University without Prejudice - respectful relations, tolerance and civil courage
 
 
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Podiumsdiskussion "Der NSU-Prozess und seine Konsequenzen"

Die Entdeckung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ sorgte vor drei Jahren für Entsetzen – seitdem beschäftigten sich parlamentarische Untersuchungsausschüsse mit der Aufklärung der zehn Morde und mehrerer Anschläge, die auf das Konto des NSU-Trios gehen sollen. Anfang November wurde im NRW-Landtag ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Vor dem Oberlandesgericht München läuft derzeit die juristische Nacharbeitung des Falls. Doch viele Fragen stehen noch im Raum: Welche Rolle spielten die Ermittlungsbehörden? Welche Strategie verfolgte die Politik? Gab es ein Netz an rechten Helfern? Und nicht zuletzt, welche Folgen hat der Fall für die demokratische Ordnung?
In der Veranstaltungsreihe „Uni ohne Vorurteile“ (http://www.uni-bielefeld.de/ohne-vorurteile/) findet

am Montag den 17.11.2014 um 18 Uhr
an der Universität Bielefeld (Hörsaal H1)


die Podiumsdiskussion "Der NSU-Prozess und seine Konsequenzen" statt.

Der Opferanwalt Dr. Mehmet Daimagüler und die WDR-Redakteure Ayca Tolun und Paul-Elmar Jöris, die für die ARD als Prozess-Reporter akkreditiert sind, vermitteln ihre Eindrücke vom Münchner Prozess gegen Beate Zschäpe und Mitangeklagte.
Verena Schäffer, stellvertretende Vorsitzende der NRW-andtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des NSU-Untersuchungsausschusses im NRW-Landtag thematisiert die politische Aufarbeitung des rechten Terrors in Nordrhein-Westfalen: Welche Erwartungen stellen die Mitglieder an die Arbeit des Untersuchungsausschusses? Welche Themenfelder sollen besonders aufgegriffen werden? Welche Versäumnisse der Ermittlungsbehörden zeichnen sich ab?
Im Gespräch mit Cemil Sahinöz vom Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld soll es um die Folgen des NSU-Terrors in den Zuwanderer-Communities gehen. Wie hat sich der Fall auf das Demokratieverständnis und Vertrauen in die Institutionen des Staates ausgewirkt? Eine besondere Aktualität gewinnt diese Frage durch die Brandanschläge auf Moscheen in Ostwestfalen.
Letztendlich soll die Veranstaltung die Frage aufwerfen, wie es passieren konnte, dass die Gesellschaft bereit war, an die vereinfachten Theorien zu den Tätern zu glauben und ob die demokratischen Institutionen heute gewappnet sind, um ähnliche Fälle zu verhindern.

Die Veranstaltung  der AG Uni ohne Vorurteile und des Rektorats der Universität Bielefeld  wird vom Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Zick und dem WDR Funkhaus Europa unterstützt, und findet im Rahmen der ARD-Themenwoche Toleranz statt.