|
Russland - Allgemeine länderkundliche
Informationen

(Quelle: CIA World Factbook)
Zentrale Daten
Staatsname: Russische Föderation
Staatsform: Bundesrepublik (seit 1991)
Regierungschef: Wladimir W. Putin (Präsident; seit 2000)
Internationale Mitgliedschaften: Europarat, GUS, OSZE, UNO, G8
(Vollmitglied ab 2006)
Hauptstadt: Moskau (10,4 Millionen Einwohner, 2002)
Weitere Großstädte: St. Petersburg (4,7 Millionen Einwohner,
2002), Nizhnij Novgorod, Novosibirsk, Jekaterinburg, Rostov-am-Don (jeweils
über eine Million Einwohner)
Bevölkerung: 145,3 Millionen, davon zirka 10,4 Millionen in
Moskau (Volkszählung 2002)
Urbanisierung: 73,3%
Nationalitäten: 82,5% Russen (120 Millionen), 3,4% Tataren
(5 Millionen), 2,7% Ukrainer (4 Millionen), 0,6% Deutsche, 11,1% Sonstige
Lage: Nord-Süd-Ausdehnung: 4000 km, Ost-West-Ausdehnung: 9000
km (Russland umfasst über 11 Zeitzonen und die zwei Kontinente Europa
und Asien.)
Grenzen zu: Nordkorea, China, Mongolei, Kasachstan, Azerbajdschan,
Georgien, Ukraine, Belarus, Lettland, Estland, Finnland und Norwegen
Altersstruktur (2002):
0 bis 14 Jahre: 16,7%
15 bis 64 Jahre: 70,2%
65 Jahre und älter: 13,1%.
Weitere Informationen: http://www.russia.ru,
http://www.auswaertiges-amt.de,
http://www.gks.ru (Russisches
Statistikamt Goskomstat)
Geographie

Fläche: 17.075.400 km²
Damit ist Russland der flächengrößte Staat der Erde und
bedeckt 11,4% der Landfläche des Planeten. Ein Viertel der Fläche
liegt auf eurpäischem, der Rest auf asiatischem Gebiet. Westlich
des Ural erstrecken sich weite Ebenen und sanfte Hügel, östlich
des Gebirgszuges überwiegen weite Steppen und Tundra. Ein großer
Teil des asiatische Gebietes ist von Waldgebieten bedeckt. Im Süden
hauptsächlich Gebirhge und Hochland.
Russland umfasst 21 Republiken, 49 Gebiete ( Oblast ) mit gewählten
Gouverneuren und 6 Bezirke ( Krai ). Hinzu kommen noch 10 autonome nationale
Kreise ( Okrug ), die dem jeweiligen regionalen Oblast oder Krai unterstehen.
Dazu kommt noch die jüdisch autonome Region Birobidschan sowie die
eigenständigen Städte Moskau und St. Petersburg.
Die sechs größten Städte des Landes:
Moskau (8.630.000 Einwohner)
St. Petersburg (4.273.000 Einwohner)
Nischnij Nowgorod (1.382.100 Einwohner)
Nowosibirsk (1.370.500 Einwohner)
Jekaterinburg (1.278.000 Einwohner)
Samara (1.190.200 Einwohner)
Auf der Seite: http://www.odci.gov/cia/publications/factbook
kann man eine genauere Karte aufrufen.
Sprachen und Nationalitäten
Die Amtssprache in Russland ist das zu den ostslawischen Sprachen gehörende
Russisch. Russisch sprechen zirka 140 Millionen Menschen als Muttersprache.
Umgangssprache ist je nach Bevölkerungsdichte auch die Sprache der
jeweiligen Bevölkerungsgruppe: es gibt die Sprachen der 21 autonomen
Replubiken, sowie über 100 weitere Sprachen und Dialekte.
Politik
In der russischen Föderation sind 21 Republiken der im Jahre 1991
untergegangenen Sowjetunion zusammengefasst. Nur die beiden Republiken
Tschetschenien und Tatarstan haben den Föderationsvertrag nicht unterschrieben,
obwohl die Tartaren anerkannt haben, dass ihre Republik ein Teil der Russischen
Förderation ist. Russland ist eine föderative, demokratische
Republik mit einer Verfassung aus dem Jahre 1993. Das allgemeine Wahlrecht
gilt ab 18. Das Staatsoberhaupt ( Präsident ) hat eine besonders
große exekutive macht. Er ist auch gleichzeitig Oberbefehlshaber
der Streitkräfte. Er wird für 4 Jahre gewählt. Der Staatspräsident
ernnent den Ministerpräsidenten, die wichtigsten Minister und er
kann Dekrete mit Gesetzeskraft erlassen. Es gibt ein Zweikammerparlament
mit Staatsduma. Ihm gehören 450 Abgeordnete an, die für 4 Jahre
direkt gewählt werden. Dem Förderationsrat gehören 178
Abgeordnete an - jeweils zwei Vertreter je Territorium -, die auch für
4 Jahre benannt werden. Derzeitiges Staatsoberhaupt: Wladimir Putin. 14.
März 2004 Präsidentenwahl in Russland (www.russlandonline.ru).
Einreiseinformationen
Für Privatreisen nach Russland sind eine Einladung und ein Visum
notwendig. Zur Beantragung des Visums sind bei der russischen Botschaft
oder dem Konsulat einzureichen:
ausgefülltes Antragsformular (im Reisebüro oder bei den Konsularabteilungen
der Botschaften erhältlich),
drei Passfotos,
Reise-Krankenversicherung (nicht alle Versicherer werden von Russland
akzeptiert!)
Reisepass (mindestens noch drei Monate über die Beendigung der Reise
hinaus gültig),
frankierter Rückumschlag (wer die Unterlagen nicht persönlich
abholen kann) und
Einzahlungsbeleg über die Visumgebühr.
Bei Reisen durch Weißrussland und die Ukraine werden Transitvisa
benötigt. Wer aus Russland in einen anderen Staat der Gemeinschaft
Unabhängiger Staaten (GUS) oder ins Baltikum ausreist und dann wieder
einreisen möchte, benötigt ein zweifaches Visum, das
zur Wiedereinreise berechtigt. Wer durch mehrere GUS-Staaten reisen
möchte, braucht für jeden Staat ein Visum. Alle Visa
sind kostenpflichtig, es gibt unterschiedliche Gebühren, die
sich nach der Geschwindigkeit der Bearbeitung richten. Ein innerhalb von
drei Stunden ausgestelltes Touristenvisum kostet zum Beispiel 155 Euro,
wer hingegen eine Bearbeitungszeit von 15 Arbeitstagen in Kauf nimmt,
zahlt 40 Euro (Preise vom Juli 2003).
Nähere Informationen zur Visumsbeantragung unter http://www.russische-botschaft.de.
Währung
Währung: Russischer Rubel (1 Rubel = 100 Kopeken)
In praktisch allen größeren Städten gibt es Geldautomaten
und Wechselstuben (Obmen Valjut). Vom Schwarzmarkt auf der Strasse ist
dringend abzuraten. Der Umtauschkurs des russischen Rubels: 34,4 Rubel
für einen Euro beziehungsweise bei 2,9 Cent für einen
Rubel. Unter http://www.oanda.com/converter/travel
oder http://www.cbr.ru/eng kann man
den tagesaktuellen Umtauschkurs abfragen.
Geschichte, Kultur, Religion
Geschichtlicher Hintergrund
Die folgende Darstellung der russischen Geschichte ist stark verkürzt
und gibt nur einen groben Überblick. Wer mehr wissen möchte,
findet im Kapitel Literaturhinweise Anregungen. Russland-Seite von Lonely
Planet: http://www.lonelyplanet.com/dest/eur/rus.htm
(gut lesbare englische Zusammenfassung unter History).
Die Kiewer Rus' (9. bis 11. Jahrhundert)
Im 9. Jahrhundert erfolgte die Gründung des Kiewer Reiches - später
Kiewer Rus' genannt - und damit die Grundsteinlegung Russlands. Im Jahr
988 wurde das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Dieser altrussische
Staat bestand bis zum 11. Jahrhundert, dann begann es in einzelne Fürstentümer
zu zerfallen.
Die Mongolenherrschaft (12. bis 13. Jahrhundert)
Im 12. Jahrhundert konzentrierte sich die Macht auf die Kaufmannsstadt
Nowgorod und das Fürstentum Wladimir östlich von Moskau. In
der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts unterwarfen die Mongolen die
russischen Fürstentümer, gewährten den Fürsten jedoch
eine gewisse Selbständigkeit.
Der Aufstieg Moskaus (14. bis 15. Jahrhundert)
Im 14. Jahrhundert verlagert sich das Zentrum der Macht nach Moskau selbst,
wo der Sohn von Alexander Newski regierte. Er verlegte auch den Sitz der
orthodoxen Kirche nach Moskau. Das Mongolenreich zerfiel nach einigen
erfolgreichen Niederschlagungen seitens der Moskowiter in einzelne Khanate.
Großfürst Iwan III. schaffte gegen Ende des 15. Jahrhunderts
mit der territorialen Ausdehnung und dem Aufbau einer Zentralverwaltung
des Landes die Voraussetzungen für den Aufstieg Moskaus zur Großmacht.
Russland als Zarenreich
1547 wurde Iwan IV., genannt der Schreckliche, zum Zar Russlands
gekrönt. Mit ihm begann die Tradition zaristischer Herrschaft und
Expansion (Eroberung Kasans, Astrachans, des Kaukasus, Sibiriens). Nach
dem Tod Iwans des IV. 1584 und der sich daran anschließenden Zeit
der Wirren und Machtkämpfe wählte 1613 eine Reichsversammlung
Michail Romanow zum neuen Zaren. Die Romanows herrschten bis 1917.
Zar Peter I. (der Große; Herrschaft 1682 bis 1725) trieb
durch Reformen (Aufbau eines Heeres, Steuereinführung, Verwaltungsreformen,
Schulaufbau) die innere Modernisierung des Landes voran. Unter Katharina
II. (die Große; 1762 bis 1796) eroberten russische Truppen große
Gebiete am Schwarzen Meer. Bei der Aufteilung Polens zwischen Österreich,
Preußen und Russland erhielt Katharina II. westliche Teile
der Ukraine und Weißrusslands sowie Litauen.
Im 19. Jahrhundert expandierte Russland weiter: Georgien, Bessarabien
und Finnland wurden russisch. Russland beteiligte sich an den Befreiungskriegen
gegen Napoleon, so dass es auf dem Wiener Kongress 1815 als Retter
Europas eine wichtige Rolle bei der Festlegung der neuen Staatsgrenzen
erhielt. Innere Aufstände und Demokratiebewegungen wurden gewaltsam
unterdrückt.
Russische Revolutionen
Die erste russische bürgerlich-demokratische Revolution fand 1905
statt. Unruhen und Streiks dehnten sich auf das ganze russische Reich
aus. Die Aufstände wurden blutig niedergeschlagen. Die Zarenherrschaft
dauerte weiter. Im Februar 1917 kam es in Petrograd (heute: St. Petersburg)
zu Massendemonstrationen und einem Generalstreik. Zar Nikolaus II dankte
ab. Aber erst mit der russischen Revolution vom Oktober 1917 gelang
es den Bolschewiki mit Lenin als Regierungschef, endgültig die Macht
zu übernehmen. 1922 wurde die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
(UdSSR) gegründet. In den Folgejahren beherrschte Bürgerkrieg
das Land.
Stalin-Diktatur
Nach dem Lenin 1924 gestorben war, übernahm Josef Stalin die Macht.
Autoritäres Denken und Handeln sowie Gewalt bestimmten seine Regierungszeit
bis zu seinem Tod 1953. Millionen von Menschen fielen Verfolgungswellen
zum Opfer, wurden in die Verbannung geschickt oder waren in Straflagern
inhaftiert. Unter Stalin fand die Kollektivierung der Landwirtschaft statt,
die teilweise zu Hungersnöten führte.
Zeitgeschichte
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Trotz des Hitler-Stalin-Paktes von 1939, in dem die Interessensphären
verteilt worden waren, überfiel Deutschland 1941 die Sowjetunion.
Der bis 1945 andauernde Krieg kostete in Russland über 20 Millionen
Menschenleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte zwischen der UdSSR,
den Vereinigten Staaten und deren Alliierten der Kalte Krieg. Atomare
Aufrüstung und Reise- und Kommunikationsbeschränkungen waren
kennzeichnend für beide Seiten. Innerhalb der Einflusssphäre
der Sowjetunion im gesamten Ostblock wurden Aufstände und Oppositionsbewegungen
niedergeschlagen.
Chruschtschow und Breschnew: Tauwetter und Stagnation
1956 wurde auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion
erstmals der stalinistische Terror angeprangert. Unter der Regierung Nikita
Chruschtschow setzte eine Tauwetter-Periode ein. Mit der Regierung Leonid
Breschnews (1964 bis 1982) wurden viele Reformen allerdings wieder rückgängig
gemacht, die Entstalinisierung nicht abgeschlossen. Die Wirtschaft stagnierte,
aber beim Wettrüsten zwischen Ost- und West machte die Sowjetunion
keine Abstriche.
Gorbatschow: Perestroika und Glasnost
1985 wurde Michail Gorbatschow Regierungschef (Generalsekretär der
KPdSU). Die Ära der Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Durchsichtigkeit),
der Reformen und Umstrukturierungen im politischen System begann. 1990
übernimmt Gorbatschow das neu geschaffene Amt des Staatspräsidenten.
1991, als seine Reform- und Unionspolitik als weitgehend gescheitert galt,
kam es zu einem Putschversuch von kommunistischer Seite, der aber niedergeschlagen
wurde. Boris Jelzin, ehemaliger KPdSU-Funktionär, konnte als Gegner
der Putschisten die Sympathien des Volkes für sich gewinnen. Mit
der Rückkehr Gorbatschows auf seinen Posten nach dem gescheiterten
Putsch begann auch der Prozess der Auflösung der Sowjetunion. Im
Dezember 1991 trat er als Präsident der UdSSR zurück.
Nach der Sowjetunion: Jelzin und Putin
Russland formiert sich 1990 als unabhängiger Staat, dessen Führung
Boris Jelzin als neuer Präsident im Juni 1991 übernimmt.
Es bleibt Teil der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), der sich
bis auf die baltischen Staaten alle ehemaligen Sowjetrepubliken anschließen.
Jelzin stärkt seine präsidiale Macht in der jungen Demokratie
enorm und beginnt den Krieg in Tschetschenien, fördert aber auch
Wirtschaftsreformen und engere Verbindungen mit den westlichen Nationen,
von denen er seinerseits Unterstützung erhält. 1996 wird Jelzin
wieder gewählt, obwohl er gesundheitlich zunehmend beeinträchtigt
ist. Dazu kommt Jelzin auch wegen ungeklärter Finanzpraktiken in
Verruf.
Im Januar 2000 übergibt Jelzin die Präsidentschaft an den kurz
zuvor zum Premierminister ernannten ehemaligen Geheimdienstchef Wladimir
Putin. Dieser wird im Frühjahr 2000 auch vom Volk offiziell zum
Präsidenten gewählt. Auch Putin verfolgt Wirtschaftsreformen
und sucht gute Kontakte zum Ausland, insbesondere zum Westen und zu den
GUS-Staaten. Er beschneidet jedoch die Kompetenzen der Regionen und führt
den Tschetschenienkrieg fort. Kremlkritische Medien sehen sich Verfolgungen
des Staatsapparates ausgesetzt. Putin geht jedoch auch gegen die organisierte
Kriminalität vor, und die Wirtschaftsliberalisierungen führen
nach Ansicht von Experten zu ersten langfristigen Verbesserungen.
Kultur
Christlich-byzantinisches Geistes- und Kulturgut kam mit der Christianisierung
der Kiewer Rus' ab 988 zu den Ostslawen. Zar Peter der Große forcierte
einen regen Austausch mit westeuropäischen Wissenschaftlern, Technikern,
Architekten und Kulturschaffenden. Unter Zarin Katharina der II. verstärkte
sich der westliche, vor allem der philosophische Einfluss auf allen kulturellen
Gebieten. Die Russen sind seit jeher ein Kultur begeistertes Volk. Das
Sowjetvolk gehörte zu den belesensten Völkern der Welt. Heute
ist aufgrund der Finanzprobleme und des täglichen Überlebenskampfs
Vieler das Interesse an kulturellen Veranstaltungen geringer geworden.
Wer nach Russland fährt, tut gut daran, einige der wichtigsten Schriftsteller
und ihre Werke zu kennen, denn noch immer sind die meisten Russen sehr
belesen, kennen sich in ihrer und in der Weltliteratur sehr gut aus und
können meist mehrere Gedichte rezitieren. Wer da mithalten kann,
stößt mit Sicherheit auf großes Wohlwollen.
Bedeutende Schriftsteller und Dichter vor der Oktoberrevolution
Michail Lomonossow (1711 bis 1765) vereinheitlichte die russische
Schriftsprache und legte damit den Grundstein für eine eigene Nationalliteratur.
Alexander Puschkin (1799 bis 1837) gilt zweifellos als der größte
russische Dichter. Sein Drama "Boris Godunow" und sein Versdichtung
"Jewgenij Onegin" sind zwei seiner bekanntesten Werke.
Nikolai Gogol (1809 bis 1852), leitete mit satirisch-sozialkritischen
Romanen, Kurzgeschichten und Theaterstücken von der Romantik zum
Realismus über.
Iwan Turgenjew (1818 bis 1883) schrieb vor allem Novellen, die
die soziale und politische Situation des Umbruchs im 19. Jahrhundert widerspiegeln.
Fjodor Dostojewskij (1821 bis 1881), bekannt durch Romane wie "Schuld
und Sühne" oder "Die Brüder Karamasow", konzentriert
sich auf die Beschreibung der psychologischen Vorgänge seiner Figuren.
Leo Tolstoij (1828 bis 1910) spricht in seinen Romanen (zum Beispiel
in "Krieg und Frieden") moralisch-philosophische und soziale
Themen an.
Anton Tschechow (1860 bis 1904) schrieb vor allem Theaterstücke
(zum Beispiel "Die drei Schwestern"), die die Stellung des Individuums
in der Gesellschaft und die damit verbundenen Probleme zum Thema haben.
Bedeutende Schriftsteller und Dichter während und nach der Oktoberrevolution
Maxim Gorkij (1868 bis 1936) gilt mit Romanen wie "Die Mutter"
und Theaterstücken wie "Nachtasyl" als Hauptvertreter des
sozialistischen Realismus.
Iwan Bunin (1870 bis 1953) erhielt als erster russischer Dichter
den Literatur-Nobelpreis. Er beschreibt das Landleben und den Niedergang
des Adels.
Alexander Blok (1880 bis 1921) nahm in seinen lyrischen Werken
den Symbolismus auf.
Anna Achmatova (1889 bis1966) und Ossip Mandelstam (1891
bis 1938) gelten als Vertreter der lyrischen Schule des Akmeismus.
Michail Bulgakow (1891 bis 1940), bekannt vor allem durch seinen
Roman "Der Meister und Margerita", kritisierte in seinen Grotesken
und Dramen die Sowjetunion auf satirische Weise.
Marina Zwetajewa (1892 bis 1941) verwendete klangliche Wortspiele
in ihren Gedichten, um die innere Musikalität der russischen Sprache
zum Ausdruck zu bringen.
Vladimir Majakowski (1893 bis 1930) war ein agitatorischer Dichter
der Revolution.
Isaak Babel (1894 bis 1940) schilderte nach der Oktoberrevolution
die Feldzüge der Roten Armee.
Bedeutende Schriftsteller und Dichter der Zeit nach Stalin
Ilja Ehrenburg (1891 bis 1967) gab mit seiner Erzählung "Tauwetter"
der nachstalinistischen Zeit unter Chruschtschow ihren Namen. Er gab damit
den Anstoß zu einer vorsichtigen Auseinandersetzung mit dem Terrorregime
Stalins.
Boris Pasternak (1890 bis 1960) ist vor allem durch seinen Roman
"Doktor Schiwago" bekannt, der sich kritisch mit der Oktoberrevolution
auseinandersetzt und daher verboten wurde. 1958 erhielt Pasternak für
sein lyrisches Werk den Literatur-Nobelpreis.
Alexander Solschenizyn (*1918), Symbolfigur des Widerstands in
der UdSSR, verbrachte mehrere Jahre in Straflagern, war bis 1956 verbannt,
wurde zwar 1957 rehabilitiert, 1974 jedoch aus der Sowjetunion ausgewiesen
und lebte bis zu seiner Rückkehr in den USA. 1970 erhielt er den
Nobelpreis für Literatur, 1990 wurde er abermals rehabilitiert.
Joseph Brodsky (1940 bis 1996) erhielt 1987 für seine metaphernreiche
Lyrik den Literatur-Nobelpreis. Zuvor war er aus der Sowjetunion ausgebürgert
worden.
Vladimir Nabokov (1899 bis 1977) verließ während der
Revolution das Land, lebte in England, Deutschland, Frankreich und zuletzt
in den USA. Seine Romane - am bekanntesten ist "Lolita" - bestechen
durch kunstvolle sprachliche Strukturen.
Wladimir Wyssozki (1938 bis 1980), Schauspieler (Hamlet), Dichter
und Liedermacher, war vor allem in den 70er Jahren außerhalb des
offiziellen Kulturlebens sehr beliebt.
Bedeutende Maler
Andrej Rubljow (1370 bis 1430), Ikonenmaler, ist der bekannteste
Maler des Mittelalters.
Ilja Repin (1844 bis 1930), ein Vertreter des "sozialkritischen
Realismus", malte vor allem Porträts und Genreszenen.
Vasilij Kandinsky (1866 bis 1914) war Mitbegründer der Malergruppe
"Der Blaue Reiter" und ist berühmt für seine abstrakten
Kompositionen aus Farben und geometrischen Flächen.
Kasimir Malewitsch (1878 bis 1935) nannte seine Malerei, die aus
dem Futurismus bekannt geworden ist, Suprematismus. Bekannt ist zum Beispiel
sein Bild "Schwarzes Quadrat".
El Lissitzky (1890 bis 1941) gehört zu den Fortentwicklern
des Konstruktivismus.
Bedeutende Musiker
Michail Glinka (1804 bis 1857) schrieb die Oper "Leben für
den Zaren", die folkloristische Elemente mit der italienischen Oper
verband.
Modest Mussorgski (1839 bis 1881) deutete den sprachlichen Klang
des Russischen auf expressionistische Weise.
Nikolai Rimski-Korsakow (1844 bis 1908), Verfasser der ersten russischen
Symphonie und Gründer einer Komponistenschule.
Peter Tschaikowski (1840 bis 1893) lehnte sich an die Romantik
an. Bekannt sind vor allem Symphonien (etwa "Pathétique"),
Klaviersonaten, Opern, und Ballette (wie "Schwanensee").
Igor Strawinsky (1882 bis 1972), beeinflusst durch den Impressionismus,
gilt mit seiner "Pulcinelle-Suite" als Begründer des Neoklassizismus.
Sergej Prokofjew (1891 bis 1953), führender Vertreter des
russischen Nationalstils, schrieb neben Opern, Balletten und Symphonien
das bekannte Stück "Peter und der Wolf".
Dimitri Schostakowitsch (1906 bis 1975), bekanntester Komponist
der Sowjetzeit, nutzte alle kompositionstechnischen Möglichkeiten
der Sowjetzeit aus.
Weitere Informationen zu russischer Literatur unter http://www.lib.ru
(in Russisch) oder http://www.sovlit.com/
(in Englisch).
Wichtige Feiertage:
1. Januar: Russisches Neujahrsfest am im Kreise der Familie
8. März: Internationaler Frauentag
1. Mai: Tag der Arbeit oder Frühlingsfeiertag
9. Mai: Tag des Sieges, in Erinnerung an die deutsche Kapitulation
von 1945 und das Ende des Zweiten Weltkrieges
12. Juni: Tag der Unabhängigkeit, als Tag der Loslösung
der Russischen Föderation von der UdSSR
Mitte Juni: In St. Petersburg werden die Weißen Nächte
gefeiert. Viele Regionen und Städte haben ihre eigenen Feste und
Feiern.
22. August: Tag der nationalen Flagge
7. November: Tag der Oktoberrevolution
Kirchliche Feiertage:
7. Januar: orthodoxes Weihnachtsfest
März/April: Osterfest mit Ostermesse, dreimaligem Prozessionsumzug
und dem Festessen sowie traditionellen Osterspeisen. Zunehmender Bedeutung
erfreut sich wieder die dem Karneval entsprechende Masleniza ("Butterwoche"),
die der Fastenzeit vorausgeht. Der Karnevalssonntag ist in Russland traditionell
Anlass, sich bei Freunden zu entschuldigen.
Religion
In der Russischen Föderation gibt es mehr als 40 unterschiedliche
Konfessionen:
orthodoxe Christen: rund drei Viertel der Gläubigen, 1999
etwa 75 Millionen
Moslems: 19%, 1999 zwischen 15 und 22 Millionen
Katholiken: 1,5%, circa 1,3 Millionen 1999
Buddhisten: 1%, etwa 1 Million Gläubige 1999
Juden: 0,5%, 1999 um 400 000
andere: 1%
www.welt-in-zahlen.de
www.russische-botschaft.de
Andere Links zum Thema:
www.aktuell.ru (auf deutsch)
www.mdz-moskau.de
www.sankt-petersburg.i-networx.de
|