Interdisziplinäres Zentrum
für Geschlechterforschung (IZG)
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Forschung

Geschlechterforschung befasst sich mit der Entwicklung der Geschlechterverhältnisse sowie deren Bedeutung für die Verteilung von politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Macht in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Dieses wissenschaftliche Feld hat sich seit Gründung des Zentrums an der Universität Bielefeld theoretisch, methodisch und inhaltlich stark ausdifferenziert. Besonders hervorzuheben ist dabei die Veränderung der Forschungsperspektive: In den 1980er Jahren fokussierte sie vor allem auf die Lebenssituation von Frauen. In den 1990er Jahren erweiterte sich das Erkenntnisinteresse; in den Blick gerieten nun zunehmend horizontale und vertikale Asymmetrien im Geschlechterverhältnis und deren gesellschaftliche Auswirkungen. Diese Entwicklung findet ihren Niederschlag auch in der Erweiterung der Frauenforschung zur Frauen- und Geschlechterforschung bzw. weiter zur Geschlechterforschung.

National und international hat sich die Geschlechterforschung zu einem integralen Bestandteil des Wissenschaftssystems entwickelt. Über die Geschlechterforschung hat die Erkenntnis, dass Geschlechterverhältnisse eine der grundlegenden gesellschaftlichen Strukturierungs- und Organisationsformen darstellen, zunehmend Eingang in die Einzelwissenschaften gefunden und deren Forschungen, Publikationen und auch deren Lehrinhalte beeinflusst. Die bislang behauptete (Geschlechts-)Neutralität von Wissenschaft wurde erfolgreich in Frage gestellt.

Die Geschlechterforschung leistet heute einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag bei der Entwicklung gesellschaftlicher Problemformulierungskompetenz. Das dieser Beitrag teilweise immer noch kontrovers aufgenommen wird, liegt in ihrem Gegenstand selbst begründet und verdeutlicht den anhaltenden Diskussionsbedarf zur Geschlechterthematik als wissenschaftliche und soziale Frage. Aktuelle Tendenzen in der nationalen und übernationalen Gesetzgebung, die Einführung von Gendertrainings in großen Firmen und Verwaltungen und die aktuelle Diskussion über neue Modelle der Work-Life-Balance sind nur einige Beispiele für gegenwärtig virulente Entwicklungen. Dem entspricht auf der wissenschaftlichen Ebene eine Ausdifferenzierung theoretischer Konzepte und empirischer Fragestellungen.