"Die
Alternative zum Relativismus ist eine Vielfalt partialen, verortbaren, kritischen
Wissens, das die Möglichkeit von Netzwerken aufrechterhält, die
in der Politik Solidarität und in der Epistemologie Diskussionszusammenhänge
genannt werden."
In: Donna Haraway, Situiertes Wissen
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Die
Mechanismen von Inklusion und Exklusion: Rasse, Klasse, Geschlecht
und Geographien als biographische Erfahrungen
Im Sinne der nordamerikanischen Feministin Donna Haraway möchte
ich zunächst den Versuch einer Selbstpositionierung in Bezug
auf unser Thema vornehmen und meine partiale Perspektive als Kunsthistorikerin
und Universitätswissenschaftlerin in Deutschland markieren. |
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Geographien
und gendering im sich globalisierende Kunstbetrieb
Ausgehend von Beobachtungen zur Umstrukturierung und Modernisierung
des internationalen Kunstbetriebs durch die Ausbreitung von Großausstellungen
wie Biennalen, durch Institutionen wie die Guggenheim Foundation
und durch weltweit agierende Kuratoren, möchte ich zwei für
den workshop zentrale Fragenkomplexe anreißen:
- Welche Folgen
hat die zunehmende Abkehr von der ausschließlichen
Fixierung auf die westliche Kulturproduktion und die Berücksichtigung
künstlerischer Arbeiten aus (fast) aller Welt? Kann
dies zu einer Destabilisierung der westlichen Vorherrschaft
im Kunstbetrieb führen? Welches Verhältnis von
Peripherie und Zentrum, Metropolen und Provinzen, von virtuellen
und realen Orten läßt sich beobachten?
- Welche Stellung
haben die Akteure, insbesondere Künstlerinnen, Kuratorinnen
und Wissenschaftlerinnen in diesen Prozessen? Wie lassen
sich individuelle Erfahrungen und Erfolge/Mißerfolge
sowie strukturelle Vorgaben in unterschiedlichen Kunstorten
unter Gender-Gesichtspunkten analysieren?
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Globalisierung
von unten auch im Kunstbetrieb? - Der Workshop und seine Ziele
Unsere Projektgruppe verfolgte bei der Auswahl der Orte, der Themen
und bei dem Aufbau des Workshops das Ziel, aus unterschiedlichen Perspektiven
theoretische Positionen vorzustellen und vielfältige Informationen
über Rahmenbedingungen und Arbeitsmöglichkeiten von Künstlerinnen
an unterschiedlichen Kunstorten zu gewinnen. Die Frage stellt sich,
ob angesichts der Dominanz der Großinstitutionen des westlichen
Kunstbetriebs eigenständige, sich davon abkoppelnde Formen des
gleichberechtigten Austauschs und der Kooperation wünschbar und
denkbar sind. Zu fragen ist weiter nach der Bedeutung transkultureller
Kunstkonzepte, wie sie insbesondere von MigrantInnen mit dem Identitätsmodell
der Nomadin/des Nomaden in die aktuelle Debatte gebracht wurden. Aus
den Ergebnissen des Workshops und aus der kritischen Analyse und Erweiterung
des bisher konzipierten Projektdesigns soll eine Kooperation und ein
Netzwerk für das kommende Forschungsprojekt entwickelt werden.
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