IFF-Logo
Das IFFForschungAktuellesDokumentationVernetzung
Universität Bielefeld
SchwerPublikationenProjekte
::: Organisation/Lebensführung ::: Gewaltforschung :::
::: Mathematik/Natur/Technik ::: Curriculumsentwicklung/Lehrinnovationen :::

 

CURRICULUMSENTWICKLUNG/LEHRINNOVATIONEN

Gender Studies an der Universität Bielefeld – Verortung in den deutschsprachigen Studiengängen zur Geschlechterforschung

Die Entwicklung und Ausdifferenzierung der Frauen- und Geschlechterforschung als wissenschaftlicher Teildisziplin wurde begleitet durch Entwicklungen im Bereich Lehre; die Verbindung von Forschung und Curriculumsentwicklung war und ist ein wichtiger Schritt der Institutionalisierung und Weiterentwicklung der Frauen- und Geschlechterforschung; auch andere Standorte der Gender Studies haben dies in der einen oder anderen Form praktiziert. Das IFF als zentrale Forschungseinrichtung der Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Bielefeld hat mehrere größere Projekte zur Curriculumsentwicklung und Lehrinnovation durchgeführt und hierbei vielfältige Kooperationen und Vernetzungen mit deutschen und europäischen Universitäten entwickelt. So wurde im VINGS-Projekt in Kooperation mit den Universitäten Hannover, Bochum und der Fernuniversität Hagen ein zukunftsweisendes Modell der virtuellen Lehre im Bereich Gender Studies entwickelt. Mit den Modulen „Modernisierung von Lebensformen und Lebensführung“ von Prof. Dr. Mechtild Oechsle und „Recht, Kontrakt, Geschlecht: Globale Dynamiken und Lokale Aushandlungen“ von Prof. Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka, sowie der Beteiligung von Prof. Dr. Ursula Müller am Modul „Sozialgeschichte und Zukunft der geschlechtlichen Arbeitsteilung“ gelang eine produktive Vernetzung zwischen dem IFF und der Fakultät für Soziologie. Das Tempus-Projekt „Geschlechterstudien als Bestandteil der soziologischen Lehre“ wurde gemeinsam mit den Universitäten St. Petersburg und Wien entwickelt und zielte auf die institutionelle Verankerung von Geschlechterstudien an der Universität St. Petersburg.

Von besonderer Bedeutung für das IFF war die Entwicklung und erfolgreiche Akkreditierung eines MA-Studiengangs Gender Studies an der Universität Bielefeld, der zum Wintersemester 2007/08 gestartet ist. Gender Studies sind mittlerweile auch an deutschsprachigen Universitäten (*) vielfältig verankert. Es existieren über 100 Professuren in der Bundesrepublik für den Bereich Frauen- und/oder Geschlechterforschung und zahlreiche Zentren, Institute oder Forschungseinrichtungen und -gruppen, die sich disziplinär oder interdisziplinär der Erforschung von Geschlechterverhältnissen widmen. Gleichzeitig haben sich auch die Studienmöglichkeiten im Bereich Gender Studies vervielfältigt. Waren bis vor wenigen Jahren Gender Studies überwiegend in Form von Studienschwerpunkten oder von Wahlfächern im Rahmen von Magisterstudiengängen organisiert, so zeichnet sich derzeit im Rahmen des Bologna-Prozesses eine neue Phase der Institutionalisierung von Gender Studies ab.

Genderspezifische Studiengänge und Lehrangebote im Rahmen der neu konstituierten BA- und MA-Studiengänge finden sich an verschiedenen deutschsprachigen Universitäten. Sowohl auf BA-Ebene als auch auf Masterebene gibt es an deutschsprachigen Universitäten mehrere Studiengänge. Daneben gibt es eine Reihe von so genannten Zertifikatsstudiengängen Gender Studies in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die als zertifizierter Schwerpunkt innerhalb von anderen disziplinären Studiengängen studiert werden können. (Einen aktuellen Überblick über Genderstudiengänge im deutschsprachigen Raum geben z.B. der
Online-Studienführer Gender der Universität Marburg
http://www.uni-marburg.de/genderzukunft/studium/studienfuehrer-gender/studgaengebama/index_html und die Datensammlung der ZE zu Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung der FU Berlin http://www.zefg.fu-berlin.de/datensammlung/studiengaenge/chronologisch.html)
Fast immer sind die genannten Studiengänge interdisziplinär angelegt; dabei reicht das Spektrum von sozial- und geisteswissenschaftlich fokussierten Studiengängen mit Beteiligung von einigen wenigen Disziplinen bis hin zu einem breiten Verbund verschiedener Disziplinen einschließlich naturwissenschaftlicher Studiengänge. Als Klammer für die verschiedenen Studiengänge dienen Einführungsmodule, die sich mit Fragen der Inter- und Transdisziplinarität sowie mit Theorie und Methodologie der Geschlechterforschung befassen. Ein Teil der Studiengänge ist eher forschungs- und theorieorientiert, andere sind eher anwendungsorientiert wie der Bielefelder MA-Studiengang.
 

Projekte innerhalb dieses Forschungsschwerpunktes:

(*) Anders als in Deutschland haben sich die Geschlechterstudien in anderen Ländern von Beginn an als eigenständige Studienprogramme etabliert. In den USA finden sich mittlerweile neben entsprechenden Programmen auch so genannte Women’s bzw. Gender Studies Departments, die mit dem deutschen Fakultätsstatus vergleichbar sind, sowie ausgewiesene Ph.D. Programme. In den USA, in Australien, Kanada und England haben sich bereits zahlreiche MA-Programme für Gender Studies etabliert. Für Spitzenuniversitäten wie z.B. Harvard, MIT, Stanford, Berkeley, Oxford, Warwick u.a. gehören entsprechende Programme zum Standardangebot. Auch in vielen nordeuropäischen Ländern sind Women’s und Gender Studies gut etabliert. In Finnland, in den Niederlanden und in Großbritannien werden Gender Studies flächendeckend sowohl auf BA-, MA- wie auch auf Ph.D.-Niveau angeboten. In Großbritannien ist die Institutionalisierung am weitesten fortgeschritten, dort können mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen mehrere MA-Abschlüsse in Gender Studies erworben werden.