Ergebnisse nationaler wie internationaler Leistungsvergleichsstudien verweisen darauf, dass Schulfächer, hinsichtlich der Kompetenz- und Interessensentwicklung der SchülerInnen nach wie vor in bestimmte „Geschlechterreviere“ aufgeteilt sind. Mathematik gilt dabei nach wie vor als „typisches Jungenfach“. Seit mehr als 15 Jahren betonen FachdidaktikerInnen und genderbezogene Schul- und HochschulforscherInnen, dass neben der Entwicklung und Umsetzung einer geschlechtersensiblen Didaktik im schulischen Mathematikunterricht auch die Notwendigkeit einer Sensibilisierung der MathematiklehrerInnen hinsichtlich ihres Beitrags zur Inszenierung und Reproduktion geschlechterstereotyper Trennlinien oder „Wissensreviere“ besteht. Bislang jedoch fehlt eine systematische und nachhaltige Integration von Genderkompetenz in die Lehramtsausbildung für das Fach Mathematik. Inhalt des Forschungsprojektes ist es, ein Genderkompetenzmodulelement für die Lehramtsausbildung im Fach Mathematik zu entwickeln, modellhaft zu erproben, zu evaluieren und anschließend als eine – auf andere Hochschulen übertragbare – Lehreinheit zur Verfügung zu stellen. Vorstellbar wäre, das Modul in veränderter oder weiterentwickelter Form auch für die Referendariatsphase und die LehrerInnenfortbildung einzusetzen.
