Projekt: VINGS - Virtual International Gender Studies: Entwicklung und modellhafte Durchführung eines virtuelles Studienangebots im Bereich der Geschlechterforschung
VINGS - Virtual International Gender Studies - realisierte ein neuartiges vernetztes Studienprogramm im Bereich der Geschlechterforschung. Das interdisziplinär und international konzipierte Studienangebot kann weitgehend orts- und zeitunabhängig via Computer, Internetanschluss und Webbrowser studiert werden. Im Zentrum des Lehrplans stehen die Kategorie Geschlecht und der gesellschaftliche Wandel von Geschlechterverhältnissen. Das kooperative Lernen via Internet ermöglicht ein Studium im Bereich der Geschlechterforschung bei namhaften ExpertInnen aus dem In- und Ausland.
Wichtigste Ziele des Projekts war die Entwicklung und Realisierung multimedialer Studienmodule und die Etablierung eines interdisziplinär und international ausgerichteten virtuellen Studienangebotes im Bereich der Geschlechterforschung.
Im Zentrum des vornehmlich mit Beteiligung der Sozial- und Kulturwissenschaften konzipierten Curriculums standen vier Themenfelder:
- Globalisierung, Europäisierung, Regionalisierung
- Gesellschaftliche Transformationen im Verhältnis von Arbeit und Geschlecht
- Körper, Sexualität, Gesundheit
- Geschlechterverhältnisse und Umbrüche in Lebensformen
Das Studienprogramm ist modular konzipiert und entspricht dem Umfang nach einem Master- bzw. Magisternebenfach. Die Belegung von VINGS-Seminaren steht Studierenden der Sozial-, Kultur- und Erziehungswissenschaften offen. In einem ersten Probedurchlauf wurde das zunächst über vier Semester angelegte virtuelle Kursangebot vom Sommersemester 2002 bis zum Wintersemester 2003/2004 angeboten. Ein Abschluss konnte während der Projektlaufzeit nicht erzielt werden, doch ist eine Zertifizierung einzelner erfolgreich absolvierter Seminare nach dem europäischen Standard ECTS (European Credit Transfer System) möglich.
Die Umsetzung der Lehr-/Lernprozesse umfasste verschiedene Lernszenarien. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lehrtraditionen galt es im Verbundprojekt VINGS, mediendidaktische Konzeptionen für neue Formen vernetzten Lernens zu entwerfen und zu erproben, die sowohl den Anforderungen der Studierenden der beteiligten Präsenzuniversitäten als auch den Bedingungen des Fernlehrens und -lernens gerecht werden. Dabei kam der Einbeziehung der Erkenntnisse der Frauen- und Geschlechterforschung bei der Entwicklung geeigneter technischer und mediendidaktischer Lösungen eine besondere Bedeutung zu.
Darüber hinaus entwickelte VINGS ein Weiterbildungsprogramm zur Qualifizierung für Gleichstellungs- und Führungsaufgaben, das noch immer über die FernUni Hagen angeboten wird.
Laufzeit: 4.2001 – 07.2004; Finanzierung: BMBF, Programm „Neue Medien in der Bildung”; Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des Projekts VINGS am IFF: Dipl. Designerin Imke Brunzema, Silja Polzin M.A., Dipl. Pädagogin Christina Rautenstrauch, Dipl. Informatikerin Anne Reckmeyer; Kooperationen: VINGS war ein länderübergreifendes Kooperationsprojekt der Universitäten Bielefeld, Bochum, Hannover und der FernUniversität Hagen, unter der Konsortialführung des IFF, Leitung: Prof. Dr. Ursula Müller