetzung, Interaktion und Kommunikation ermöglicht. Bedeutsam scheint in diesem Zusammenhang zudem, dass das Internet einen Raum darstellt, in dem sich extreme Ansichten ?normalisieren? können, weil Widerspruch und soziale Kontrolle durch externe Kontrollinstanzen tendenziell wegfallen.

Mapping und Analyse von Präventions- und Distanzierungsprojekten im Umgang mit islamistischer Radikalisierung (MAPEX)

Laufzeit: 12/2017 ? 11/2020

Beteiligte Forschungseinrichtungen: IKG, Goethe-Universität Frankfurt, Universität Osnabrück und die FH Münster.

Förderung: BMBF

MAPEX behandelt die Analyse von Präventions- und Distanzierungsprojekten im Umgang mit islamistischer Radikalisierung. Es geht darum, die Gesellschaft vor Extremismus schützen und die Wirksamkeit der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit nachhaltig zu erhöhen.

Spektren salafistischer Diskurse in NRW - Kontroversen, Strategien, Machtverschiebungen

Laufzeit: 1/2017 - 2/2019

Beteiligte Forschungseinrichtungen: Orientalisches Seminar (Universität zu Köln), Sozialwissenschaftliches Institut (HHU Düsseldorf)

Förderung: MKW NRW

Das Projekt erforscht die heterogenen Strömungen sowie internen Grenzziehungen innerhalb des salafistischen Milieus in NRW. Im Zentrum stehen die Kontroversen, die sich an zentralen theologischen Konzepten entfachen, und die Diskursstrategien der verschiedenen salafistischen Akteure. Die gleichzeitige Untersuchung der theologischen Kontroversen und der sozialen Mobilisierung zeigt auf, welche Unterschiede im salafistischen Milieu bestehen.

Ziel des Projektes ist die Rekonstruktion habitueller Übereinstimmungen mit salafismusrelevanten Themen. Dabei werden allgemeine Herausforderungen von quartiersspezifischen Besonderheiten unterschieden, wodurch die Entwicklung einer zielgerichteten Präventionsstrategie ermöglicht wird.

Anfällig für Radikalisierung?
Denk- und Handlungsmuster von (muslimischen) Kindern und Jugendlichen in segregierten Stadtteilen

Laufzeit: 3/2017 - 9/2019

Forschungseinrichtung: Institut für Gesellschaft und Digitales (FH Münster)

Förderung: MKW NRW

Ziel des Projektes ist die Rekonstruktion habitueller Übereinstimmungen mit salafismusrelevanten Themen. Dabei werden allgemeine Herausforderungen von quartiersspezifischen Besonderheiten unterschieden, wodurch die Entwicklung einer zielgerichteten Präventionsstrategie ermöglicht wird.

Die jugendkulturelle Dimension muslimischer Religiosität aus der Genderperspektive

Laufzeit: 1/2017 - 12/2018

Forschungseinrichtung: FB Angewandte Sozialwissenschaften (FH Dortmund)

Förderung: MKW NRW

Das Forschungsprojekt möchte ein breites Wissen aus erster Hand zu differenzierten Lebensbedingungen der Zielgruppe aufzeigen und Rückschlüsse auf die Lebensbedingungen, die eine Hinwendung zum Salafismus begünstigen ziehen, um umfangreiche Handlungsempfehlungen für Prävention und Intervention formulieren zu können.

Religiöser Extremismus und Radikalisierung aus Migrations- und Integrationstheoretischer Perspektive" (RADIKAL)

Laufzeit: 10/2018 - 9/2019

Beteiligte Forschungseinrichtungen: IKG (Universität Bielefeld) und die Abteilung "Migration, Integration, Transnationalisierung" (MIT) des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)

Förderung: BMFSFJ

Ziel des Kooperationsprojektes "RADIKAL" ist das Verständnis des Zusammenhangs von Migration, Religion und Radikalisierung. Zentral ist dabei die Analyse der Beziehung zwischen Migrationserfahrungen, Akkulturationsprozessen, Diskriminierungswahrnehmungen und -erfahrungen und der Bildung von politischen wie religiösen Überzeugungen, v.a. extremistischer Einstellungen. Im Fokus des Projektes stehen muslimische junge Menschen, die sich radikalisieren bzw. radikalisiert haben. Bestehende Theorien und Daten werden zu Modellen zum kausalen Zusammenhang der Kernkonzepte entwickelt und anhand eines Mixed-Methods-Designs überprüft. Dadurch wird es möglich sein, empirisch fundiert Modelle zu identifizieren, die eine evidenzbasierte Grundlage für die Prävention und Intervention bieten.

Salafismus in urbanen Kontexten: Eine Fallstudie zur stadtgesellschaftlichen Integration salafistischer Gruppen in Nordrhein-Westfalen

Laufzeit: 09/2017 - 08/2020

Forschungseinrichtung: IKG (Universität Bielefeld)

Förderung: MKW NRW

Das Projekt erforscht, inwiefern und in welcher Form sowohl salafistische Gruppen hierzulande in urbane Sozialräume bzw. in die Stadtgesellschaft integriert sind. Es ist als eine explorative Fallstudie konzipiert, die sich in die Tradition der urbanen Ethnographie der Chicago School einreiht und zudem islamwissenschaftlichen Aspekte berücksichtigt. Als Forschungsansatz dient Verknüpfung der klassischen interaktionistischen Soziologie mit dem interdisziplinären Ansatz der Symbolic Boundary Research.

Religion als Faktor der Radikalisierung

Laufzeit: 01/2018 - 12/2019

Beteiligte Forschungseinrichtungen: IKG (Universität Bielefeld) und Universität Osnabrück

Förderung: BMFSFJ

Das Projekt "Religion als Faktor der Radikalisierung" schließt an die Forschung über junge Menschen im gewaltbereiten Islamismus an, wirft aber nun einen genaueren Blick auf den Einfluss religiöser Bindungen und Orientierungen und den Prozess der Radikalisierung. Ziel des Forschungsvorhabens ist eine Handreichung mit Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte, die in Maßnahmen der Radikalisierungsprävention eingebunden sind. Das Forschungsprojekt möchte das Phänomen des Salafismus unter jugendkulturellen Aspekten untersuchen und dabei den Schwerpunkt auf die Geschlechterperspektive legen.

Countering Digital Da'wa:
Analyse von Gegenangeboten zu salafistischer Propaganda und ihrer Rezeption durch muslimische Jugendliche.

Laufzeit: 05/2017 - 4/2020

Forschungseinrichtung: Zentrum für islamische Theologie (WWU Münster)

Förderung: MKW NRW

Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes werden sogenannte counter narratives erfasst und durch eine Diskursanalyse auf inhaltliche und formale Aspekte hin untersucht. In einem weiteren Schritt wird durch eine ethnografische Feldforschung in einer Stadt des Ruhrgebiets der Zusammenhang zwischen Religionsverständnis und alltäglichen lebensweltlichen Erfahrungen der Jugendlichen sowie den gesellschaftlichen Diskursen und der Zugänglichkeit verschiedener Gegennarrative untersucht. Die Erkenntnisse der Forschungsschritte sollen unmittelbar und nachhaltig in die praktische Arbeit überführt werden. Gleichzeitig sollen auch aktuelle Desiderate und Anforderungen der Praxis an die wissenschaftliche Arbeit berücksichtigt werden.

Prekarisierung und Rechtsextremismus

Laufzeit: 2009-10

Forschungseinrichtung: Kulturwissenschaftliches Institut Essen, UA Ruhr

Förderung: Friedrich-Ebert-Stiftung

Im Rahmen des Dissertationsprojektes soll mittels einer Auswertung und des Vergleichs relevanter empirischer Studien der Zusammenhang zwischen der Entwicklung rechtsextremer Einstellungen und sozialer Prekarisierung in Deutschland seit 1990 untersucht werden. Obgleich ein gewisser Zusammenhang von sozialer Unsicherheit und Rechtsextremismus durch Wahl- und empirische Sozialforschung belegt scheint, bleiben die Erklärungen dieses Zusammenhangs zumeist vergleichsweise vage und allgemein. Zugleich wird bei einer genaueren Betrachtung der Daten deutlich, dass es sich keinesfalls um ein mechanisches Verhältnis handelt.

Soziale Formen von Gruppendruck und Einflussnahme auf Ausstiegswillige der „rechten Szene“ zur Identifizierung ausstiegshemmender Faktoren

Laufzeit: 11/2014 - 08/2016

Beteiligte Forschungseinrichtungen: IKG (Universität Bielefeld), Hochschule Esslingen und Philipps-Universität Marburg

Förderung: BMI

Das Forschungsvorhaben wurde als komparative Fallanalyse konzipiert. Der Forschungsstil ist stark an die Grounded Theory angelehnt (Strauss/Corbin 1996) und kann als konstruktivistische Variante (Charmaz 2006) dieses Forschungsprogramms verstanden werden. Neben einem kreativen und reflexiv-systematischen Umgang mit theoretischem Vorwissen findet sich das methodische Kernstück dieses Vorgehens im theoretical sampling.

Die Auswertung wurde u.a. durch die Frage nach Di- und Konvergenzen der Formen der Druckausübung in eher subkulturell geprägten rechtsextremen Gruppen, Kameradschaften und rechtsextremen politischen Parteien und Organisationen angeleitet. Das Ziel der Untersuchung war es, die komplexen Druck- und Beeinflussungsfigurationen rechtsextremer Zusammenschlüsse analytisch aufzuschließen und zu durchdringen ohne dabei die weiteren aufgeführten Kontexte aus den Augen zu verlieren. Arrondiert wurde das Forschungsprojekt durch das Bereitstellen evidenzbasierter Gestaltungs- und Handlungsvorschläge für Ausstiegshilfen und -begleitung.

Junge Menschen und gewaltorientierter Islamismus - Biografische Verläufe, Entwicklungswege und sozialräumliche Konstellationen

Laufzeit: 08/2015 - 09/2017

Forschungseinrichtung: IKG (Universität Bielefeld)

Förderung: BMFSF

In dem Verbundprojekt "Junge Menschen und gewaltorientierter Islamismus" in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendinstitut und dem Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück führt das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld eine vergleichende Analyse der Entwicklungswege verurteilter islamistischer Aktivisten durch. Durch die qualitative Auswertung der Strafprozessakten und der Erhebung problemzentrierter Interviews wird der Einfluss von Personenmerkmalen (sozialen Motiven, Traits, personalen Ressourcen, Selbstkonzepte etc.) auf die Interaktion in radikalen Kontexten und die Übernahme extremistischer Normen untersucht. Ziel des Forschungsvorhabens ist eine komparative Analyse der Radikalisierungsprozesse junger islamistischer Aktivisten und ein Vergleich der eigenen Ergebnisse mit den Befunden der Verbundpartner zu nicht straffällig gewordenen Szenemitgliedern und distanzierungswilligen Personen.

Soziologische Analyse des bewegungsförmigen Rechtsextremismus

Laufzeit: 01/2015 - 04/2018

Forschungseinrichtung: IKG (Universität Bielefeld)

Förderung: DFG

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsprojekt untersuchte den Wandel des bewegungsförmigen Rechtsextremismus in ausgewählten Sozialräumen. Im Unterschied zum parteiförmigen Rechtsextremismus, der auf die Eroberung staatlicher Macht abzielt, richtet der bewegungsförmige Rechtsextremismus sein Handeln auf außerparlamentarische Aktivitäten. Dabei wird der bewegungsförmige Rechtsextremismus als ein Prozess verstanden, der getragen wird von Akteuren und Gegenakteuren, ihren raum- und aktionsbezogenen Strategien, sowie ihren Erfolgen und Misserfolgen. Entsprechend wurde der bewegungsförmige Rechtsextremismus nicht als eine homogene Bewegung betrachtet, sondern es werden seine vielfach ausdifferenzierten, teilweise miteinander konkurrierenden Strömungen in den Blick genommen.

Soziale Formen von Gruppendruck und Einflussnahme auf Ausstiegswillige der ?rechten Szene? zur Identifizierung ausstiegshemmender Faktoren.

DEMORESILDIGITAL- Demokratische Resilienz in Zeiten von Online-Propaganda, Fake news, Fear- und Hate speech

Laufzeit: 1/2018 - 12/2022

Forschungseinrichtung: Institut für Kommunikationswissenschaft (WWU Münster)

Förderung: MKW NRW

Die digitale Gesellschaft bietet neben neuen Chancen für demokratischer Partizipation auch neue Möglichkeiten für die Verbreitung manipulativer Inhalten im Netz. Strategisch handelnde Akteure missbrauchen die erleichterten Zugänge zu digital hergestellten Öffentlichkeiten für die Verbreitung von Online-Propaganda, Fake news, Fear- und Hate speech. Solche manipulativen Online-Inhalte stehen unter dem Verdacht, Individuen zu radikalisieren, gesellschaftliche Polarisation zu begünstigen und die Demokratie zu schwächen. Auch wenn die empirischen Belege teilweise gegen derartig dramatische Wirkungen sprechen, dürfen die Folgen manipulativer Online-Kommunikation nicht unterschätzt werden. Um Mediennutzer*innen in der Auseinandersetzung mit Manipulationsversuchen im Netz zu unterstützen, ist es daher notwendig ihre digitale demokratische Resilienz, ihren individuellen Widerstand gegen Manipulationsversuche und ihre Fähigkeit eigenständige Entscheidungen in virtuellen Kommunikationssphären zu treffen, zu fördern. Um geeignete Maßnahmen zur Förderung digitaler demokratischer Resilienz zu implementieren, ist jedoch zunächst ein vertieftes Verständnis der Akteure, Zielgruppen und Wirkungsweisen der o.g. Phänomene notwendig.

Faszinierungsprozesse ? Religiös motivierte und geschlechtsspezifisch geformte Reaktionen junger Menschen auf islamische Predigten

Laufzeit: 1/1/2013 - 31/8/2014

Beteiligte Forschungseinrichtungen: Institut für Islamwissenschaft (FU Berlin) und des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Fakultät für Geisteswissenschaften (Universität Duisburg-Essen).

Förderung: BMFSF, Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Initiative Demokratie Stärken“

Das interdisziplinäre Forschungsverbundprojekt untersuchte empirisch die Frage, auf welche Weise islamische Predigten Jugendliche in Deutschland mit unterschiedlicher Sozialisationserfahrung faszinieren und sie bereit sind, ihr Handeln vorübergehend oder langfristig nach der jeweiligen islamischen Glaubenslehre und -praxis auszurichten. Im Zentrum der Studie stehen Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren und islamische Predigten, Ansprachen und Unterweisungen in öffentlichen und halböffentlichen Räumen und deren Zirkulation in den digitalen Medien. Das Forschungsverbundprojekt basierte auf einer auf 9 Monate angelegten Vorstudie. Hier zeigte sich bereits, dass jugendtypische Lebenslagen sowie Geschlechterkonzeptionen und -verhältnisse bei den Faszinierungsprozessen eine wesentliche Rolle spielen. Das Projekt fragt daher ausdrücklich nach den geschlechtsspezifischen sozialen Bedingungen, Gelegenheiten, Konstellationen, Paradoxien und Formaten, die bei weiblichen und männlichen Jugendlichen Identifikation, Hingabe und damit auch Prozesse der religiösen Faszinierung begünstigen, verstärken oder abschwächen.

TARGET (Tat- und Fallanalysen hoch expressiver, zielgerichteter Gewalt)

Laufzeit: 03/2013 - 06/2016

Beteiligte Forschungseinrichtungen: Freie Universität Berlin, Justus-Liebig-Universität Gießen, Universität Bielefeld, Universität Konstanz, Deutsche Hochschule der Polizei, Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement Darmstadt

Förderung: BMBF

TARGET ist ein abgeschlossenes Projekt zur Erforschung von Radikalisierungs- prozessen terroristischer Einzeltäter und autonomer Zellen. Im Projekt TARGET wurden alle deutschen Fälle hochexpressiver, zielgerichteter Gewalt durch jugendliche Einzeltäter (Amok, School Shooting, terroristische Einzeltaten) unter verschiedenen Perspektiven analysiert. Ziel ist es, den Entwicklungsprozess im Vorfeld einer Tat und den Tatablauf zu beschreiben und interdisziplinär konsensfähige, empirisch-begründete Entwicklungsmodelle zu erarbeiten. In einem zweiten Schritt sollten diese Vorfälle ähnlichen Taten gegenübergestellt werden: Hierfür wurden Vergleichsgruppen wie Amokläufe von Erwachsenen, terroristische Anschläge von Einzeltätern und Tötungsdelikte von Jugendlichen definiert und Vergleichsfallanalysen vorgenommen, um mögliche Risikofaktoren zu überprüfen.

PANDORA ( Propaganda, Mobilisierung und Radikalisierung in der virtuellen und realen Welt. Ursachen, Verläufe und Gegenstrategien im Kontext der Debatte um Flucht und Asyl )

Laufzeit: 03/2017 - 12/2022

Beteiligte Forschungseinrichtungen: Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (Leibniz-Institut HSFK), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Abteilung Rechtswissenschaften (JGU), Munich Innovation Labs UG (haftungsbeschränkt), Philipps-Universität Marburg (UMR), Institut für Politikwissenschaft (Koordination des Projektverbundes), Technische Universität Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG)

Förderung: BMBF

Politische wie religiöse Radikalisierung sind zu einem gesellschaftlichen Alltagsphänomen und für Medien, Politik und Bevölkerung zu einem Dauerthema geworden ? und trotzdem ist über die sie ermöglichenden Bedingungen immer noch wenig bekannt. Dies trifft insbesondere auf die Rolle internetbasierter Kommunikations- und Informationsstrukturen zu. Um diesen Forschungslücken zu begegnen, nahm am 1. März 2017 unter Beteiligung der HSFK der Projektverbund „Propaganda, Mobilisierung und Radikalisierung in der virtuellen und realen Welt. Ursachen, Verläufe und Gegenstrategien im Kontext der Debatte um Flucht und Asyl“, kurz: PANDORA, seine Arbeit auf. Gefördert wird der Verbund vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Projekt untersucht innerhalb der nächsten drei Jahre Radikalisierungsdynamiken auf dem extrem rechten Spektrum und im salafistischen Milieu.

X-Sonar ( Extremistische Bestrebungen in Social Media Netzwerken: Identifikation, Analyse und Management von Radikalisierungsprozessen )

Laufzeit: 02/2017 - 02/2020

Beteiligte Forschungseinrichtungen: IKG (Universitaet Bielefeld, Verbundkoordination), DHPol Muenster, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, Institut für Psychologie und Bedrohungsmanagement GbR, Landesinstitut für Präventives Handeln, Landeskriminalamt Niedersachsen, Kriminologische Forschungsstelle KFST

Förderung: BMBF

X-SONAR erforscht die Mechanismen der individuellen und kollektiven Gewaltdynamiken sowie die Selbstregulation von Radikalität in sozialen Online-Netzwerken. Onlineradikalisierung und die Eskalation von Gewalt im Internet sind nicht nur strafrechtlich relevant, sondern fordern auch neue Wege der Früherkennung und die Entwicklung geeigneter Präventionsmaßnahmen.