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1.
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Einführung
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Ich möchte
meinen Beitrag zum Workshop "Kunstorte in Genderperspektive
- Arbeitsbedingungen von Bildenden Künstlerinnen und ihre Präsenz
im Kunstbetrieb im internationalen Vergleich" mit einem Bild
anfangen, das uns die Relativität des Begriffes "Ort"
vor Augen halten soll: es handelt sich um das Blatt "La Escuela
del Sur" (Die Schule des Südens), 1936, von Joaquin Torres
Garcia, uruguayischer Künstler und Kunsttheoretiker des Konstruktivismus
- es diente als Titelblatt einer Publikation von Torres Garcias
Schriften. In dieser heute bekannten Darstellung der westlichen
Hemisphäre nimmt Südamerika die obere Hälfte der
Karte ein, Nordamerika hingegen (vermeintlich) die untere. Diese
auf den Kopf gestellte Geographie relativiert das "Nord-Süd"-Verhältnis
und stellt provokativ die ethnozentrische Kulturhegemonie des Nordens
in Frage.
Heute, im Zeitalter der globalen Mobilität und der politisch
und ökonomisch verursachten Migrationsbewegungen, haben beschleunigte
Verkehrs- und Kommunikationstechniken die alten Kartographien definitiv
gesprengt. "Norden und Süden", Provinzen und Metropolen,
sogenannte "Zentren und Peripherien" interagieren in unerwarteter,
unkontrollierter Art und Weise, sozusagen nach dem Prinzip der "kommunizierenden
Röhren". Die Hegemonie des "Nordens" ist aber
in jedem Fall eine längst überholte Vorstellung.
Ich werde über Sao Paulo, die Kunstmetropole des "Südens"
schlechthin, berichten, und untersuchen, wie die Stadt als Nährboden
für brasilianische Künstlerinnen agiert, sei es als der
Ort von Kunst- und Ausbildungsstätten und für künstlerische
Anregungen oder sei es als Raum für Arbeits- und Karriereentfaltung;
als lokaler Konvergenzpunkt für Künstlerinnen aus anderen
Großstädten und aus dem brasilianischen Hinterland, aber
auch als Sprungbett für weitere "displacements".
Dennoch schließt die sogenannte "periphere Metropole"
São Paulo viele Ambivalenzen ein. Diese häufig gebrauchte
Bezeichnung verhüllt eine Diskrepanz, denn "peripher"
und "Metropole" sind inkompatible Termini: sie implizieren
die Gegensätze "peripher" als "am Rand liegend",
"nicht so wichtig" einerseits und "Metropole"
als "auf den Mittelpunkt zielend", "aus dem Zentrum
kommend".
In diesem Zusammenhang sei das umstrittene Begriffsbinom "Zentrum
/ Peripherie" (schon oben in Anführungszeichen erwähnt)
kurz erläutert. Ich denke, Begriffe wie diese bedürfen
der Entmystifizierung, weil sie homogenisierende Denkweise enthalten
und eine dichotomische Sicht der heutigen multipolaren kulturellen
Realität vermitteln, die gerade die oben erwähnte Hegemonie
des "Nordens" berührt. Selbst Kunsthistorikern mit
langjähriger Erfahrung mit nicht-westlicher und außereuropäischer
Kunst wie Hans Belting(1) bereitet diese Problematik Schwierigkeiten.
Obwohl er sein Thema als zeitgenössische Kunst nicht-westlicher
Kulturen erklärt, sieht er "wenig Veränderung"
in der Konstellation von "Zentrum und Peripherie" - ich
zitiere: "...denn die Frage, wie wir mit zeitgenössischer
Kunst nicht-westlicher Herkunft umgehen, ja ob wir überhaupt
bereit sind, eine solche Kunst ernst zu nehmen, berührt Grundsatz-Entscheidungen
der kulturelle Praxis und des Kunstmarktes"(2) . Warum
die Mühe, die eigenen Standpunkte zu relativieren und die "anderen"
als ernsthafte Ansprechpartner anzuerkennen? Offensichtlich liegt
hier eine mangelnde Akzeptanz von Wertepluralismus vor, den ein
weltoffener Umgang mit der Kunst voraussetzt.
Aus solchen Aussagen wird deutlich, wie widerwillig der tatsächliche
Paradigmenwechsel (shifts) in der europäischen kulturellen
Praxis stattfindet. In diesem Zusammenhang stellen sich weitere
Fragen: Wie artikuliert sich der "displaced" in unserem
Fall: die Künstlerinnen aus der brasilianischen "Peripherie"
- im deutschen "Zentrum"? Was sind die Rahmenbedingungen
ihrer künstlerischen Außenseiterkarrieren? Welche Schwellen
werden überwunden, auf welchen Ebenen geschehen das Tauschen,
die Inklusion, die Ausgrenzungen? Diese Überlegungen möchte
ich im Laufe dieses Beitrages thematisieren und anhand von konkreten
Beispielen zur Diskussion stellen.
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| 2. |
Identität
/ Mobilität / Zugehörigkeit |
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Ich möchte
hier zwei entscheidende Fragen, nämlich Identität und Mobilität
und ihre daraus folgenden Wechselbeziehungen, etwas näher umreißen.
Wie lässt sich die Wirkung der extremen Mobilität unseres
Zeitalters auf Individuum und Kollektive erfassen und beschreiben?
"No existence escapes the reality of mixture and dissemination,
and this overturning of references and scales acts upon every life
like an upheavel" hat Jean-Christoph Bailly in seinem Essay
"The free use of the proper"(3) treffend bemerkt .
Das Wort Mobilität, aus Lateinisch "mobilitas", zu
deutsch Beweglichkeit, drückt vor allem häufigen Ortswechsel
aus. Wer heute über Mobilität spricht, setzt nicht nur die
Bewegung von A nach B voraus, sondern eine wiederholte Lage- oder
Ortsveränderung. Betrachten wir die Häufigkeit, mit der
sich der "moderne" (oder post-moderne?) Mensch heute bewegt,
sei es für kurze oder längere Zeit, sei es als Individuum
oder als Teil einer Gesellschaft, sei es aus eigenem Antrieb oder
unfreiwillig, sei es auf Urlaubs- oder Geschäftsreisen oder als
Auswander und Flüchtling, darf behauptet werden, dass wir heute
tatsächlich das Zeitalter der Mobilität erleben.
Gewiß, nicht nur das Phänomen der Mobilität gekennzeichnet
das Ende des turbulenten, komplexen, "kurzen XX. Jahrhunderts"(4)
aber es ist sicherlich einer seiner entscheidenden Züge. Seit
den Anfängen der Industriellen Revolution üben die immer
schneller sich entwicklenden Kommunikations- und Verkehrstechniken
einen regelrechten Beschleunigungseffekt auf die Bewegungsmöglichkeiten
und Horizonte der Menschen aus. Raum- und Zeitwahrnehmungspotential
verändern sich permanent und in schwindelerregendem Tempo: reale
und subjektive Entfernungen schrumpfen; Realitäten werden ad
infinitum vervielfältigt. Die unmittelbaren und langfristigen
Folgen, die dieser gewaltige Strukturwandel den Menschen aufzwingt,
sind noch schwer abzuschätzen.
In seinem Essay Die große Wanderung(5) beschreibt Hans
Magnus Enzensberger unser Zeitalter als eine von früher unvorstellbaren
Wanderbewegungen; fast unbegreiflich scheinen die territorialen Dislokationen
von enormen Menschenmassen innerhalb kurzer Zeit. Berichte in der
Presse von sechsstelligen Zahlen von Vertriebenen und Flüchtlingen
werden immer häufiger; die politische Einteilung von Landkarten
ändert sich gewaltsam und schnell wie noch nie; als Ursachen
und Folgen könnten endlose und dramatische Bürgerkriege
genannt werden, vom Balkan bis Tchetchenien, von Ruanda bis Sierra
Leone, um nur einige Beispeile zu erwähnen.
Die "ilegal alliens" und die legalen Einwanderer lateinamerikanischer
Herkunft, die in den letzten Jahrzehnten die Grenzen der USA überschritten
haben, werden in der Größenordnung von Millionen geschätzt;
bezüglich dieser Migration von sogenannten "hispanos"
in den USA spricht Nestor Garcia Canclini(6) von einer Zahl, die schon
die zwanzig Millionen übertroffen hat. Ohne Zweifel handelt sich
hier um eines der markantesten Beispiele für die Wanderbewegungen
unserer Epoche.
Auch in Westeuropa nimmt die "beunruhigende" Präsenz
von Asylanten, Migranten, Wirtschaftsflüchtlingen kontinuierlich
zu; es gibt kaum ein Land in der europäischen Gemeinschaft, in
dem die Migrationspolitik nicht als einer der brennendsten Tagesordnungspunkte
betrachtet wird. Die Bildung einer (utopischen?) "multikulturellen"
Gesellschaft in den Ländern des "Nordens" wird als
erwünscht deklariert, in der Tat aber scheint sie schicksalhaft
zu sein.
Einerseits wird versucht, die Einwanderungsaufnahme zu regulieren
und Quoten festzusetzen; anderseits werden illegale Migranten geduldet
und oft durch Schwarzarbeit ausgebeutet. Nicht zu übersehen sind
die zunehmenden Demonstrationen des Fremdenhasses in Westeuropa: die
Neonazis in Deutschland, die Le Pen-Anhänger in Frankreich, auch
die Separatisten in Norditalien sind leider keine national-spezifische
Erscheinung, sondern Gesichter des selben Übels.
Die Konflikte, die durch massenhafte Migration entstehen, sind voraussehbar
und scheinen schwer zu vermeiden; verschärft werden sie allerdings
durch strukturelle Probleme in den Aufnahmeländern wie Arbeitslosigkeit,
Wohnungsnot und soziale Spannungen.
Vor diesem Hintergrund stellen sich Fragen der kulturellen Praxis
und der Bildung von künstlerischer Identität noch schärfer
.
"Keine künstlerische Identität ist einfach gegeben;
jede ist auf Basis von Erfahrungen, Gedächtnis, Tradition (die
auch eine erdachte und erfundene sein kann) sowie einer Vielzahl kultureller,
politischer und sozialer Praktiken und Äußerungen kollektiv
konstruiert." schreibt Edward Said(7) und in dieser Sinne
ergänzt Catherine David: "...Identität ist aber
keine Ansammlung von Gegebenheiten (rassischen, sexuellen, politischen,
sozialen, ökonomischen), sie ist ein lebenslanger Prozess; sie
hat zwar mit sozialen, psychologischen, politischen Realitäten
zu tun, aber auch mit Träumen, Misserfolgen, Ambitionen, Unwägbarkeiten,
und Irrationalem."(8)
In Brasilien hat die Präsenz von europäischen, afrikanischen,
indianischen und asiatischen Elementen dazu beigetragen, dass Kultur
als hybrides Produkt entsteht. Diese Verschmelzung ist ein kontinuierlicher,
dynamischer Prozess und wird als selbstverständlich akzeptiert,
so dass kulturelle Identität als Konstrukt von permanenten Transformationen
gekennzeichnet werden kann.
Die Auseinandersetzung mit der Herausbildung einer brasilianischen
kulturellen Identität war schon am Anfang des XX. Jahrhunderts
ein wichtiges Thema des brasilianischen Modernismus, sichtbar vor
allen bei Tarsila do Amaral und Oswald de Andrade, bei der Formulierung
der "Antropofagia-(Menschenfresser-)Bewegung": "...das
kritische Verschlingen des universellen Kulturerbes, des weißen
Mannes, ausgeführt nicht aus der untertänigen, rekonzilianten
Perspektive des "edlen Wilden", sondern vom unverbrauchten
Standpunkt des "unedlen Wilden", des Antropofagen aus (...)
Dies schließt eine Unterwerfung aus und setzt an ihre Stelle
eine Transkulturation (...) ein kritischer Blick auf die Geschichte
(...) geeignet ebenso zum Ein- und Ausschluß, zur Dehierarchisierung
oder Dekonstruktion"(9). Dieses Prozess von "Verschlingen
und Ausscheiden", das zur Auflösung von Differenzen führt,
wurde zum Programm der brasilianischen Kultur.
Heute, beschleunigt durch reale und virtuelle Mobilitäten, werden
Durchkreuzungen, Überlagerungen, Fragmentierungen und Assimilationen
extrem potenziert und dies mit unvermeidlichen Folgen für künstlerische
Identitäten. Es wäre unrealistisch, heutzutage von homogenen
Identitäten zu sprechen; vielmehr ist die Rede von " experimentellen,
multifokalen Identitäten", wie Garcia Canclini, der mit
Humor den Aussage des mexikanischen Schriftsteller Gomez-Peña
schildert: "Wenn man mich nach meiner Nationalität oder
ethnische Zugehörigkeit fragt, kann ich nicht mit einem Wort
antworten, denn meine Identität besitzt ein multiples Repertoire:
ich bin Mexicaner, aber auch "Chicano" oder "Mexiquillo"..
Die Angelsachse nennen mich "hispanic" oder "latino"
und die Deutschen haben mich schon oft mit einem Türken oder
Italiener verwechselt."(10)
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3.
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Fließende
brasilianische Identitäten - künstlerische Praxis im Zeitalter
der Mobilität
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Aus einem historischen
Blickpunkt betrachtet, könnte behauptet werden dass, Mobilität
als Ausbildungs- und Professionalisierungsstrategie kein Novum in
der brasilianischen Kunstgeschichte ist. Ich denke hier an das uvre
von zwei Künstlerinnen, die eine bedeutende Rolle im brasilianischen
"Modernismo" gespielt haben und schon Anfangs des XX.
Jahrhunderts zwischen Kontinenten reisten: Anita Malfatti (1889-1964)
und Tarsila do Amaral (1886-1973). Malfatti, von deutschen und italienischen
Einwandern stammend, hat 1910 bis 1914 in Deutschland (bei Lovis
Corinth, in Berlin) und 1915/1916 in den USA (in der Independent
School of Art, in New York) studiert. Amaral hat ihre Ausbildung
durch mehrere Reise nach Paris erworben, wo sie zunächst in
der Académie Julien (1920-1922), dann bei Fernand Léger
(1923-1925) studiert hat; 1931 hat sie eine Reise nach Moscow unternommen,
wo sie eine Ausstellung hatte.
Im Laufe des Jahrhunderts intensivierte sich das Kommen und Gehen
zwischen Brasilien und Europa, wie etwa bei Lygia Clark, die zwischen
1952, als sie ihre künstlerische in Rio angefangener Ausbildung
in Paris fortsetzte, und 1976, als sie endgültig ihre Lehrtätigkeit
an der Sorbonne in Paris aufgab und nach Rio zurückging, auf
mehreren Reisen nach Italien, Frankreich, Deutschland, England und
Aufenthalte, hauptsächlich in Paris, hin und her pendelte.
Aber es gab auch die Gegenrichtung - von Europa nach Brasilien -
wie bei Mira Schendel (1919 - 1988), eine in der Schweiz geborene,
in Italien aufgewachsene Künstlerin jüdischer Abstammung;
1949 ist sie als Kriegsflüchtling mit einem Ausweis als "displaced
person" von Italien nach Brasilien ausgewandert hat; zwischen
den 60er und 80er Jahre war sie mehrmals zu Ausstellungen und Studienreisen
in Europa, u.a. in Italien, Deutschland und England.
Heute ist Liste von brasilianischen Künstlerinnen mit transkulturellen
Biographien und erstem oder zweiten Wohnsitz im Ausland lang. Paradigmatisch
für das rege Kommen und Gehen zwischen Kontinenten scheinen
mir die Bahnen der Künstlerin Rivane Neuenschwander (deutsche
Abstammung); über sie kann man im Katalog der letzten Biennale
vn São Paulo (1998) folgendes lesen: "Geboren 1967 in
Belo Horizonte, Minas Gerais. Studium der Bildhauerei im Royal College
of London; lebt und arbeitet unterwegs."(11) Mobilität
wird hier zu "permanent transition"(12) : das Nomadentum
zum Inbild des ultimativen "lifestyle" schlechthin.
Mit unterschiedlichen Methoden und Intensitäten diskutieren
KünstlerInnen der "Migrationsgeneration" die Frage
nach der eigenen Identität. Viele verwenden explizit auto-biografische
und geschlechtsspezifische Referenzen.
Im manchen Fällen ist die Erfahrung der "Entwurzelung"
recht schmerzhaft, dennoch positiv, wie im Beispiel der in Deutschland
lebenden argentinischen Künstlerin Pat Binder: "Migration
ist eine schöpferische Tätigkeit (...) aber gleichzeitig
ein Leiden (...) das Selbstverständnis der eigenen Identität
zersplittert: Wer bin ich? Wie verstehe ich mich selbst? (...) Durch
meine Arbeit wurde mir aber bewusst , dass meine fragilen Identitätssplitter
sich doch noch recht gut verteidigen können: ihre Glaskanten
sind nämlich beim Zerbrechen sehr scharf geworden. Scharf in
Beurteilen und um Einspruch zu erheben. Sie lassen sich ohne Schwierigkeiten
mit anderen Bedeutungsfragmenten kombinieren."(13)
Ob und wie die Frage der kulturellen Identität im eigenen Werk
zum Ausdruck kommt, welche Hintergründe und Folgen die "Entwurzelungen"
und "Dislokationen" enthalten, möchte ich jetzt im
Fall von zwei in Deutschland lebenden brasilianischen Künstlerinnen
untersuchen: Cristina Canale und Luzia Simons.
Cristina Canale
wurde 1961 in Rio de Janeiro geboren; seit 1993 lebt sie in Berlin,
wo sie ihren Hauptwohnsitz hat, und in Rio, wo sie Atelier und Wohnung
beibehalten hat und mehrere Monate im Jahr verbringt.
Ihr Werk stellt einen der interessantesten Ansätze der zeitgenössischen
brasilianischen Malerei dar. Von 1979 bis 1983 besuchte sie die
"Escola de Artes Visuais do Parque Lage", Rio de Janeiro,
wo sie die Klassen für Malerei und Zeichnung absolvierte. 1984
nahm sie an der Ausstellung "Como vai você, geração
80?" (Wie geht's Dir, Generation der 80er Jahre?) in Rio teil;
diese galt als Wendpunkt ("turning point") in der brasilianischen
Kunst, weil sie die Wiederkehr der Malerei, nach langen Jahren vorrangig
konzeptueller Kunstproduktion, gekennzeichnete. Schon in den 80er
Jahren sind die Werke Canales in renommierten brasilianischen Kunstadressen
zu sehen wie beispielweise im Museum für Moderne Kunst in Rio
de Janeiro (1985) und im Museum für zeitgenössische Kunst
in Sao Paulo (1989). 1991 nahm sie an der 21. Biennale von São
Paulo teil und erhielt den Preis des Gouverneurs des Staates São
Paulo. Im selben Jahr nahm sie auch an der Überblicks-Ausstellung
"Viva-Brasil-Viva" in Stockholm teil. 1993 kam sie mit
einem DAAD-Stipendium nach Deutschland, zunächst nach Düsseldorf,
wo sie in der Kunstakademie bei Jan Dibbets studiert hat, dann nach
Berlin. Seitdem stellt sie regelmäßig in Brasilien und
Deutschland aus und ist in mehreren Kunstsammlungen vertreten. Seitdem
bestimmt das Pendeln zwischen Berlin, der Wahlheimat, und Rio de
Janeiro, der nie aufgegebenen Heimat, ihr Schaffen und ihre Weltanschauung.
Die Kunst Cristina Canales ist tief in der Tradition der Malerei
verwurzelt, wobei sie sich, ganz im Sinne der Post-Modernität,
zwischen unterschiedlichen Repertoires frei bewegt, um sich "mit
einem unfangreichen theoretischen, technischen und bildlichen Kulturgut
auseinanderzusetzen"(14) . Das aus der brasilianische Kunstgeschichte
kommende Erbe ist klar: die Malerei von Alberto da Veiga Guignard
(1896-1962), insbesondere die Landschaftsmalerei; sein Spätwerk,
lyrische und imaginative Darstellungen des brasilianischen Hinterlandes
("Interior"), von Parkanlagen, kleinen Städtchen
und gelegentlich Stränden. Von Guignard übernahm Canale
die scharfe Beobachtung der Natur, sowie die Freiheit, sich von
ihr zu entfernen und sie im Bild allmählich aufzulösen.
In diesem Sinne malte sie in den 80er Jahren Landschaften, um dieses
traditionelle Genre sorgfältig zu untersuchen und neu für
sich zu erfinden. Es entstanden großformatige Bilder, meist
aus der Vogelperspektive (sprich: aus der japanischen Kunst) beobachtet,
deren Thematik um Inseln, Archipele, Vulkane, Täler, Wasserfälle
kreist. Kennzeichnend für diese Arbeiten ist die dichte Farbübertragung
und Stofflichkeit der Bilder. In dieser Periode tauchte die partielle
Auflösung der Figur als deutliches Indiz der Annäherung
an die Abstraktion auf; ein geübtes Auge würde jedoch
sicherlich in diesen beinahe phantastischen Landschaften Fragmente
von Rio de Janeiros gewundenen Konturen erkennen.
Peu à peu, in den Werken der frühen 90er Jahre, begann
das Augenmerk der Künstlerin sich auf das Detail zu richten.
Als ob sie Ausschnitte ihrer früheren Landschaften gewählt
und sie durch ein "Zoom" beobachtet hätte, führte
Canale eine Art imaginäres Vergrößerungsglas ein.
Das Detail "explodierte", es zersplitterte in Fragmente,
in einer fast wissenschaftlichen Haltung bei der Untersuchung von
Materie und Form; diese Entwicklung steigerte sich nach 1993, dem
Jahr, in dem Canale nach Deutschland kam. Sie suchte nach ganz anderen
Ansatzpunkten und stellte sich neuen Fragen. Dann eine entscheidende
Wende: wie Bruchstücke aus den früheren Landschaften entstanden
wieder organische Formen: Blumen, Früchte, Samen, Kokons und
Knospen. Von zentraler Bedeutung wurden die Beziehungen zwischen
Flächen und Farben, ja die intensive Untersuchung der räumlichen
Struktur des Bildes selbst. Materialität und Festigkeit nahmen
wesentlich ab; neue Effekte wie Transparenz, Verflüssigung,
Tropfen und Ineinandergleiten der Farben wurden vorherrschend. Auch
ein zunehmendes Interesse an der Linienführung, nicht als Kontur,
sondern als bildlicher Wert, wurde allmählich erkennbar. Dieser
Prozess entwickelte sich bis 1997/98 und verkündete erneut
eine weitere Wende. Denn von diesem Zeitpunkt ab manifestierte sich
nach und nach der Wille zur Konzentration. Die Arbeiten des darauffolgenden
Werkabschnitts "Meeresgeschichten oder Meerlandschaften",
mit Mollusken, Blumen-Muscheln und Schnecken standen noch in einer
gewissen formalen Beziehung zum früheren Werk, galten aber
offensichtlich als Übergangsphase, in der die Beziehung zwischen
Gesamtklang des Bildes und seinen Einzelwerten eine große
Rolle spielte.
In den aktuellen Gemälden, die vor kurzem im Kunstverein Genthiner
Elf in Berlin zu sehen waren, ändert sich beachtlich das räumliche
Kompositionssystem, in dem es bündiger und konzentriert wird:
das Objekt verdichtet sich, gewinnt Autonomie, löst sich von
dem fast abstrakten Hintergrund. Auch die Thematik ist neu: Sessel,
kleine Möbelgruppen, "Interieurs-Elemente". Diese
Annährung an die Figürlichkeit stellt einen bedeutenden
konzeptuellen Wandel im Werk von Cristina Canale dar.
Inwiefern bedingt der kontinuierliche Ortswechsel ihr Werk? Canales
Transkulturalität beginnt nicht mit ihrer Ankunft in Deutschland;
diese wurde ihr schon durch die brasilianische Vielfalt mitgegeben.
Gewiss war die Entscheidung, Deutschland als Ort für ihren
weiteren beruflichen Weg auszuwählen, ausschlaggebend für
Karriere und Leben; sie folgte aber einer klaren Zielstrategie.
1991/92, nach der Teilnahme an der Biennale von São Paulo,
befand sich Canale trotz beruflicher Anerkennung in einer künstlerischen
Krise, nämlich mitten im Ringen zwischen Stofflichkeit und
der Ausdruckskraft der Linie, zwischen Malerischem und Zeichnerischem;
daraus resultierte eine Suche nach formaler Reinheit. Es war kein
Zufall, dass diese sie nach Düsseldorf führte; vielmehr
war es der Wunsch nach Abstand von der gewohnten Umgebung und nach
Erweiterung des eigenen Blickfelds. Die Weiterbildung im Ausland
fungierte gleichzeitig als klar kalkuliertes Mittel von Berufsstrategie
einerseits und Distanzierung vom künstlerischen Milieu andererseits.
Wegen seines schlichten Formalismus wurde Jan Dibbets (ein "anti-malerischer"
Künstler schlechthin) als Lehrer ausgesucht. Allmählich
ließ sich im Werk Canales eine neue visuelle Richtung erkennen:
verdünnte Farbmaterialität, betonte chromatische Flächen
und vor allen: Wiedereinsetzung der Linien.
Man wird vergebens nach ersichtlichen Dislokationsmerkmalen bei
Canale suchen: es sind keine Reisemotive, keine Erzählungen
von tropischen Geschichten, keine Zeichen von Ethnizität, kurz:
keine Attribute von kulturellen Differenzen zu finden.
Dennoch gibt es sehr subtile Hinweise, die sporadisch in ihren Bildern
auftauchen und als denkbare Verdeutlichungen von "Brasilianität"
gelesen werden können. Zum Beispiel die Bildtitel: kurz nachdem
Canale nach Deutschland kam, ging sie sehr spartanisch mit den Titeln
um, als ob sie jede mögliche Klischeeassoziation vermeiden
wollte: fast alle Werke waren als "ohne Titel" bezeichnet.
Gegen 1997/98, als die Künstlerin wieder festen Fuß fasste,
treten wieder Titel auf, einige wie "Komische Blume" oder
"Zwei Gewichte" deuten formale Fragen an; andere aber
wie "Al Mare", "Strand", "Paradies",
"Dora on the Beach", "Landschaft mit Muschel",
ja die ganzen "Meeresgeschichten" weisen poetisch auf
eine Thematik hin, die deutlich mit Canales brasilianischer (besser
gesagt: Rio-)Herkunft zusammenhängen.
Die Farbe, zentral im Werk der Künstlerin, wird oft als ihr
"brasilianisches Merkmal" verstanden (15), obwohl Canale
in der Tradition der westlichen modernen Malerei arbeitet. Sie ist
die Erbin der Europäer Monet und Fautrier sowohl als die der
Brasilianer Guignard und Volpi. Sicherlich benutzt sie eine breite
Farbskala und kontrastierende Warm- und Kalttöne; Eigenwerte
der Farben und Komplexität der Farbdynamik gehören zum
Kern ihres Experimentierens. Auf eine Rolle als Malerin des "brasilianischen
Lichts" lässt sie sich aber nicht reduzieren; ihre legitimen
koloristischen Ansprüche reichen weit darüber hinaus.
Cristina Canale muss nicht um Zugehörigkeit kämpfen. Nationale
Identität und künstlerische Identitäten fließen
konflikt- und nahtlos ineinander. Mit felsenfester Souveränität
erklärt sie sich als eine brasilianische Künstlerin, die
zwischen zwei Welten lebt und Elemente von beiden selbstverständlich
für sich in Besitz nimmt.
Die Fotokünstlerin
Luzia Simons wurde 1953 in Quixadá, (Ceara) in Nordostbrasilien
geboren; Migrationsbewegungen gehörten schon zu ihrer Biographie,
als sie noch in Brasilien lebte. Mehrmals ist sie innerhalb des
Landes umgezogen, wobei Sao Paulo, ca. 4000km von ihrem Geburtsort
entfernt, Referenz für ihre Kindheit und wichtige Zwischenstation
war. Dort erlebte sie auch ihre erste Begegnung mit der Theaterarbeit
(Teatro Oficina). 1976 ging sie nach Frankreich, zunächst nach
Paris, wo sie Geschichte und Bildende Kunst studierte und sich insbesondere
mit Bildhauerei beschäftigte. Aus dieser Schaffensperiode stammt
offensichtlich ihr Interesse für die Plastizität des Körpers.
1986 kam sie nach Deutschland; seitdem lebt sie in Stuttgart, wo
sie seit 1988, parallel zur Tätigkeit als Fotokünstlerin,
als Dozentin für Bildnerisches Gestalten im Studiengang Figurentheater
an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst arbeitet.
Ab1988 bis 1998 beschäftigte sie sich hauptsächlich mit
dem Langzeit-Fotoprojekt "Camera Obscura". Zur Thematik
der Serie gehört hauptsächlich der - meist männliche
- Akt. Hier wird auf das Prinzip der camera-obscura hingewiesen,
indem das Bild wie bei einer Lochkamera auf den papierenen Hintergrund
eines kleinen, schwarzen Kasten projiziert und dort abfotografiert
wird. Verschiedene Darstellungen dieser Serie hat Simons in Brasilien
(1990), Frankreich (1991) und Deutschland (1992, 96, 97 und 98)
gezeigt und eine Publikation wurde anlässlich der Ausstellung
im Frankfurter Fotografie-Forum-International veröffentlicht(16).
In diesen Werken wird das Motiv spannungsvoll inszeniert: aus den
tiefschwarzen Bildränder tauchen dramatisch erleuchtete Fragmente
von menschlichen Körpern und Abschnitte von Stilleben auf.
Der Blick, filtriert durch die körnige Oberfläche der
Bilder, wird zum Tunnelblick(17); die dunklen Kammern, wo diese
Geschichten sich abspielen, fungieren eindeutig als metaphorische
Räume.
Dann folgte die Serie "Hinter dem Spiegel". Wie auf fotografisch
erzeugten Bühnen zeigt sie verzerrte Frauengestalten, umgeben
von schweren Volants, dunklem Mobiliar, Schleiern, Paravents, Spiegeln,
Lampen: es sind raffinierte Inszenierungen mit gezielter Verfremdungstechnik,
wobei sowohl Konnotationen aus dem Bereich des Theaters als auch
Elemente der Kunstgeschichte hervorgerufen werden. Diese Überlagerungen
resultieren sicherlich aus der vielseitigen künstlerischen
Herkunft der multimedialen Künstlerin. Luzia Simons hat neulich
"Hinter dem Spiegel" in einem neuen Kontext in Havanna
(Centro Wifredo Lam, März 2001) gezeigt, eine "site specific"
Intervention, indem sie Raum und Bild interagieren ließ: die
gespenstischen Gestalten wurden in Fassadennischen integriert, unter
Einbeziehung der kolonialen Architektur und der heruntergekommenen
urbanen Umgebung.
Noch aus dem Experimentieren mit Fotografie, Tanz und Theater und
deren Wechselbeziehungen resultiert die Konzeptionen der Performances
"Memory Error" (1999/2000) und "Save as Julia"
(Jan. 2001). In diesem Werksegment werden Fotofragmente des menschlichen
Antlitzes (wie bei der früheren "Camera Obscura"-Serie)
wieder präsent, sowie die Impulse aus ihrer mit dem Theater
zusammenhängenden Tätigkeit, denn hier übernimmt
Simons noch die Regie der Performers, mit denen die Künstlerin
zusammenarbeitet. Insbesondere sind es die künstlerische Kriterien
und die visuelle Referenz auf das Theater, die ihr Interesse fesseln
und als Stoffe bearbeitet werden.
Mit der neuesten Fotoserie "Transit" (2000/2001, Württembergischer
Kunstverein Stuttgart; 2001, Galerie SESC, São Paulo) wird
die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und die daraus
resultierenden "nomadischen Bewegungen" erkennbar und
zum Thema gemacht. Luzia Simons verbindet Ausschnitte aus ihren
eigenen Reisepässen mit Elementen aus dem persönlichen
Fotoarchiv in fotografischen Collagen, die um den eigenen künstlerischen
Lebensweg kreisen. Es handelt sich um eine Serie von 32 (wie die
32 Seiten ihres Reisepasses) großformatigen digital bearbeiteten
und mit "inkjet" gedruckten Werken, die eine verborgene
Autobiographie darstellen soll: "wenn man genau hinsehen will:
es sind alle Elemente da und warten darauf, entziffert zu werden"(18)
: die Orte, die Erinnerungen, die Symbole. Der Reisepass, der Identitätsgegenstand
eines Ausländers, der ihn überall begleitet -und begleiten
muss-, wird zum Selbstverständnis der eigenen Identität.
Simons bearbeitet Stempel, Arabesken, Ornamente und Fragmente von
Texten und Begriffen aus den Seiten ihres Pässes, wie "Geburtsort",
"Staatsangehörigkeit", "Permit de séjour"
(Aufenthaltsgenehmigung), "validité territoriale".
Die symbolischen Bedeutungen werden hier auf visueller Ebene bewertet.
Sie sind dennoch offensichtliche Signale des Nachdenkens über
Dislokation und deren Folgen für die Identität. Zweifellos
wird hier die visuelle Fragmentierung der Serie "Transit"
als Metapher für die eigene fragmentarische Lebensgeschichte
benutzt.
Derzeit beschäftigt sich Simons mit dem "work in progress"
Face Migration, in Zusammenarbeit mit der Südwestrundfunk (am
1. Oktober um 18 Uhr wird die Sendung "Grenzenlos", über
die Künstlerin und ihr Werk, in SWR 3 zu sehen sein). Es handelt
sich um großformatige Schwarz/Weiß Porträts von
Ausländer, für die Deutschland Heimat - als Zufluchtsort,
als zweite- oder Wahlheimat - geworden ist; circa 100 Menschen unterschiedlicher
Herkunft und Schicht sollen am Ende des Projektes fotografiert werden.
Bisher hat sie eine Installation mit 20 Porträts in Stuttgart
ausgestellt (Mai 2001); mit ihren "Gesichter-Collage"
zeigt Simons einen Ausschnitt aus der Vielfalt der in Deutschland
lebenden Ausländer, mit ihren ethnischen Differenzen, aber
auch mit ihren Anpassungsfähigkeiten, ohne Pathos oder "exotisches
Kolorit". Gewiss hat dieses Projekt einen starken politischen
Akzent: "Seit dem Mittelalter ist Deutschland ein "crossroads"
Land; seine Berufung als Einwanderungsland kann nicht länger
verleugnet werden"(19) . Luzia Simons möchte aber nicht,
dass ihr Werke als bloße Aussage im "Diskurs des Multikulturalismus"
verstanden wird, sondern sie wünscht sich, damit ein Signal
der Normalität setzen zu können.
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4.
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São
Paulo - Metropole oder Peripherie (Zur Fragestellung)
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Metropolen
gelten fortdauernd als Orte der Entstehung, des Fliessens, der Konvergenz
und Auseinandersetzung von kritischen kulturellen Inhalte, obwohl
der tiefe Strukturwandel von Kommunikation und Verkehr diese Hegemonie
maßgeblich unterminiert: im Zeitalter des Internets wird die
Beziehung Provinz - Metropole beachtlich relativiert.
Sao Paulo, oft als "Mega-city" oder Megalopole beschrieben,
weil dort die gewohnten Dimensionen von Stadt "(...) stets
gesprengt werden"(20), ist die lateinamerikanische Metropole
schlechthin, mit all den wohl bekannten Inkompatibilitäten
und Widersprüchen: spektakulärer Konsum neben chronischer
Verarmung, luxuriöse "gated communities" Seite an
Seite mit aussichtslosen Armutsghettos ("favelas"), hohe
Kriminalität und hoher Wohlstand. Dennoch selbstbewusst, versteht
sich die Stadt neben Rio de Janeiro als den Mittelpunkt für
Kunst und Kultur.
Als Kunstort hat Sao Paulo seine unbestrittene Position als die
brasilianische Stadt mit den meisten Konzertsälen, Theatern,
Museen, Kunstausbildungsstätten und Kulturzentren im Land und
agiert dementsprechend als lokaler Konvergenzpunkt für KünstlerInnen
aus anderen Großstädten und aus dem brasilianischen Hinterland.
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Zur
Fragestellung: |
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1.
Internationaler und nationaler Vergleich / 2. Struktur des Kunstbetriebs |
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Die pulsierende
zeitgenössische Kunstszene Sao Paulos ist durch ihre Vielfalt
ausgeprägt. Als erstes werde ich kurz über die Biennale
von São Paulo(21) berichten, eine der ältesten und renommiertsten
Kunstinstitutionen Brasiliens, die sowohl im nationalen wie in internationalen
Kontext schon seit ihrer Gründung 1951, durch den Industrieller
Francisco Matarazzo Sobrinho eine wichtige Rolle spielt. Es handelt
sich um eine private Einrichtung, die auch durch staatlichen Mittel
unterstütz wird. Der internationale Stellenwert der São
Paulo Biennale ist beachtlich und hält einen erstklassigen Platz
zwischen vergleichbaren Ausstellungen dieser Größe; Harald
Szeeman hat sie neulich mit der Biennale Venedig und der documenta
gleichgesetzt(22). Im lokalen Kontext ist die São Paulo Biennale
von höchster Bedeutung: die Teilnahme daran ist Ziel jede Künstlerkarriere;
sie ist ein wichtig Mittel zur Bestätigung von Seriosität,
Ausdauer und Durchsetzung in der brasilianischen (und internationalen)
Kunstszene; meist bedeutet eine solche Teilnahme, von Kuratoren und
Museumsleuten wahrgenommen und die Möglichkeit, auf weitere Ausstellungen
in Brasilien und im Ausland eingeladen zu werden. Prämierungen
gab es mit wenigen Ausnahmen bis 1979, als das System abgeschaffen
wurde. Mit ihrem großen Angebot an Nebenveranstaltungen wie
Kunstseminare und Workshops, Diskussionsforen und Vortragsreihen,
hat die Biennale im Laufe ihrer Geschichte sich einen Namen als eine
Art "Weiterbildungsstätte"(23) gemacht, für Künstler
und Kunsthistoriker, die sich über aktuelle Fragen der Kunst
informieren wollen. Dennoch darf die São Paulo Biennale nicht
nur als Berufsziel für Künstler (und Kunsthistoriker zugleich),
sondern als einer der wichtigsten Orte des interkulturellen Dialoges
in Sao Paulos bezeichnet werden.
In Bezug auf öffentlichen Einrichtungen sind insbesondere das
Museu de Arte Contemporanea da USP (MAC: Museum f. Zeitgenössische
Kunst der Universität Sao Paulo) und die Pinacoteca do Estado
(Staatliche Pinakothek) zu erwähnen.
Die Gründung des MAC, 1963, ist eng mit der Geschichte der SPB
verkettet; es ist aus der Matarazzo Sammlung enstanden und war außerdem
Empfänger der Werke, die an der Biennale prämiert wurden.
Bis 1992, als das neue Haus im Campus der USP eröffnet wurde,
war das Hauptquartier des MACs im 3. Stock des Biennale Gebäude,
im Ibirapuera Park. Als Universitätsmuseum versteht sich als
dauerhafte Ausbildungsstätte, (mit Künstlerworkshops, Kurse
und Ateliers) und vor allen als Ort der Präsentation und Diskussion
von aktuellen Kunst. Diesen Funktionen werden durch die Offenheit
und Empfänglichkeit gegenüber unabhängigen Projekte
von frei schaffenden Kuratoren und wenig bekannten Künstler,
greifbar(24) . Katia Canton, MAC Kuratorin, sieht die flächendeckende
Erfassung von jungen Künstler und deren Förderung als besondere
Aufgabe des Museums; diese Praxis wird durch zahlreiche Ausstellungen
und Texte über die "neueste brasilianische Kunst"(25)
bestätigen.
Die Pinacoteca do Estado, (1911 gegründet) das älteste Kunstmuseum
der Stadt, trotz den großenteils akademischen Inhalt des Bestandes,
fördert kontinuierlich zeitgenössische Ausstellungen. Als
Beispiel: 1982 hatte dort die Bildhauerin Ana Maria Tavares (1958),
als noch relativ unbekannte Künstlerin, ihre erste Einzelausstellung.
Emanoel Araujo, Künstler und Leiter der Pinacoteca seit 1992,
unterstützt auch die frei schaffende kuratorische Arbeit junge
KunsthistorikerInnen(26) . Einen besondern Akzent wird in der Bildhauerei
gesetzt: August letztes Jahre wurde im benachtbaren "Parque da
Luz" das "sculpture garden" der Pinacoteca, mit meist
modernen bis zeitgenössischen Werken aus eigenen Bestand, eröffnet.
Seit Anfang der 90 Jahre ist ein Gesetz des Kultusministeriums in
Kraft getreten, dass die private Initiative zur Förderung der
Kultur animiert: es handelt sich um die "Lei de Incentivo a Cultura"
(Gesetzt der Förderung der Kultur), dass Steuerentlastungen für
Investitionen im Bereich der Kultur vorsieht. Seitdem entstehen zahlreiche
Partnerschaften zwischen privaten Unternehmen und staatliche Einrichtungen.
Im Rahmen der Kunst sind es vor allen private Banken: Banco Safra,
unterstützt ganz besonders die Pinacoteca; Banco Itau, das MAM
(Museu de Arte Moderna).
Es gibt auch Einrichtungen, die durch Unternehmen initiiert wurden
und sich als Kunstinstitution etabliert haben. Der SESI/FIESP (Servico
Social da Industria da Federação das Industrias do Estado
de Sao Paulo) ist dafür ein Wegbereiter; seit den 80er Jahre
präsentiert regelmäßig die Galeria do SESI hochkarätige
Ausstellungen, mit Schwerpunkt in der brasilianischen moderne und
zeitgenössische Kunst, manchmal in Partnerschaft mit Museen,
mit dem MAC(27) beispielweise, aber oft von frei schaffende Kuratoren
veranlassende Projekte(28) .
Ein weitere hervorragende Beispiel dafür ist das Instituto Cultural
Itau, von Banco Itau gegründet, das in unterschiedlichen Kulturgebieten
operiert. Im Bereich der Kunst, neben Ausstellungen, die seit 1998
in der im Hauptquartier(29) funktionierender Galerie stattfinden,
unterstützt das Institut Projekte systematisches Erfassen von
junge Künstlern, nicht nur in den Kunstmetropolen. Das Institut
vergibt Künstlerstipendien regelmäßig und veranstaltet
Künstler-Workshops und "Künstlerhaus-Projekte".
Das umfassende Dokumentieren von modernen und zeitgenössischen
Kunst hat das Institut auch für sich als Aufgabe gemacht: seit
1997 gibt es eine komplexe virtuelle Datenbank, die kontinuierlich
aktualisierte wird, mit 3000 brasilianischen Künstlerbiographien
und über 20000 Bilder, in Internet zugänglich (Itau Cultural
Virtual: www.itaucultural.org.br)
Die Präsidentin der Institution ist eine Frau, Milu Vilela.
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3. Stellung
der Künstlerinnen / 4. Fallbeispiel
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Hinsichtlich
dieser Fragen möchte ich mich besonders auf den Interview mit
der Künstlerin Sonia Guggisberg (1964)(30) beziehen, die sehr
präzis und feinfühlig die Fragestellung beantwortet, und
eine lebendige Eindruck Sao Paulos Kunstszene überliefert hat.
In Bezug zu Positionen in der Kunstszene Sao Paulos, sind brasilianische
Künstlerinnen relativ gut vertretet. Innerhalb von Ausbildungs-
und Ausstellungsinstitutionen, wie bereits erwähnt, es gibt zahlreiche
wirkende Kunsthistorikerinnen als Kuratorinnen, Dozentinnen und Museumsdirektorinnen
nehmen wir das MAC als Beispiel: seit 1963 waren von 6 Direktoren,
drei Frauen: Aracy Amaral, Ana Mae Barbosa und Lisbeth Rebolo Goncalves.
Heute leitet Stella Teixeira Barros den Centro Cultural SP, Daniela
Bousso den Paco das Artes, Maria Alice Milliet ist Kuratorin an der
SP Biennale, Mayra Laudanna am Instituto de Estudos Brasileiros -
USP. Auch an der Hochschulen für Kunst (Escola de Comunicacoes
e Artes - USP; Faculdade de Artes Plasticas FAAP) sind viele Künstlerinnen
auch als Professorinnen und Dozentinnen tätig: Regina Silveira,
Carmela Gross, Ana Maria Tavares, Leda Catunda, Iole de Feitas, um
einige Beispiele zu nennen. Auch in Verkaufsinstitutionen, spricht
privaten Galerien, sind viele Frauen tätig. Neulich hat die Ausstellung
"Der Marchand als Kurator"(31) einen getreuen Einblick in
der Szene des Kunstbetriebes in São Paulo gegeben: aus der
fünfzehn aktivsten Galerien zeitgenössischer Kunst, elf
sind von Frauen geleitet; die Bilanz der gezeigten Künstlern
aus ihren Programmen, aber weis auf einen weiblichen Unterrepräsentierung
hin: von insgesamt 275 nur 116 sind Frauen, weit unter die Hälfte.
In der Sektion brasilianischen Künstler der letzten Sao Paulo
Biennale (1998), um einen weiteren aktuellen Beispiel zu nennen, aus
43 Teilnehmer 20 waren Frauen.
Öfters müssen Frauen eine Nebenkarriere parallel zur künstlerischen
üben, bestenfalls eine verwandte Tätigkeit, beispielweise
in Verlagswesen, als Designerinnen, Illustratorinnen oder Layouterinnen;
viele Künstlerinnen sind auch als Dozentinnen für bildende
Kunst in Hochschulen und private Kunstakademien oder Kunstlehrerinnen
im normalen Schulsystem tätig. "Ausschließlich von
der eigenen künstlerischen Arbeit zu leben, ist für Meisten
sehr problematisch", bericht Sonia Guggisberg in Zusammenhang
mit der Schwierigkeit, sich in der Kunstszene durchzusetzen. Sie nennt
aber auch zahlreiche Erfolgsbeispiele. Die Bildhauerin und Graphikerin
Carmela Gross (1946), auch als Kuratorin und Dozentin tätig,
ist für Guggisberg Vorbild. Gross kann ein exemplarischen Werdegang
beweisen: akademische Ausbildung an der FAAP, Hochschulabschluss mit
den Doktortitel an der ECA-USP, sehr früh schon als Dozentin
an der ECA, als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Walter Zanini(32)
(heute ist sie dort Professorin für bildende Kunst), Präsenz
in den wichtigsten Ausstellungen in Brasilien (SP Biennale, Brasil
500 anos); Werke in privaten wie öffentlichen Sammlungen; eine
reiche Bibliographie; Mitarbeit im zahlreichen Projekte mit ansehenden
Kunstinstitutionen, wie Instituto Cultural Itau.
Der übliche Weg einer Künstlerin zur Berufsqualifikation
würde wie folgt verlaufen:
- solide Ausbildung, möglichst mit Hochschulabschluss an einer
der angesehenen Kunsthochschulen ECA-USP oder FAAP (Faculdade de Artes
Plasticas Armando Alvares Penteado); Kurse oder Aufenthalte in Ausland
sind oft eingesetzten Strategien. Stipendien bei brasilianischen staatlichen
Einrichtungen wie CNPq (Conselho Nacional de Pesquisa) oder FAPESP
(Fundação de Amparo a Pesquisa do Est. de Sao Paulo),
sowie ausländische Institutionen wie die amerikanische Guggenheim
und Fullbright Foundations, oder der deutsche DAAD haben dabei große
Bedeutung. Fremdsprache Kenntnisse sind selbstverständlich von
Vorteil
- kontinuierliche Weiterbildung und Aktualisierung; Austausch und
Kontakte andere Künstler, Dozenten, Kuratoren, Museumsleuten
- effiziente selbst- Vermarktungstrategie; Kontakte mit Galerien und
weitere Verkaufsinstitutionen.
Neben Berufsqualifikation, spielen auch individuelle Eigenschaften
der einzelnen Künstlerin, in Brasilien wie überall, eine
große Rolle im Kontext des Aufbaus einer erfolgreiche Künstlerkarriere.
Gute Kontakte, Durchsetzungsvermögen und persönliche Empathie
mit Kuratoren, Museumsleute und Galeristen; und natürlich Glück
(es ist auch möglich als "Quereinsteiger" Glück
zu haben!), also: "with the right people, in the rigth time,
in the right place"(33) , zu sein.
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(1) Hans Belting ist Professor
an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und tätig im ZKM
- Zentrum f. Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe
(2) Hans BELTING Hybride Kunst? Ein Blick über die globale Fassade
in Kunstwelten in Dialog - Von Gauguin zur globalen Gegenwart, Ausst-Katalog,
Köln: Museum Ludwig, 1999, S.324.
(3) Jean-Christoph BAILLY The free use of the proper in Documenta Documents,
Cantz Verlag, 1996, S.21
(4) Jürgen HABERMAS, Die Postnationale Konstellation, Suhrkamp, 1998;
so Habermas in Anlehnung zu E. Hobsbawn, in seinen zeitdiagnostischen
Rückblick auf unseren Jahrhundert.
(5) Hans Magnus ENZENSBERGER,
Die große Wanderung, Suhrkamp, 1994.
(6) Nestor Garcia CANCLINI Culturas Hibridas - Estrategias para entrar
y salir de la Modernidad, Buenos Aires, 1992, Ed. Sudamericana, S.291
(7) Edward SAID Gedanken zur
Kunst, 1992, vgl. Yilmaz DZIEWIOR in Kunstwelten in Dialog - Von Gauguin
zur globalen Gegenwart, Ausst-Katalog, Köln: Museum Ludwig, 1999,
S.345
(8) Catherine DAVID Undurchsichtige Räüme oder die Prozesse
kultureller Konstruktionen in Neue Bildenede Kunst, 4/5, 1995, S.20
(9) Haroldo de CAMPOS De la raison antropopahge, 1989, zitiert von Monica
FAUSS "Tupy or not tupy. Drei Gemälde Tarsila do Amarals..."
in Kritische Berichte, 3/97
(10) Vgl. CANCLINI , 1992, S.302
(11) Ausst.-Katalog XXIV Bienal de São Paulo, Bd. 4: Arte Contemporânea
Brasileira: Um e/entre outros, p.213; 1998
(12) Patrick IMBERT The permanent
transition, Vervuert, 1999
(13) Pat BINDER Fremde Brocken - Eigene Splitter in Neue Bildenede Kunst,
4/5, 1995, S.46. Migration ist für die Künstlerin ein wichtiger
Teil ihre eigene Geschichte: "Ich bin in Argentinien geboren (...)
meine Großeltern waren auch Migranten. Sie kamen aus Siebenbürgen
und dem Banat: von Migranten gegründeten und verlassene Heimaten;
Heimaten die heute gar nicht mehr gibt (...) (dann) ging ich nach Kanada
(...) eine Weile nach Deutschland, anschließend nach England und
jetzt vor kurzem in der Schweiz." Inzwischen lebt die Künstlerin
in Deutschland wieder.
(14) Fernando COCCHIARALE Landschaft: die Tradition und das Zeitgenössische
in der Malerei der Cristina Canale in Behm - Canale, Ausst-Kat., Belo
Horizonte/Eisenhüttenstadt, 1999/2000, S.42
(15) ebd. S.44
(16) Peter WEIERMAIR (Hrsg.) Luzia Simons, Allerheiligenpresse, 1998 in
Zusammenhang mit der Ausstellung Camera Obscura, Fotografie Forum International,
Frankfurt, 1998.
(17) Jochen DIETRICH Luzia Simons (Neue Bücher) in Photonews, 9/1998,
S.20
(18) Luzia SIMONS, Interview für Esfera - Revista de Cultura Online;
http: www.esfera.net, julho 2001
(19) edb., telefonisch Aussage an der Autorin, August 2001
(20) J.HABERMAS, op.cit. , S.68
(21) Der Magisterarbeit von Martina MERKLINGER Die Biennale São
Paulo, Universität Bonn, 1998, ist einer wertvolle Informationsquelle
über die Geschichte der SBP in deutscher Sprache.
(22) " The Biennale of Venice is one of the most important exhibitions
in the world , it is in direct competition to documenta in Kassel, many
other exhibitions in the world have been modelled upon it, and together
with Sao Paulo, it brings national and global viewpoints as polarities."
Harald SZEEMAN, 49. Biennale Venedig, Ausst.- Kat., Bd. I, 2001, S.XVII.
(23) Sehr bekannt und begehrt ist der Kurs für "Monitores"
(AusstellungsführeInnen) der São Paulo Biennale; er dauert
die 2 Jahre, die nächste Biennale Ausgabe vorausgehen, und ermöglicht
einen tiefen Einblick an die aktuellen Kunsttendenzen. Viele brasilianische
Künstler und Kunsthistoriker, die heute beachtliche Positionen in
der Kunstszenehaben, waren "monitores" der São Paulo
Biennale.
(24) 1996 habe ich, als frei schaffende Kuratorin, ein Ausstellungsprojekt
"Quatro artistas Brasileiros na Alemanha: Barroso, Canale, Flemming,
Pizarro" an die damalige Museums Direktorin, Lisbeth REBOLLO CONCALVES,
eingereicht; dieses wurde sehr positiv empfangen und das Projekt wurde
1998 aussgestellt.
(25) Katia CANTON Novissima arte brasileira - um guia de tendencias, Ed.
Iluminuras / MAC, 2000
(26) ZB: 1997 hat Mayra LAUDANNA die Ausstellung Ernesto de Fiori, als
eigenes Projekt in der Pinacoteca kuratiert.
(27) Bis Juli 2001 war dort die Ausstellung "Auto-Retrato, Espelho
do Artista, von Katia Canton (MAC) kuratiert, zu sehen.
(28) Ausstellungskonzeptionen der Kunsthistorikerin Sonia SALZSTEIN sind
oft im SESI zu sehen, wie beispielweise: Mira Schendel, 1996/97.
(29) Neben sein Hauptquartier in Sao Paulo hat das Instituto Cultural
Itau noch weitere Zeigstellen und Ausstellungsräume in Belo Horizonte,
Brasilia, Campinas e Penapolis.
(30) Ich möchte mich bei der Künstlerin Sonia Guggisberg für
ihren ausführlichen Bericht für diesen Beitrag sehr herzlich
bedanken (e-mail an der Autorin an 03.08.2001). Über ihr Werk bitte
vgl. K. CANTON, S. 94/95, S.153-155 und 189.
(31) O Marchand como Curador, Ausst.- Kat. Centro Cultural Casa das Rosas,
Sao Paulo, April 2001.
(32) Walter Zanini, war damals der renommierste Kunsthistoriker Sao Paulo;
er ist der Autor des Nachschlagwerkes "Historia Geral da Arte no
Brasil", Inst. Walter Moreira Salles, Sao Paulo, 1983.
(33) So S.Guggisberg, vgl.
e-mail 03.08.2001.
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