IFF-Logo
Das IFFForschungAktuellesDokumentationVernetzung
Universität Bielefeld
SchwerPublikationenProjekte

 

GESCHLECHTERSENSIBLE GEWALTFORSCHUNG

Das IFF hat in den letzten Jahren durch seine umfangreichen und national wie international hoch beachteten Forschungen im Themenbereich Gewalt und Geschlecht sowie entsprechende Publikationen und Vorträge innovativ und impulsgebend zur Weiterentwicklung der Forschung, Theoriebildung, Praxis und Politik im Zusammenhang mit Gewalt gegen Frauen / Gewalt im Geschlechterverhältnis beigetragen. In den Jahren 2002 - 2007 konnte das IFF seine bereits in den 1990er Jahren begonnene Etablierung der Forschung zu Gewalt gegen Frauen und Gewalt im Geschlechterverhältnis durch größere nationale und internationale Forschungsprojekte, durch Forschungsvernetzungen sowie die Anbindung neuer wissenschaftlicher Fachkräfte mit hoher Expertise im Themenbereich weiter ausbauen und vertiefen (*).

Von 2002 - 2004 wurde am IFF unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula Müller und Dr. Monika Schröttle für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die erste repräsentative bundesweite und europäisch vergleichbare Studie zu den Gewalterfahrungen von Frauen in Deutschland durchgeführt. Aus der Studie heraus ergaben sich in den Folgejahren zahlreiche weitere Forschungs- und Lehraktivitäten sowie nationale/internationale Forschungsvernetzungen und Projekte der Nachwuchsförderung am IFF. So wurden in mehreren Forschungsprojekten am IFF von 2005 bis 2007 unter der Leitung von Dr. Monika Schröttle die Daten der Studie weiter vertiefend sekundäranalytisch zu den Themenbereichen Gewalt und Migration, Gewalt und Gesundheit, sowie zu Mustern, Schweregraden und Risikofaktoren von Gewalt gegen Frauen ausgewertet. Dabei handelte es sich um Drittmittelprojekte, die von Seiten des BMFSFJ, aber auch aus HWP-Mitteln des Landes Nordrhein Westfalen gefördert wurden.

Im Rahmen des internationalen europäischen Forschungsnetzwerks CAHRV (Coordination Action on Human Rights Violations, www.cahrv.uni-osnabrueck.de), an dem über hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 14 Ländern beteiligt sind, die ihre Forschungsschwerpunkte in verschiedenen Bereichen der interpersonellen Gewalt haben, beteiligte sich das IFF von 2004 bis 2007 als Konsortiumsmitglied bei Aufbau und der Durchführung des Projektes und war federführend an der Arbeit zweier Expertinnennetzwerke beteiligt. Parallel wurden federführend durch das IFF seit 2004 auch auf nationaler Ebene sowie innerhalb der Universität Bielfeld Forschungsvernetzungen im Bereich der Forschungen zu Gewalt, Gesundheit, Migration und Geschlecht aufgebaut. (z.B. GiG-net, Kooperation mit dem Institut für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) und mit der Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld).

Im Bereich der Nachwuchsförderung und Vernetzung wurde darüber hinaus am IFF 2007 das erste bundesweite Treffen von NachwuchswissenschaftlerInnen im Themenbereich Gewalt und Geschlecht organisiert, das die Vernetzung und Beratung von Studierenden und DoktorandInnen im Themenbereich unterstützt und neue Forschungsvorhaben anstößt, diskutiert und begleitet. Das Treffen soll künftig halbjährlich stattfinden und am IFF fortgeführt werden.

 Projekte innerhalb dieses Forschungsschwerpunktes:

(*) Zu nennen sind hier etwa die vielfach im Auftrag von Bundes- und Landesministerien und anderen öffentlichen Trägern durchgeführten Studien zu sexueller Belästigung an Hochschulen und am Arbeitsplatz (Holzbecher et al. 1990, Meschkutat et al. 1993, Holzbecher/Meschkutat 1993, Holzbecher et al. 1994, Holzbecher 1995, Holzbecher/Meschkutat 1997, 1999), die Literaturanalysen zur „Psycho- und Soziogenese von männlicher Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen (Müller/Minssen 1995), sowie die Studien zu Gewalt gegenüber lesbischen Frauen (Soine et al. 1999, Soine 2000), die sowohl in der Frauen- und Geschlechterforschung wie auch in der Gewaltforschung und Gewaltprävention hohe Beachtung fanden.