Lange Zeit galt es in der Personalpolitik, dass Personalpotentiale
nur dann voll ausgeschöpft werden könnten, wenn die Beschäftigten
sich der Organisation verpflichtet fühlten und sich mit ihr weitestgehend
identifizierten. Ein hohes Maß an kultureller Homogenität,
die durch Selektion von passenden Beschäftigten, Enkulturation
und moralische Sozialisation der Organisationsmitglieder zu erreichen
sei so die Argumentation ist eine Voraussetzung für
die Entstehung eines solchen Wir-Gefühls.
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Dieses Konzept der monokulturellen Organisation ist mittlerweile immer
mehr in den Mittelpunkt der Kritik geraten. Es stellt sich einerseits
die Frage danach, welche Konsequenzen es für die Gruppen von Beschäftigten
hat, die dem Bild des Normalen Arbeitsnehmers nicht entsprechen,
wie z.B. Frauen. Die Entwicklungstendenzen in den westlichen Industriegesellschaften
ermöglichen andererseits zunehmend vielfältige Optionen für
die Lebensführung der Einzelnen. Das spiegelt sich auch in der steigenden
Heterogenität am Arbeitsmarkt wieder. Organisationen können
nur dann das notwendige Humankapital für sich sichern, wenn sie die
Vielfalt an Ansprüchen und Interessen der Beschäftigten berücksichtigen.
Auch der ökonomische Sinn der Homogenisierungsstrategien ist in Frage
gestellt: Forschungsergebnisse zeigen immer wieder, dass monokulturelle
Organisationen zu wenig lern- und anpassungsfähig sind und dass sie
das Innovationspotential der Beschäftigten nicht optimal ausschöpfen
können. |