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Gewaltpräventions-Workshop 2009

Ein Bericht von Matthias Bierhoff, Julia Eisenberg, Lena Frensch, Lea Gänsel, Salomo Reuther, Alexandra Eva Stachel, Ann-Kristin Thie, Roland Wollbrink


Im Rahmen des Seminars von Prof. H.Streib "Konflikte im Religionsunterricht" im Sommersemester 2009 fand am 13./14.06.2009 ein Gewaltpräventions-Workshop statt. Hier standen im Unterschied zur theoretischen Diskussion im Seminar der Umgang mit Gewalt und Aggression in der Schule und praktische Interventionsmöglichkeiten im Mittelpunkt.

In diesem Workshop unter der Leitung von Uli Streib-Brzic und Lars Schäfer wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir später als LehrerInnen mit Gewaltsituationen umgehen können. Dabei war besonders das Ausprobieren von Gewaltpräventionsmaßnahmen mit Hilfe von Rollenspielen, Täter-Opfer-Aufstellungen, Beobachtungsaufgaben, Übungen zur Empathie und Perspektivenübernahme sowie Entspannungsverfahren von Vorteil.

Dieses Kennenlernen und Umsetzen der Methoden ermöglichte uns einen tieferen Einblick in Interventionsansätze und Konfliktbearbeitung im Nachhinein. Zentrale Themen des Workshops waren: Mobbing in der Schule, Mediation, "Spiegeln" und eine breite Palette von weiteren Maßnahmen zur Konfliktbewältigung und Streitschlichtung.

Eine ganz besonders eindrückliche Interventionsmaßnahme ist das Auflösen des Kreises der begeisterten und anfeuernden MitschülerInnen, ohne die eine Schlägerei nicht leben kann. Dazu folgendes Fallbeispiel:

Nachdem die große Pause zu Ende ist kommen die SchülerInnen der 7. Klasse noch ziemlich energiegeladen in den Klassenraum zurück. Die ersten SchülerInnen setzten sich auf ihre Plätze und bereiten sich für die Stunde vor. Eine kleine Jungengruppe unterhält sich noch einmal über das in der Pause gegen die Parallelklasse bestrittene Fußballspiel. Tom macht Jens dafür verantwortlich das erste Tor reingelassen zu haben. Jens lässt sich diesen Vorwurf nicht gefallen und fängt an Tom zu schubsen. Daraus entsteht ein Streit und die beiden fangen an sich zu raufen. Die anderen Mitschüler stehen um Tom und Jens herum und feuern die beiden an.

Im Workshop haben wir diese Szene nachgestellt. Der Lehrer kam in den Klassenraum und musste sich der Situation stellen. Dabei ist er so vorgegangen, dass er die SchülerInnen, die um die beiden in den Streit involvierten Schüler herumstanden, aus dem Klassenraum genommen hat. Einige der SchülerInnen sind nicht sofort rausgegangen, aber als die ersten den Raum verlassen hatten, sind die anderen auch gegangen. Als die streitenden Schüler gemerkt haben, dass fast keiner mehr im Klassenraum ist, haben sie aufgehört sich zu streiten und zu schubsen. Diese Möglichkeit der Streitschlichtung fanden wir sehr sinnvoll, da der Lehrer nicht versuchen musste dazwischen zu gehen.

Im Rückblick können wir sagen, dass wir uns sicherer und bestärkt fühlen, mit Gewaltsituationen umzugehen und situationsgemäß zu intervenieren.



 
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